UEFA: Vertrauen in Infantino verloren - Konsequenzen gefordert

Nach Scheitern des Infantino-Plans:UEFA fordert personelle Konsequenzen in der FIFA

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Die FIFA verwirft den umstrittenen Investoren-Plan ihres Chefs Gianni Infantino. Der Ärger ist damit noch lange nicht aus der Welt, denn die UEFA holt zu einem Rundumschlag aus.

Fußball-EM 2024, Schweiz - Italien: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (links) und FIFA-Präsident Gianni Infantino stehen nebeneinander auf der Tribüne des Berliner Olympiastadions

Die UEFA um Präsident Aleksander Ceferin (links) hat den Machtkampf mit der FIFA ausgerufen, rechts deren Präsident Gianni Infantino.

Quelle: Imago / PA Images / Nick Potts

Die Europäische Fußball-Union und der DFB haben den Weltverband FIFA auch nach der Aufgabe der Investorenplänen hart attackiert. "Die derzeitige FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie", teilte der Kontinentalverband mit. Heftige Kritik kommt auch vom Deutschen Fußball-Bund. Dessen Päsident Bernd Neuendorf erklärte, man müsse nun "gemeinsam mit der UEFA und anderen Konföderationen dafür sorgen, dass bei der FIFA eine grundsätzlich andere Kultur einzieht".

Gegenwind für Infantino aus fast allen Kontinentalverbänden

Dass die FIFA um Präsident Gianni Infantino zuvor ihre Pläne verworfen hatte, die kommerziellen WM-Rechte an Investoren zu verkaufen, begrüßte die UEFA.

 Gianni Infantino, der FIFA Präsident.

Einen Sturm der Entrüstung hatte Gianni Infantino für seinen Investoren-Plan ausgelöst. Nun zieht der FIFA-Präsident die Notbremse und gibt sein Vorhaben auf.

01.08.2026 | 1:08 min

Der FIFA-Entscheidung waren massive Proteste vor allem aus Europa vorausgegangen - aber auch die Kontinentalverbände in Asien sowie Nord- und Mittelamerika lehnten Infantinos Pläne ab. Der Schweizer steht heftig unter Druck, viele in der Fußball-Welt und selbst der Politik fordern seinen Rücktritt.

Die UEFA schrieb dazu: "Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er eingefädelt und anschließend durchzusetzen versucht hat, war das genaue Gegenteil von Transparenz."

Infantino habe es zudem nicht geschafft, die milliardenschweren Rücklagen der FIFA den Verbänden und damit dem Fußball zukommen zu lassen.

Bernd Neuendorf

DFB-Präsident Neuendorf nennt den geplanten FIFA-Investoren-Deal ein "fatales Zeichen". Das FIFA-Council habe aus der Presse davon erfahren. Er bringt einen WM-Boykott ins Spiel.

29.07.2026 | 8:52 min

UEFA: Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

"So können wir nicht weitermachen - mit geheimen Machenschaften, die im Eiltempo von gesichtslosen Individuen ausgeheckt werden und deren Nutzen für den Sport fragwürdig ist", hieß es dazu bei der UEFA:

Wir müssen die Verantwortlichen ausfindig machen und sie zur Rechenschaft ziehen.

UEFA in einer Erklärung

Gianni Infantino spricht in ein Mikrofon vor einem grünen Hintergrund

Die UEFA-Mitgliedsländer haben einstimmig für einen möglichen WM-Boykott gestimmt. Hintergrund ist ein geplanter Investorendeal, den die FIFA vor wenigen Tagen verkündet hatte.

30.07.2026 | 2:10 min

Der europäische Verband kündigte an, unmittelbar mit Partnern weltweit in den Dialog zu treten, um neue Wege zu finden, die FIFA-Gelder zu verteilen. "Das ist ein Sieg für das ganze Spiel", schrieb die UEFA. "Aber es darf nicht das Ende der Geschichte sein. Der Vorschlag wurde zurückgenommen. Die Aufgabe, das Vertrauen in die FIFA wieder aufzubauen, hat gerade erst begonnen."

DFB-Chef fordert "lückenlose" Aufklärung

Auch der DFB fährt gegen Infantino schwere Geschütze auf. "Die Vorgänge rund um dieses von Gianni Infantino initiierte Projekt müssen jetzt lückenlos aufgeklärt werden. Der FIFA-Präsident hat eigenmächtig, intransparent und letztlich auch unverantwortlich im Sinne des Fußballs gehandelt", schreibt DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

Tags zuvor hatte schon UEFA-Vizepräsidentin Lise Klaveness, zugleich Präsidentin des norwegischen Fußballverbandes, Druck auf Infantino gemacht: "Mein klarer Eindruck ist, dass er sehr viel Vertrauen verloren hat", sagte die als Infantino-Kritikerin bekannte Juristin am Freitag in Oslo. Auch habe der FIFA-Boss seine Kandidatur auf Wiederwahl "durch diesen Vorfall nicht gestärkt".

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Quelle: Reuters

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem heute Xpress am 01.08.2026 ab 11:55 Uhr.

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