Welt-Alzheimer-Tag:Alzheimer - Wie lässt sich der Demenz vorbeugen?
von Luisa Luckhaupt
Gegen das Vergessen: Wer früh vorbeugt, bleibt geistig fit und kann sein Gehirn effektiv vor Demenz schützen. Was die aktuelle Forschung im Kampf gegen Alzheimer empfiehlt.
Alzheimer ist nicht heilbar. Allerdings lässt sich das Risiko, daran zu erkranken, fast um die Hälfte reduzieren. Welche Rolle dabei auch Gehör und Zahnhygiene spielen.
21.09.2026 | 5:09 minLaut Deutscher Alzheimer Gesellschaft e. V. leben in Deutschland rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung und jährlich erkranken Hunderttausende neu. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Viele Menschen fragen sich: Kann man sich vor der Erkrankung schützen?
Erste Anzeichen von Alzheimer erkennen
Der vergessene Einkaufszettel, der verlegte Schlüssel oder der Name, der einem plötzlich nicht mehr einfällt: Solche Situationen verunsichern. Doch gelegentliche Vergesslichkeit ist noch kein Grund zur Sorge.
Alzheimer beginnt schleichend. Warum Früherkennung wichtig ist und wie die Demenzerkrankung diagnostiziert wird.
21.09.2025 | 1:31 minErste Warnsignale zeigen sich oft darin, dass Betroffene mitten im Satz den Faden verlieren, vertraute Abläufe nicht mehr sicher bewältigen, ihr Verhalten ändern oder sich in einer gewohnten Umgebung plötzlich schlechter zurechtfinden.
Altersmediziner Johannes Pantel von der Goethe-Universität Frankfurt weiß, wie man frühe Warnsignale von normaler Altersvergesslichkeit unterscheidet. Ein wichtiges Indiz sei das Nachlassen grundlegender mentaler Fähigkeiten.
Die Lernfähigkeit nimmt ab, die sonst bei einem gesunden Gehirn noch bis weit ins hohe Alter erhalten ist.
Prof. Dr. Johannes Pantel, Altersmediziner
Selbst mit sehr viel Anstrengung könne man beispielsweise eine neue Sprache dann nicht mehr erlernen, so Pantel.
Demenz ist keine einzelne, spezifische Krankheit. Es ist ein medizinischer Sammelbegriff für Beschwerden, bei denen das Gedächtnis, das Denken, die Orientierung und die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu meistern, dauerhaft verloren gehen. Die Ursachen dafür sind verschieden. Dazu zählen beispielsweise auch chronische Durchblutungsstörungen im Gehirn (vaskuläre Demenz).
Alzheimer dagegen ist eine eigenständige, bislang unheilbare Erkrankung des Gehirns, bei der Nervenzellen fortschreitend absterben. Sie ist die häufigste Form der Demenz. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen etwa 60 bis 70 Prozent aller weltweiten Demenzfälle auf die Alzheimer-Krankheit zurück.
Laut Alzheimer Forschung e. V. bedeutet das: Jeder Mensch mit Alzheimer entwickelt im Verlauf eine Demenz. Aber nicht jede Demenz wird durch Alzheimer verursacht.
Was bei Alzheimer im Gehirn passiert
Die Krankheit beginnt unbemerkt Jahrzehnte vor den ersten Symptomen. Verantwortlich dafür ist das Eiweiß Beta-Amyloid, das sich im Gehirn zwischen den Nervenzellen ablagert und deren Kommunikation blockiert. Im Zellinneren verändert sich zudem das sogenannte Tau-Protein. Dadurch werden die Nervenzellen geschädigt. Sie sterben schließlich ab.
Die WHO kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko für Demenz um bis zu 45 Prozent verhindert oder reduziert werden kann. Beeinflussbare Risikofaktoren sind unter anderem Tabak- und Alkoholkonsum sowie Bewegungsmangel.
15.07.2026 | 0:37 minSo lässt sich das Alzheimer-Risiko senken
Alzheimer lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit verhindern. Die renommierte Lancet-Kommission hat jedoch nachgewiesen, dass sich fast die Hälfte aller Demenzfälle von veränderbaren Lebensstilfaktoren beeinflussen lässt. So lässt sich das Risiko etwa durch regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie durch den Verzicht auf Nikotin und Alkohol reduzieren.
