BDR-Team für Mixed-Zeitfahren gerüstet:Rad-WM: Deutsches Sextett auf Medaillenkurs
von Stephan Klemm
Das deutsche Mixed-Team gehört nicht zuletzt dank seiner drei Starterinnen zum Kreis der Favoriten. Im Einzelzeitfahren gewann die deutsche Meisterin Franziska Koch bereits Bronze.
Auf ihr ruhen auch im Mixed-Team-Zeitfahren die Hoffnungen der deutschen Mannschaft: Franziska Koch
Quelle: ImagoErst seit 2019 hat der Radsport-Weltverband eine Mixed-Staffel in das Programm seiner WM-Rennen integriert. Es starten dabei jeweils drei Männer und drei Frauen in der Disziplin Zeitfahren. Die Trios rasen abwechselnd über den identischen Parcours.
In Montreal wird am Dienstag die siebte Entscheidung in dieser Radsport-Variante abgewunken. 2020 wurde dieser Wettbewerb wegen der Corona-Pandemie nicht ausgetragen. In Kanada zählt das deutsche Team zu den Favoriten - und das nicht zuletzt wegen der drei Frauen im Team.
Koch und Niedermaier präsentieren sich in Top-Form
German Cycling hat für den flachen Rouleur-Kurs neben Ricarda Bauernfeind noch Antonia Niedermaier und Franziska Koch aufgeboten, die am Sonntag auch schon im Einzelzeitfahren im Einsatz waren. Koch brillierte dort als Dritte, was zeigt, wie gut sie mit dem Kurs zurecht kommt. Niedermaier belegte Rang sieben, auch das ist ein Ergebnis, das auf eine starke weibliche Performance auf dem 20 Kilometer langen Mixed-Kurs hindeutet.
Franziska Koch hat zum Auftakt der Radsport-WM die Bronzemedaille im Zeitfahren geholt. Nur Siegerin Marlen Reusser und Zoe Backstedt waren nach 39,2 Kilometern durch Montreal schneller.
20.09.2026 | 0:25 minBei den Männern waren Max Walscheid und Jasha Sütterlin ebenfalls bereits beim individuellen Kampf gegen die Uhr dabei, mit wechselhaftem Ergebnis: Platz 14 für Sütterlin, Rang 27 für Walscheid. Zu dem Duo kommt noch der erfahrene Nikias Arndt hinzu. Das Rennen startet um 14:30 Uhr, die Entscheidung fällt gegen 17:15 Uhr (ZDF-Livestream).
Das Ziel der Bundestrainer ist eine Medaille
Arndt und Walscheid waren 2021 im belgischen Brügge bereits dabei, als das deutsche Team im zweiten Mixed-WM-Rennen den Titel gewann. Um eine Platzierung auf dem Podium geht es für die deutschen Starterinnen und Starter auch diesmal. Das jedenfalls ist der Anspruch, den die Bundestrainer André Korff (Frauen) und Jens Zemke (Männer) im Gespräch mit ZDFheute formulieren.
"Meine Starterinnen spiegeln mir, dass sie extrem motiviert sind", sagt Korff. Das Ziel sei "definitiv, eine Medaille zu holen", zumal sich vor allem Koch und Niedermaier derzeit in exzellenter Form präsentieren.
Zusammen mit den Jungs bringen wir enorm viel Watt auf die Straße.
André Korff, Frauen-Bundestrainer
Bauernfeind und Koch gewannen 2023 in Glasgow bereits Bronze mit dem Mixed-Team.
Sehen Sie das Einzelzeitfahren der Frauen bei der Straßenrad-WM im kanadischen Montreal im Livestream. Kommentar: Andreas Kürten, Experte: Simon Geschke.
20.09.2026 | 141:14 minAustralien ist Titelverteidiger, die Schweiz der Topfavorit
Jens Zemke wiederum hat mit Walscheid, Sütterlin und Arndt "drei richtige Hünen" berufen, die seiner Meinung nach prädestiniert für den Kurs in Montreal sind. Dass die Ergebnisse im Einzel sehr durchwachsen waren, hat er auch registriert, verweist aber darauf, dass sein Trio über "Erfahrung auf der Bahn verfügt. Die Drei können daher schnell um Kurven fahren, und davon haben wir einige im Parcours." Die geforderte Strecke sei mit zweimal 20 Kilometern "nicht so lang, da können wir wirklich gut performen. Deshalb sehe ich es wie André: Unser Anspruch ist es, eine Medaille zu gewinnen", sagt Zemke.
In den vergangenen beiden Jahren war Australiens Staffel jeweils die beste. Aber Korff und Zemke sind sich einig, dass diesmal die Staffel der Schweiz, die zuletzt 2023 in Glasgow Gold gewann, der Titelfavorit ist. Bei den Frauen startet Weltmeisterin Marlen Reusser, die in der Lage ist, einen Dreierzug mit großer Kraft zu führen. Bei den Männern kommen unter anderem die Spezialisten Stefan Küng und Mauro Schmid hinzu.
Gestiegener Stellenwert bei WM, Nachholbedarf bei EM
18 Nationen sind diesmal dabei, "das zeigt, dass der Stellenwert des Mixed-Wettbewerbs gestiegen ist", sagt Zemke. Allerdings gelte das vor allem für die WM. Bei der EM waren im Vorjahr nur sieben Nationen am Start, "davon aber nur vier wirklich gute", erinnert sich Zemke.
Das sei keine gute Entwicklung, denn auf diese Weise verliere eine sehr telegene Disziplin an Attraktivität. Und das sei schade, "denn bei der WM sehen wir regelmäßig spannende Mixed-Wettkämpfe. Das wird diesmal gewiss wieder so werden."
Sehen Sie das Einzelzeitfahren der Männer bei der Straßenrad-WM im kanadischen Montreal im Livestream. Kommentar: Felix Tusche, Experte: Simon Geschke.
22.09.2026