DSV-Bilanz nach der Tournee: Ein Not-Plan für Olympia muss her

Ein Not-Plan muss her :Tournee-Bilanz: Skisprung-Deutschland im Spital

von Lars Becker

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Die Bilanz der 74. Vierschanzentournee ist für die deutschen Skispringer insgesamt enttäuschend. Ein Not-Plan muss her. Was nun Richtung Skiflug-Heim-WM und Olympia passieren soll.

Karl Geiger

Enttäuschende Bilanz für die DSV-Adler: Karl Geiger

Quelle: imago

Drei formschwache Routiniers, zwei gesundheitlich angeschlagene Topflieger, ein Bundestrainer auf Abschiedstournee: Skisprung-Deutschland steckt nach der 74. Vierschanzentournee in einer schweren Krise.

Für die DSV-Adler bleibt das Prinzip Hoffnung

Der momentan beste deutsche Flieger Felix Hoffmann verabschiedete sich nach dem Finale des Skisprung-Grand-Slams in Bischofshofen wegen latenter Probleme im linken Knie zum MRT am Mittwoch. Philipp Raimund, der zweite verbliebene deutsche Hoffnungsträger, schlüpfte schwer erkältet erstmal ins Bett.

Gut zwei Wochen vor der Skiflug-Heim-WM in Oberstdorf und gut vier Wochen vor Olympia in Italien bleibt dem schwarz-rot-goldenen Team nur noch das Prinzip Hoffnung.

Skispringen: Bundestrainer Stefan Horngacher.

DSV-Bundestrainer Stefan Horngacher, Felix Hoffmann und Philipp Raimund ziehen im Interview mit Andreas Kürten Bilanz zur Vierschanzentournee.

06.01.2026 | 5:48 min

Selbst Topflieger Hoffmann mit 42 Metern Rückstand auf Prevc

"Das wird eine Challenge, die nächsten Wochen werden nicht einfach. Aber wir dürfen uns jetzt auch nicht komplett eingraben. Mal sehen, was dem Trainerteam einfällt bis zur Skiflug-WM und Olympia", erklärte DSV-Sportdirektor Horst Hüttel.

Selbst der neue Vorflieger Felix Hoffmann auf Platz sechs der Gesamtwertung hatte nach der besten Tournee seines Lebens 75,3 Punkte Rückstand auf den slowenischen Sieger Domen Prevc - das sind fast 42 Meter nach vier Springen.

Domen Prevc

Domen Prevc macht's wie der große Bruder Peter und gewinnt die Vierschanzentournee. Dazu reicht Platz 2 in Bischofshofen. Bester Deutscher im Gesamtklassement ist Felix Hoffmann auf Rang 6.

06.01.2026 | 2:19 min

"Wir haben das Ziel nicht erreicht, andere haben es viel besser gemacht", meinte Stefan Horngacher lakonisch. Auch bei seinem siebten und letzten Anlauf als Bundestrainer verfehlte er das Ziel des ersten deutschen Tournee-Gesamtsieges seit unglaublichen 24 Jahren deutlich.

Ein deutscher Podestplatz steht zu Buche

Der trotz Knieschmerzen in allen vier Springen beste Deutsche Hoffmann sorgte mit Platz drei in Oberstdorf für den einzigen Podestplatz. Der Tournee-Gesamt-Achte Philipp Raimund sprang zwar seine persönlich beste Tournee, konnte aber nicht an seine Podest-Leistungen vor der Tournee anknüpfen.

"Ich habe auch in Sachen Druck viele Erfahrungen gemacht, die mir im nächsten Winter bei der Tournee helfen werden", sagte Raimund.

Aktuell fühle ich mich gesundheitlich beschissen. Ich muss jetzt auf meinen Körper hören, die ganze Tournee habe ich ihn ignoriert.

Philipp Raimund, DSV-Springer

Formschwache Routiniers sind im Weltcup dabei

Ob der aktuelle Gesamtweltcup-Vierte beim Weltcup am Wochenende in Zakopane mit von der Partie sein wird, ist genauso unsicher wie der Start von Felix Hoffmann in Polen. "Wir müssen jetzt von Tag zu Tag schauen, was das Knie sagt und wann eine Pause nötig ist", sagte Hoffmann zu seiner Reizung unter der Kniescheibe.

Domen Prevc (Slowenien) fliegt beim ersten Sprung der ersten Station der Vierschanzentournee am 29. Dezember 2025 in Oberstdorf, Deutschland.

Topfavorit Domen Prevc hat das Auftaktspringen der 74. Vierschanzentournee in Oberstdorf gewonnen. Felix Hoffmann belegte als bester Deutscher den dritten Platz, Philipp Raimund wurde Fünfter.

29.12.2025 | 2:44 min

Ex-Team-Weltmeister Pius Paschke (23. der Tournee), Doppel-Olympiasieger Andreas Wellinger (36.) und der fünfmalige Weltmeister Karl Geiger (45.) werden trotz ihres Tournee-Absturzes am Wochenende im Weltcup wieder mit von der Partie sein.

Ziel bei der Skiflug-WM ist eine Teammedaille

Eine Trainingsphase zum Neuaufbau ist für Wellinger und Paschke erst an Stelle des Weltcups im japanischen Sapporo (17./18. Januar) geplant. Die beiden schwächelnden Routiniers sollen bei der Skiflug-Heim-WM in Oberstdorf (23. bis 25. Januar) wieder konkurrenzfähig sein.

Dort hat Chefcoach Horngacher eine Teammedaille als Ziel ausgegeben - was mit Blick auf die aktuelle Leistungsstärke von Österreich (fünf Springer unter den Top elf der Tournee), Japan (zwei unter den Top fünf) und den von Überflieger Prevc angeführten Slowenen momentan illusorisch erscheint.

Horngacher will in seiner Amtszeit noch etwas erreichen

Doch Horngacher hat in seiner Amtszeit vor Großereignissen immer mal wieder wahre Wunder vollbracht. So wie bei der Nordischen Ski-WM im vergangenen Winter, als Andreas Wellinger nach einer ebenfalls verpatzten Tournee Silber gewann.

Hokuspokus machen wir nicht. Aber die Hoffnung bleibt. Wir sind ein eingeschworenes Team mit viel Erfahrung in solchen Situationen.

Bundestrainer Stefan Horngacher

Der Bundestrainer hat für seine Springer in Sachen Material für die anstehenden Höhepunkte noch Pfeile im Köcher.

Der Österreicher will nicht aufgeben, auch wenn ihm die aktuelle Situation zum Finale seiner Amtszeit alles abverlangt: "Mit der Konstanz von Felix und Philipp bin ich am meisten zufrieden. Und die drei anderen machen kleine Schritte nach vorn - das stimmt uns munter für die nächste Zeit", so Horngacher im ZDF.

Ren Niakido am 04.01.26

Der Japaner Ren Nikaido springt auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck zum ersten Weltcupsieg - vor Tournee-Dominator Domen Prevc. Felix Hoffmann ist als Fünfter bester Deutscher.

04.01.2026 | 2:39 min

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD/ZDF am 07.01.2026 ab 5:30 Uhr und ZDFsportstudio in dem Beitrag "Horngacher: 'Mit Konstanz am meisten zufrieden'" am 06.01.2026 um 19:24 Uhr.

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