Was Eltern über Gehirn-Erschütterungen wissen sollten
Wenn ein Kind auf den Kopf fällt, haben Eltern oft große Angst.
Sie fragen sich: Ist es nur eine Beule oder hat das Kind eine Gehirn-Erschütterung?
Wir erklären die wichtigsten Dinge dazu.
Kinder fallen oft hin oder stürzen.
Zum Beispiel:
- wenn sie auf dem Spiel-Platz klettern
- wenn sie im Hoch-Bett spielen
- wenn sie Fahrradfahren
Katharina Alfen ist Kinder-Ärztin am Universitäts-Klinikum Essen.
Sie behandelt oft Gehirn-Erschütterungen bei Kindern.
Sie weiß: Ein Unfall mit dem Kind ist für Eltern eine besondere Situation.
Katharina Alfen sagt:
Wenn man nach einem Sturz des Kindes unsicher ist oder Angst hat, sollte man immer in die Not-Aufnahme gehen.
Wir erklären, wie Eltern eine Gehirn-Erschütterung erkennen.
Und was sie im Not-Fall tun sollen.
Was ist eine Gehirn-Erschütterung?
Das Gehirn kann kurz nicht richtig arbeiten, wenn man auf den Kopf fällt oder einen Schlag auf den Kopf bekommt.
Das nennt man Schädel-Hirn-Trauma.
Eine leichte Form davon ist die Gehirn-Erschütterung.
Wenn Kinder spielen oder Sport treiben und dabei stürzen, ist das oft der Grund dafür.
Einen Sturz oder Schlag auf den Kopf muss man immer ernst nehmen.
Manchmal kann es dazu kommen, dass es gefährlich im Gehirn blutet.
Das passiert aber selten.
Welche Anzeichen gibt es für eine Gehirn-Erschütterung?
Schon wenn sich das Gehirn leicht erschüttert hat, kann das Bewusstsein kurz gestört sein.
Das ist nicht so bei einer einfachen Beule.
Katharina Alfen ist die Leiterin der Kinder-Not-Aufnahme am Universitäts-Klinikum Essen.
Sie sagt: Es ist wichtig, dass Symptome für eine Gehirn-Erschütterung erkennen.
Typische Anzeichen sind:
- Kopf-Schmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Empfindlichkeit bei Licht und Lärm
- Müdigkeit und Schläfrigkeit
- Schwindel
- Krampf-Anfälle
- Gedächtnis-Störungen
- wenn sich das Verhalten vom Kind ändert
Babys und kleine Kinder können nicht sagen, was ihnen weh tut.
Man muss sie besonders gut beobachten.
Wenn sie viel weinen oder schreien, kann das ein Zeichen für Unwohlsein oder Schmerzen sein.
Auch wenn sie sehr müde sind, kann das auf eine Gehirn-Erschütterung hinweisen.
Der K.E.K.S.-Test
Der K.E.K.S.-Test ist ein Test, der hilft, eine Gehirn-Erschütterung zu erkennen.
- K wie Kopf: Hat das Kind Kopf-Schmerzen, Schwindel oder Übelkeit?
- E wie Empfindlichkeit: Ist das Kindschnellgereizt?
- K wie Konzentration: Kann sich das Kind nicht konzentrieren oder hat es Gedächtnis-Lücken?
- S wie Schlaf: Ist das Kind sehr müde oder erschöpft?
Ein Arzt sollte das Kind untersuchen.
Das gilt, wenn man schon eine dieser Fragen mit "Ja" beantwortet.
Muss man immer ins Krankenhaus?
Die ersten zwölf Stunden nach dem Unfall sind sehr wichtig.
In dieser Zeit kann man erkennen, ob die Verletzung schlimmer ist.
Hat das Kind sofort Anzeichen für ein Schädel-Hirn-Trauma, müssen Eltern sofort ins Kranken-Haus.
Hat das Kind in den ersten zwölf Stunden keine Anzeichen zeigt, sollen Eltern es aber auch in den nächsten 48 Stunden weiter gut beobachten.
Auch später können noch Anzeichen auftreten.
Wie behandeln Ärzte eine Gehirn-Erschütterung?
Wenn sich das Gehirn leicht erschüttert hat, muss man nicht immer im Kranken-Haus bleiben.
Das Kind kann nach Hause gehen. Das ist möglich, wenn es ihm gut geht. Ärzte haben es in der Not-Aufnahme genau untersucht.
Kinder-Ärzte raten: Das Kind soll sich ausruhen und sich schonen.
Mindestens für zwei Tage.
Das bedeutet: keine anstrengenden körperlichen Aktivitäten.
Auch die Zeit vor dem Bildschirm soll für 24 bis 48 Stunden weniger sein.
Leichte Aktivitäten sind erlaubt, wenn man dabei nicht hinfallen oder stürzen kann.
Bilder vom Gehirn bei Gehirn-Erschütterung
Eine Gehirn-Erschütterung kann die Funktion vom Gehirn beeinträchtigen.
Das kann man aber nicht auf Bildern sehen.
Ärzte machen Bilder wie eine CT (Computer-Tomografie) oder eine MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) nur, wenn sie zum Beispiel vermuten, dass es im Gehirn blutet.
Kleine Kinder bekommen oft ein Mittel, das sie beruhigt.
So bleiben sie bei der Untersuchung ruhig liegen.
Eine App statt Krankenhaus?
Das Universitäts-Klinikum Essen testet zusammen mit elf anderen Kinder-Kliniken in einer Studie eine App.
Eine App ist ein Computer-Programm für das Smart-Phone.
Die App heißt SaVeBRAIN.Kids.
Sie soll Eltern helfen, Kinder mit einer leichten Gehirn-Erschütterung zu Hause zu betreuen.
Die App erinnert daran, dass die Eltern wichtige Dinge kontrollieren.
Sie warnt, wenn es dem Kind schlechter geht.
Dann sollen die Eltern wieder in die Not-Aufnahme fahren.
Das Ziel ist: unnötige Kranken-Haus-Aufenthalte vermeiden.
Dabei dürfen die Kinder aber nicht gefährdet werden.
Die Studie dauert mehrere Jahre.