Ghost Pairing auf WhatsApp:WhatsApp-Betrug: Wie Sie die neue Masche erkennen
von Christoph Voigt
Eine Abstimmungsbitte auf WhatsApp kann der Start einer Betrugsmasche sein. Im schlimmsten Fall verlieren Opfer den Zugriff auf ihr Konto und Geld. So können Sie sich schützen.
Über WhatsApp versuchen Kriminelle an sensible Daten zu gelangen. Dabei tarnen sich die Täter als Freunde oder Bekannte. Wie funktioniert die Masche und wie kann man sich schützen?
17.09.2026 | 0:45 min"Hallo, könntest du für Franziska stimmen? Sie ist die Tochter meiner Freunde, der erste Preis ist ein kostenloser Tanzkurs, und das ist sehr wichtig für sie!" Nach Angaben von Cybercrime-Experte Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale NRW habe mit genau dieser Nachricht im August 2027 eine Betrugsmasche begonnen, die auch unter dem Namen "Ghost Pairing" bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der Kriminelle auf WhatsApp-Konten zugreifen können.
Die Täter verändern die Details immer wieder, damit die Masche nicht sofort auffällt. "Inzwischen gibt es viele weitere Mädchennamen: Eliska, Emma, Klara, Marlies, Mia oder Sophia, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch der angebliche Preis variiert. Es könne ebenso ein Stipendium oder ein Fotokurs sein", berichtet der Experte.
Bundesbildungsministerin Prien will auch Messenger regulieren. Der Deutsche Lehrerverband hält ein Verbot für unrealistisch. Anlass der Debatte sind Probleme wie Mobbing-Fälle in Klassenchats.
20.03.2026 | 0:31 minSo funktioniert der WhatsApp-Betrug
Zunächst erhalten Betroffene eine WhatsApp-Nachricht von einem vertrauten Kontakt. Immer gleich: Ein Link führt zu einer vermeintlichen Abstimmungsseite. Dort sollen persönliche Daten und eine Telefonnummer eingegeben werden. Anschließend fordern die Betrüger einen Bestätigungscode an, der auf dem Smartphone des Opfers eingeht.
Wer den Code weitergibt, ermöglicht den Kriminellen, das WhatsApp-Konto mit einem weiteren Gerät zu verknüpfen. Dadurch können diese auf Chats und Kontakte zugreifen und anschließend selbst Nachrichten an weitere Personen verschicken. So verbreitet sich die Masche immer weiter.
Laut Bundeskriminalamt hat die Cyberkriminalität in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf über 200 Milliarden Euro.
12.05.2026 | 1:43 minVom Konto-Hack zur Geldforderung
Ist das Konto übernommen, können die Betrüger einen weiteren Schritt folgen lassen. Sie schreiben Kontakte des Opfers an und täuschen eine finanzielle Notlage vor. So behaupten sie beispielsweise, kurzfristig Geld für eine medizinische Behandlung zu benötigen und schicken einen Überweisungslink. Die Nachricht scheint weiterhin vom bekannten Kontakt zu stammen.
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen warnt: Wer daraufhin Geld überweist, fällt erneut auf die Täter herein und das Geld ist unwiederbringlich weg.
Licht, Heizung, Rollläden: Immer mehr Geräte im Zuhause sind digital vernetzt. Doch je mehr Technik miteinander kommuniziert, desto größer wird auch die Angriffsfläche für Hacker.
10.03.2026 | 2:34 minSo erkennen Sie den WhatsApp-Betrug
Bei Abstimmungslinks über WhatsApp oder soziale Netzwerke ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale rät, keine Links anzuklicken oder QR-Codes zu scannen, wenn nicht eindeutig klar ist, wer dahintersteckt.
Zudem sollte man niemals einen Kopplungs- oder Bestätigungscode für ein Gerät freigeben, wenn man die Verknüpfung nicht selbst gestartet hat. Diese Codes ermöglichen es Kriminellen, ein fremdes Gerät mit dem eigenen WhatsApp-Konto zu verbinden - und damit die Kontrolle zu übernehmen.
Bei Geldforderungen oder der Bitte um einen Bestätigungscode sollte man den vermeintlichen Absender zunächst telefonisch kontaktieren. Bestehen Zweifel gilt: die Nachricht löschen und nicht antworten.
WhatsApp-Konto zusätzlich absichern
Malte Kirchner, Redakteur bei heise online, empfiehlt weitere Schutzmaßnahmen, darunter die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sie lässt sich direkt in WhatsApp aktivieren.
- WhatsApp auf dem Smartphone öffnen.
- Die Einstellungen aufrufen: beim iPhone unten rechts, bei Android über die drei Punkte oben rechts.
- "Konto" auswählen.
- "Verifizierung in zwei Schritten" öffnen.
- "Aktivieren" beziehungsweise "PIN festlegen" auswählen.
- Eine sechsstellige PIN eingeben und bestätigen.
- Optional eine E-Mail-Adresse hinterlegen.
- Über sie lässt sich die PIN bei Bedarf zurücksetzen.
Als weitere Schutzmaßnahme rät Malte Kirchner zu Passkeys: "Diese sind noch einmal sicherer und für die Nutzer auch angenehmer, da sie sich in der Regel biometrisch einloggen können."
Was tun, wenn das WhatsApp-Konto bereits gehackt wurde?
Wer den Zugriff auf sein WhatsApp-Konto verloren hat, sollte es schnellstmöglich wiederherstellen. Dafür verschickt WhatsApp bei jeder Neuregistrierung einen sechsstelligen Verifizierungscode per SMS oder Anruf. "Wenn das Konto mit dem sechsstelligen Registrierungscode erneut registriert wird, werden andere mit dem Konto verknüpfte Geräte automatisch abgemeldet", erklärt Kirchner.
Passwörter schützen wichtige Daten, dennoch geben sich manche Menschen oft wenig Mühe, ein sicheres Passwort zu erstellen. Was macht ein sicheres Passwort aus und wie oft sollte man es ändern?
30.01.2026 | 2:48 minWichtig ist auch, sein Umfeld schnell zu informieren. So können weitere Betrugsversuche verhindert werden. Außerdem empfiehlt sich eine Anzeige bei der Polizei.
Wer hinter den Betrugsversuchen steckt
Nach Einschätzung der Kriminalpolizei stehen hinter der Masche offenbar Tätergruppen, die auch bei anderen Betrugsformen aktiv sind - etwa bei Schockanrufen oder Fällen, in denen sich Kriminelle als Polizisten ausgeben. Die Ermittler gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus. In einzelnen Fällen entstanden den Betroffenen erhebliche finanzielle Schäden.
Christoph Voigt ist Redakteur der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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