Hürden-Spektakel in Diamond League:Dos Santos und Russell laufen in Zürich Weltrekorde
Alison dos Santos und Masai Russell sprinteten in Zürich zu Weltrekorden. Der Brasilianer lief über 400 Meter Hürden allen davon. Die US-Amerikanerin verzauberte über 100 Meter.
Die Leichtathletik-Weltelite trifft sich beim traditionsreichen Diamond-League-Meeting „Weltklasse Zürich“ im Letzigrund. Frisch gebackene Europameister kämpfen um Punkte im Saisonendspurt.
27.08.2026 | 118:45 minIn einer Nacht der Weltrekorde haben die Hürdenläufer Alison Dos Santos und Masai Russell die Leichtathletik-Szene in Ekstase versetzt. Erst löste der Brasilianer Dos Santos beim Meeting der Diamond League in Zürich über die Stadionrunde in 45,80 Sekunden den Norweger Karsten Warholm um 14 Hundertstel ab, dann lief auch die US-Olympiasiegerin Russell wenige Minuten später über die 100 m zu einer neuen Bestzeit.
Karten Warholm, der in der Schweiz Zweiter wurde, hatte die alte Bestmarke bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 aufgestellt. "Ich habe es geschafft, ich habe es geschafft", sagte Dos Santos nach seinem Fabellauf, den er mit der brasilianischen Flagge feierte.
Beim Diamond-League-Meeting in Oslo hat sich Alison dos Santos über die 400 Meter Hürden gegen Karsten Warholm durchgesetzt. Über 800 Meter triumphierte Cooper Lutkenhaus.
10.06.2026 | 7:57 minDos Santos: "Ich bin so stolz und glücklich"
Im norwegischen Rundfunk ergänzte der Rekordmann: "Wir haben so lange davon geredet, jetzt haben wir es geschafft. Ich bin so stolz und glücklich. Ich habe davon so lange geträumt."
Ich glaube, ich kann das noch besser. Ich weiß, ich kann noch schneller laufen.
Alison Dos Santos nach seinem Weltrekord
Warholm sagte anerkennend: "Er war brillant. Es ist unglaublich. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es war ein verrückter Wettkampf." Der 30-Jährige kam in 46,69 Sekunden ins Ziel. Der Nigerianer Ezekiel Nathaniel lief in 46,50 Sekunden auf Rang drei. Dos Santos' bisher größter Erfolg ist der Weltmeistertitel von 2021 in Eugene. In Paris holte er zudem Olympia-Bronze.
Knackte in Zürich über die 100 Meter Hürden die alte Bestmarke: Masai Russell (USA)
Quelle: imagoRussel, die Amusan in der Schweiz auf Platz zwei verwies, wandte sich nach ihrem Rekord an ihre Kritiker. "Ich bin sprachlos. Das war verrückt, das war episch", sagte die Paris-Siegerin:
So viele Leute haben das ganze Jahr gesagt, Du wirst den Weltrekord nicht brechen. Und deshalb war meine Reaktion im Ziel: Na, was sagt ihr jetzt?
Masai Russell
Den Deutschen gehörten in Zürich nur die Nebenrollen. Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause lief über die 3000 m auf Rang sechs. Lea Meyer, die bei der EM auf Medaillenkurs liegend in einen Wassergraben gestürzt war und Krause anschließend zunächst deutlich kritisiert hatte, kam direkt dahinter auf dem siebten Platz vor der EM-Dritten Olivia Gürth ins Ziel.
Bei den Männern wurde Robert Farken über die 1500 m Achter. Thomas Röhler, Speerwurf-Olympiasieger von Rio, landete ebenfalls auf dem achten Rang.