In Berlin treffen sich Demenzkranke regelmäßig zum Tischtennisspielen. Das Spiel fordert Körper und Geist und kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
27.03.2025 | 1:56 minAuch die Behandlung von Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfetten spielt bei der Prävention von Alzheimer eine wichtige Rolle. Neben diesen Faktoren ist es wichtig, sein Gehirn immer wieder neuen Reizen auszusetzen, um es bis ins hohe Alter geistig fit zu halten.
- Neue Fähigkeiten erlernen: ein Musikinstrument spielen oder eine neue Sprache lernen
- Kreativität und Logik fördern: anspruchsvolle Brettspiele spielen, puzzeln oder neue Kochrezepte ausprobieren
- Soziale Kontakte pflegen: gemeinsame Unternehmungen, Diskussionen und Treffen mit Freunden und Bekannten fordern das Gehirn
Klassische Erinnerungsarbeit für Demenzkranke ist oft aufwendig und zeitintensiv. Wie digitale Technik neue Möglichkeiten schafft und warum sich das positiv auf Betroffene auswirkt.
18.09.2025 | 5:09 minGutes Hören senkt Risiko für Alzheimer
Wer im Alter schlecht hört, nimmt seine Umwelt kaum noch wahr. Dadurch fehlen dem Gehirn wichtige kognitive Reize und Informationen. Die Folge ist ein Abbau der geistigen Fähigkeiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, Schwerhörigkeit frühzeitig durch das Tragen eines Hörgeräts auszugleichen und durch Gehörschutz und regelmäßige Kontrollen der Ohren Prävention zu betreiben.
Alzheimer betrifft viele Menschen. Eine frühe Diagnose kann ein rasches Fortschreiten der Krankheit bremsen. Professor Thomas Duning erklärt, wie man Alzheimer erkennen kann.
19.09.2025 | 4:57 min
Zusammenhang zwischen Schlaf und Alzheimer
Im Schlaf reinigt das sogenannte glymphatische System das Gehirn von schädlichen Stoffwechselprodukten, darunter auch Beta-Amyloid-Eiweiße. Laut Pantel funktioniere diese Selbstreinigung im Alter ohnehin nicht mehr so effizient. Auch die Schlafqualität spiele dabei eine Rolle.
Wenn man schlecht oder zu wenig schläft, wird dieser Reinigungsprozess im Gehirn gestört.
Prof. Dr. Johannes Pantel, Goethe-Universität Frankfurt
Beobachtungsstudien belegen einen Zusammenhang zwischen Demenz und Schlafmangel. Allerdings könnten Schlafstörungen statt Auslöser der Demenz auch ein frühes Symptom einer beginnenden Gehirnveränderung sein, so Pantel. Wer unter massiven Schlafproblemen leidet, sollte dies ärztlich abklären lassen.
Eine neue Studie zeigt: Gute Mundhygiene kann das Risiko einer Demenzerkrankung verringern. Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht erklärt, was Zähneputzen mit Demenz zu tun hat und welche neuen Ansätze die Demenzforschung verfolgt.
19.02.2025 | 5:28 minWarum gesunde Zähne das Gehirn schützen
Zahnfleischentzündungen stehen in Verdacht, das Demenzrisiko zu erhöhen. Die verantwortlichen Bakterien können über die Blutbahn in das Gehirn gelangen und dort möglicherweise Entzündungsprozesse verstärken, die das Absterben von Nervenzellen beschleunigen. Hier muss allerdings noch weiter geforscht werden. Eine gründliche tägliche Zahnpflege und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sollten auch mit Blick auf das Demenzrisiko fester Bestandteil der Vorsorge sein.
Jedes Jahr erhalten weltweit etwa zehn Millionen Menschen die Diagnose Alzheimer. Heilbar ist die Krankheit nicht. Aber Forscher und Ärzte arbeiten daran, den Gedächtnisverlust aufzuhalten.
22.09.2025 | 27:56 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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