Gesa Krause: Bereit für die Krönung bei der Leichtathletik-EM

Titelhoffnung über 3.000-Meter-Hindernis:Gesa Krause: Bereit für Krönung bei der Leichtathletik-EM

von Johannes Fischer

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Gesa Krause ist zurück und so selbstbewusst wie lange nicht. Bei der EM greift die 34-Jährige nach ihrem dritten EM-Titel. Auch Lea Meyer und Olivia Gürth sind in Form.

Leichtathletikerin Gesa Felicitas Krause trägt eine aufblasbare Krone am 26.07.2026 bei der Deutschen Meisterschaft im Lohrheidestadion in Bochum.

Gesa Felicitas Krause hofft nach ihrem Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft auch bei der EM auf den Titel.

Quelle: dpa

Gesa Krause setzte sich in Wattenscheid die Plastikkrone auf und zeigte selbstbewusst auf sich. Zum siebten Mal deutsche Meisterin über 3.000-Meter-Hindernis, dazu ein Meisterschaftsrekord in 9:24,40 Minuten - die 34-Jährige ist zurück. Und sie fühlt sich, wie sie sagt, "so gut wie nie zuvor".

Nun wartet in Birmingham die nächste Krönung. Am Donnerstagabend (21.29 Uhr, live im ZDF) geht es für Krause um Gold bei der Europameisterschaft.

Auch Lea Meyer und Olivia Gürth im Finale

Als Zweite im Vorlauf unterstrich sie ihre Medaillenambitionen. Es wäre ihr dritter EM-Titel nach 2016 und 2018. "Das Ziel ist eine Medaille", sagte sie vor der Reise nach Birmingham. Und dann fügte sie hinzu: "Ich hoffe, dass es die Farbe sein wird, die mir am besten gefällt." Gold also.

Neben Krause schafften es auch Lea Meyer und Olivia Gürth ins Finale.

Julian Weber  (USC Mainz).

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Deutsches Trio auf Medaillenjagd

Die Favoritenrolle ist allerdings nicht so eindeutig verteilt, wie Krauses sieben deutsche Meistertitel vermuten lassen. Europas schnellste Läuferin in diesem Jahr kommt aus England - und dürfte im heimischen Alexander Stadium besonders motiviert sein: Elise Thorner. Die 25-Jährige setzte bei den Commonwealth Games in Glasgow Ende Juli ein Ausrufezeichen.

In 9:05,45 Minuten gewann sie Silber hinter der Kenianerin Faith Cherotich und verbesserte ihre persönliche Bestzeit deutlich.

Für Krause ist das eine interessante Ausgangslage. Denn sie hat in Wattenscheid gezeigt, dass sie noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen ist. 9:24,40 Minuten bedeuteten zwar keinen Angriff auf ihren deutschen Rekord von 9:03,30, aber einen Meisterschaftsrekord - und vor allem einen souveränen Sieg. Olivia Gürth lief als Zweite 9:27,08, Lea Meyer wurde in 9:30,96 Dritte.

Fragezeichen um Titelverteidigerin

Gerade Meyer könnte in Birmingham ebenfalls zur ernsthaften Medaillenkandidatin werden. Die 28-Jährige, die bei der EM in München 2022 Silber holte, verfügt über große internationale Erfahrung und kann in einem taktisch geprägten Rennen ihre Stärken ausspielen. Chancenlos dürfte auch Gürth nicht sein, deren Formkurve zuletzt deutlich nach oben zeigte.

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Und dann ist da noch Alice Finot. Die Französin reist als Titelverteidigerin nach Birmingham - allerdings mit einem Fragezeichen. Die 35-Jährige, die 2024 in Paris mit 8:58,67 Minuten Europarekord lief, hat bislang eine schwierige Saison.

Krause bringt viel Erfahrung mit

Ihre Jahresbestzeit steht bei 9:26,74 Minuten. Auch wenn sie damit deutlich hinter Thorner und dem deutschen Trio liegt, sollte man sie keineswegs abschreiben.

Krause wiederum bringt nicht nur Erfahrung mit, sondern auch eine bemerkenswerte Gelassenheit. Nach der Geburt ihrer Tochter Lola hat sie ihren Weg zurückgefunden, inzwischen lebt sie wieder mit ihrer Familie in Dillenburg.

Früher sei sie "sehr fokussiert und zu verkopft" gewesen, erzählte sie. Heute versucht sie, mehr im Hier und Jetzt zu leben. Gleichzeitig bleibt sie ein "Planer, ein Kontrollfreak", wie sie selbst sagt.

"Beweisen, dass ich so gut bin wie nie zuvor"

Das zeigte sich auch in Wattenscheid: Obwohl sie alles gewonnen hat, was es auf nationaler Ebene zu gewinnen gibt, war sie vor dem Rennen extrem angespannt. "Für mich gab es eigentlich nichts anderes als das Ziel, heute zu gewinnen", sagte sie danach. Genau dieser Ehrgeiz treibt sie weiter an.

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Denn Krause muss niemandem mehr etwas beweisen. Nicht nach zwei EM-Titeln, zwei WM-Bronzemedaillen und ihrer langen Karriere.

Ich möchte mir selbst noch beweisen, dass ich so gut bin wie nie zuvor.

Gesa Krause

In Birmingham bekommt sie dafür die passende Bühne. Thorner kommt mit der schnellsten Zeit, Finot mit dem Titel, Gürth und Meyer mit Medaillenambitionen - und Krause mit der Überzeugung, dass sie genau hierhergehört. Vielleicht setzt sie sich am Ende wieder die Krone auf.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in dem Beitrag "Deutschlands Stars sind bereit für Leichtathletik-EM" am 09.08.2026 um 15:46 Uhr.
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