Symptome kennen und richtig handeln:Gehirnerschütterung bei Kindern: Was Eltern wissen sollten
von Finn Tönjes
Stürzt ein Kind auf den Kopf, ist der Schreck bei Eltern meist groß. Viele fragen sich: Harmlose Beule oder ernste Gehirnerschütterung? Die wichtigsten Informationen im Überblick.
Kopfverletzungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eltern mit ihren Kindern in die Notaufnahme fahren. Eine neue App testet digitale Wege für die sichere Nachsorge zuhause.
21.05.2026 | 4:55 minOb beim Klettern auf dem Spielplatz, beim Toben im Hochbett oder beim Fahrradfahren - ein Sturz ist bei Kindern schnell passiert. Gehirnerschütterungen gehören zu den Verletzungen bei Kindern, die Katharina Alfen, Kinderärztin am Universitätsklinikum Essen, oft behandelt. Sie weiß, dass ein Unfall des Kindes für Eltern eine Ausnahmesituation darstellt.
Ist man nach einem Sturz des Kindes unsicher oder hat Angst, dann sollte man in jedem Fall in einer Notaufnahme vorstellig werden.
Dr. Katharina Alfen, Kinderärztin
Wie Eltern eine Gehirnerschütterung erkennen, worauf sie achten sollten und wie sie im Notfall richtig reagieren: Wichtige Fragen und Antworten im Überblick.
Das Gehirn ist das komplexeste Organ, das die Natur hervorgebracht hat. Fünf spannende Fragen und Antworten rund um die Schaltzentrale des Körpers.
22.07.2025 | 5:10 minWas ist eine Gehirnerschütterung?
Bei einem Sturz, Stoß oder Schlag auf den Kopf kann es zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns kommen, einem Schädel-Hirn-Trauma. Die milde Form eines Schädel-Hirn-Traumas wird umgangssprachlich auch Gehirnerschütterung genannt.
Stürze bei Freizeit- und Sportaktivitäten sind klassische Ursachen dafür. Eine Krafteinwirkung auf den Kopf sollte immer ernst genommen werden. Denn: Je nach Schweregrad der Verletzung können, wenn auch selten, lebensgefährliche Hirnblutungen auftreten.
Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Kopfschmerzen betroffen. Häufig sind sie dadurch im Alltag eingeschränkt.
05.09.2025 | 1:33 minWas sind typische Symptome einer Gehirnerschütterung bei Kindern?
Schon bei einem moderaten Schädel-Hirn-Trauma kommt es oft zu leichten Bewusstseinsstörungen - ein wichtiger Unterschied zur einfachen Schädelprellung, der Beule. Katharina Alfen rät, sich mit den Symptomen für eine Gehirnerschütterung und dem Krankheitsbild vertraut zu machen.
Es ist wichtig, dass Eltern Warnzeichen eines Schädel-Hirn-Traumas erkennen.
Dr. Katharina Alfen, Leiterin der Kindernotaufnahme, Universitätsklinikum Essen
Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Müdigkeit, Schläfrigkeit sowie neurologische Auffälligkeiten wie Schwindel, Krampfanfälle, Gedächtnisstörungen oder Verhaltensänderungen.
Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 50 Säuglinge, weil sie massiv geschüttelt wurden. Auslöser dafür sind meist Stress und Überforderung. Wie Aufklärung Leben retten kann.
28.04.2025 | 5:15 minSäuglinge und Kleinkinder können ihre Beschwerden noch nicht äußern. Sie sollten daher besonders sorgfältig beobachtet werden. Vermehrtes Weinen oder Schreien können Zeichen für Unwohlsein oder Schmerzen sein. Ebenso kann auffällige Schläfrigkeit auf eine Gehirnerschütterung hinweisen.
Um zu erkennen, ob es sich um eine Gehirnerschütterung handelt, kann der sogenannte K.E.K.S.-Test helfen.
K wie Kopf: Hat das Kind Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit?
E wie Empfindlichkeit: Ist das Kind schnell gereizt?
K wie Konzentration: Kann sich das Kind nicht konzentrieren oder hat es Gedächtnislücken?
S wie Schlaf: Ist das Kind besonders müde oder erschöpft?
Wird bereits eine der Fragen mit "Ja" beantwortet, sollte das Kind ärztlich untersucht werden.
Ist ein Krankenhausbesuch immer notwendig?
Die ersten zwölf Stunden nach dem Unfall sind besonders wichtig, um zu erkennen, ob es sich um eine schwerwiegendere Verletzung handelt. Zeigt das Kind akute Symptome, die auf ein Schädel-Hirn-Trauma hindeuten, sollten Eltern unverzüglich zur Abklärung das Krankenhaus aufsuchen.
Zeigt das Kind keine Auffälligkeiten in dieser Zeit, sollten Eltern es in den nächsten 48 Stunden weiter sorgfältig beobachten. Auch dann können noch Symptome auftreten.
Wie wird eine Gehirnerschütterung bei Kindern behandelt?
Eine Überwachung im Krankenhaus ist bei mildem Schädel-Hirn-Trauma nicht immer medizinisch notwendig. So kann das Kind nach gründlicher Untersuchung in der Notaufnahme bei stabilem Gesundheitszustand wieder entlassen werden.
Kinderärzte raten für zwei Tage zu Ruhe und Schonung, also auf anstrengende körperliche Aktivitäten zu verzichten. Zudem sollte die Bildschirmzeit für die ersten 24 bis 48 Stunden reduziert werden. Leichte Aktivitäten ohne Sturzgefahr sind erlaubt.
Gehirnerschütterungen können zu neurologischen Beeinträchtigungen des Gehirns führen. Diese sind jedoch nicht mittels bildgebender Verfahren sichtbar. Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) kommen dann zum Einsatz, wenn zum Beispiel der Verdacht auf eine Hirnblutung besteht. Für die Untersuchung werden kleinere Kinder oft sediert, damit sie währenddessen ruhig liegen bleiben.
Gehirnerschütterung: App statt Krankenhaus?
Das Universitätsklinikum Essen testet mit elf weiteren Kinderkliniken in dem Forschungsprojekt SaVeBRAIN.Kids eine App zur sicheren ambulanten Versorgung von Kindern mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma.
Das Programm soll Eltern dabei unterstützen, ihr Kind nach der Entlassung aus der Notaufnahme zu Hause regelmäßig zu beobachten. Sie erinnert an Kontrollchecks und warnt, wenn Anzeichen für eine Verschlechterung auftreten. Dann sollen die Eltern erneut in die Notaufnahme fahren.
Ziel ist es, unnötige Klinikaufenthalte zu vermeiden, ohne jedoch die Sicherheit der Kinder zu gefährden. Die Studie ist auf mehrere Jahre angelegt.
In Diagnose-Apps und Symptom-Checkern können Nutzer ihre Beschwerden eingeben. Ein Algorithmus berechnet mögliche Ursachen. Stiftung Warentest hat zehn kostenlose Apps getestet.
14.04.2025 | 2:47 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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