Richtiges Verhalten im Wald:Waldausflug im Sommer: So senken Sie das Waldbrandrisiko
von Jenna Busanny
Hitze und Trockenheit erhöhen die Waldbrandgefahr - oft ist menschliches Verhalten der Auslöser. Diese Hinweise helfen, Brände zu verhindern und im Ernstfall richtig zu handeln.
Auch in Deutschland erhöht Trockenheit die Waldbrandgefahr. In Wesel überwacht die Fire Watch Wälder mit Kameras und Sensoren. Doch entscheidend bleibt, wie sich Menschen im Wald verhalten.
13.07.2026 | 3:32 minWenn es tagelang heiß ist und kaum regnet, wird der Wald zur Zündfläche. Unterwuchs, Gras und Nadelstreu trocknen aus - allein eine Unachtsamkeit kann zur Ursache für einen gefährlichen Brand werden.
"In trockenen Wäldern reicht manchmal ein kleiner Funke, um ein Feuer auszulösen", sagt Peer Cyriacks, Programmleiter Wald beim WWF Deutschland. Hitze und Trockenheit schaffen die Bedingungen, unter denen sich ein Feuer rasant entwickeln kann.
In Deutschland seien Waldbrände laut Cyriacks zu rund 96 Prozent menschengemacht - häufig durch Fahrlässigkeit oder Brandstiftung, aber auch durch Tätigkeiten in Land- und Forstwirtschaft oder entlang von Bahnlinien. Um das Risiko zu verringern, sollte alles vermeiden werden, was Glut, Funken oder Hitze an trockene Vegetation bringt.
Der Wald ist für viele ein Ort zum Durchatmen und Abschalten. Doch es gibt einige Regeln beim Aufenthalt im Wald, die man beachten sollte, um Tiere und Pflanzen nicht zu stören.
19.05.2026 | 4:10 minWaldbrandgefahr vor dem Ausflug prüfen
Vor einem geplanten Ausflug in den Wald kann die aktuelle Lage eingesehen werden: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht den Waldbrandgefahrenindex, der das Brandrisiko mit fünf Stufen von sehr gering bis sehr hoch einschätzt. Zu finden ist dieser auf der Website des DWD sowie in vielen Wetter- und Warn-Apps.
Wichtig sind außerdem lokale Hinweise. "Je nach Region kann es bei sehr hoher Gefahr zu Betretungs- oder Befahrungsverboten kommen, besonders in stark brandgefährdeten Waldgebieten", erklärt Diplom-Forstwirt Christoph Rullmann, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V.. Wer Warnschilder sieht, sollte sie deshalb nicht als "Empfehlung" lesen, sondern als klare Regel.
Achtsames Verhalten im Wald beugt Bränden vor
Im Wald selbst sollten Waldbesucher auf ausgewiesenen Wegen bleiben und Trockenheit als Warnsignal ernst nehmen, mahnt Christoph Rullmann.
Vermeiden Sie alles, was Funken, Glut oder offene Flammen erzeugen kann.
Christoph Rullmann, Diplom-Forstwirt
Lagerfeuer und Grillen seien - wenn überhaupt - nur an gekennzeichneten Stellen erlaubt. Hinweisschilder geben dazu Auskunft. In Phasen großer Trockenheit ist Verzicht die sicherste Variante. Rullmann nennt auch scheinbar harmlose Teelichter als Risiko. Aus Unachtsamkeit könne daraus schnell ein Brand entstehen.
Feuerschalen bringen Lagerfeueratmosphäre in den Garten. Gleichzeitig bergen sie Risiken. Wer eine Feuerschale nutzt, sollte auf den richtigen Standort und eine sachgerechte Handhabung achten.
14.04.2026 | 4:26 minEin weiterer klassischer Brandauslöser: Rauchen. "Unachtsam weggeworfene Zigarettenkippen sind nach wie vor ein großes Thema", so Rullmann. Wer unterwegs ist, sollte deshalb auf das Rauchen verzichten oder zumindest keine Reste wie Zigarettenstummel im Wald zurücklassen. Der Forstwirt verweist auch darauf, dass weggeworfene Glasflaschen unter ungünstigen Bedingungen zur Entstehung eines Feuers beitragen können.
Vorsicht bei der Anreise mit dem Auto
Unterschätzt wird laut WWF außerdem das Parken. "Wild parken ist brandgefährlich", warnt Peer Cyriacks. Heiße Fahrzeugteile wie Katalysator oder Auspuff können trockenes Gras entzünden. Sicherer ist es, ausschließlich offizielle Parkplätze zu nutzen. "Um die Situation zu entspannen, braucht es einen Wetterumschwung mit flächendeckendem Regen und kühleren Temperaturen über mehrere Tage", so der Experte. Ein Schauer oder ein kurzer Starkregen erreiche diesen Effekt nicht.
In großer Hitze ist Vorsicht geboten, ob beim Baden im See, beim Public Viewing oder beim Waldspaziergang, wo die Brandgefahr hoch ist.
26.06.2026 | 7:32 minWenn es brennt: So handeln Sie im Notfall
Bei Rauch oder Flammen zählt in erster Linie der eigene Schutz. Chrsitoph Rullmann warnt davor, "nur mal gucken" zu wollen: "Waldbrände können sich durch Wind schnell ausbreiten und sogar die Richtung wechseln", so der Forstwirt. Entfernen Sie sich zügig aus dem Gefahrenbereich und melden Sie ein Feuer sofort über die Notrufnummer 112. Geben Sie den Standort dabei so genau wie möglich an.
Hilfreich seien laut Christoph Rullmann sogenannte Rettungspunkte im Wald. "Das sind Schilder entlang der Wege mit einer Kennnummer, die bei Feuerwehr und Rettungsdiensten hinterlegt ist", erklärt er. So kann Hilfe im Notfall möglichst schnell an der richtigen Stelle eintreffen.
Einheitliche Nummern für den Notruf :110 und 112: So erreichen Sie schnell Polizei und Feuerwehr
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