Zweiter Finaltag bei der Ruder-EM:Zeidler holt vierten EM-Titel - Silber für DRV-Achter
Oliver Zeidler ist zum vierten Mal Europameister im Einer geworden. Auch der DRV-Achter feierte bei der EM endlich wieder ein Erfolgserlebnis.
Oliver Zeidler hat bei der EM in Varese einmal mehr seine Klasse unter Beweis gestellt.
Quelle: dpaOliver Zeidler hat sich bei der Ruder-EM in Varese/Italien im Einer souverän vor Titelverteidiger Jauhen Salaty (Belarus) durchgesetzt, der unter neutraler Flagge startete. Bronze ging an Weltmeister Stefanos Ntouskos (Griechenland).
Am ersten Finaltag der Ruder-EM hat der deutsche Männer-Doppelvierer erstmals seit 13 Jahren wieder Gold gewonnen. Daneben gab es noch zahlreiche weitere Medaillen.
01.08.2026 | 0:43 minZuvor hatte der 30-jährige 2019, 2021 und 2024 den EM-Titel geholt. 2025 verzichtete er wegen seines Studiums auf die Europameisterschaften.
EM-Rekord schon wieder verbessert
Dem Rennen am Sonntag war eine Geduldsprobe vorausgegangen. Das Wetter stoppte Zeidler und seine Konkurrenten. Ein Gewitter zog über die Lombardei hinweg, mit einer Stunde Verspätung ging es los, und Zeidler übernahm schnell die Führung. Die baute er bis ins Ziel kontinuierlich aus. Dabei verbesserte er den EM-Rekord, den er erst im Halbfinale aufgestellt hatte, auf 6:36,39 Minuten.
Oliver Zeidler hat beim Ruder-Weltcup in Luzern seinen zweiten Saisonsieg gefeiert. Der Deutschland-Achter verpasste das Podium knapp.
28.06.2026 | 3:06 minSalaty lag nach 2.000 Metern 3,55 Sekunden zurück, Ntouskos 4,58 - Ruderwelten. Für Zeidler war die EM allerdings nur ein "Gradmesser" auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt.
Bei den Weltmeisterschaften in Amsterdam (24. bis 30. August) rudert der Ausnahmeathlet ebenfalls um seinen vierten Titel. Zeidlers großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, bei denen er nach Paris sein zweites Gold holen will.
Deutschland-Achter holt Siber
Auch der Deutschland-Achter gewann die erhoffte Medaille. Das einstige Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) kam hinter Rumänien auf Platz zwei (+2,90 Sekunden). Bronze ging an Italien. Auf den ersten Sieg bei einer internationalen Meisterschaft seit dem EM-Titel 2020 muss das DRV-Großboot weiter warten.
Auf dem Lago di Varese fehlten Olympiasieger Großbritannien und Weltmeister Niederlande. Zum Aufeinandertreffen mit den beiden Top-Nationen kommt es erst bei der WM.
Rumänien am Ende zu stark
Der deutsche Achter hatte nach den vierten Plätzen bei den Weltcups in Sevilla und Luzern vor der EM eine Umstellung vorgenommen: Neu im Boot saß Frederik Breuer, der die Position des Schlagmanns übernahm. Mit Breuer war der Achter im Bahnverteilungsrennen auf Platz zwei hinter Rumänien gekommen.
Zwei Tage später war der Favorit wieder zu stark. Auf den ersten 1.000 Metern hielt Deutschland noch mit, doch auf der zweiten Hälfte setzten sich die Rumänen Schlag für Schlag ab und sicherten sich deutlich ihren ersten EM-Titel im Achter.
Deutschlands Frauen-Achter auf dem letzten Platz
Der deutsche Frauen-Achter verpasste beim Sieg Rumäniens wenig später das Podest und belegte im nur vier Boote umfassenden Feld den letzten Platz. Weitere Medaillen für den Deutschen Ruderverband (DRV) holten Fabio Kress mit Silber im nicht-olympischen Leichtgewichts-Männer-Einer sowie Kathrin Marchand und Valentin Luz mit Gold im Para-Mixed-Doppelzweier (PR3).
Zum Abschluss der Titelkämpfe gewann Deutschland zudem bei der EM-Premiere im Mixed-Achter und Mixed-Doppelzweier, die perspektivisch olympisch werden könnten, jeweils Silber. In den geschlechtsgemischten Bootsklassen dürfen ausschließlich Athletinnen und Athleten starten, die bereits zuvor in einer anderen Bootsklasse im Einsatz waren.
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