Renten im Vergleich: Haben andere Europäer im Alter mehr Geld?

Renten im europäischen Vergleich:Haben andere Rentner in Europa mehr Geld?

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Deutschland wird älter, doch die Rentenversorgung soll stabil bleiben - trotz aller Sparzwänge. Welche Wege gehen andere europäische Länder in der Altersversorgung?

Archiv: Ältere Menschen spielen Boule, ein französisches Rasenspiel, das auf hartem Boden gespielt wird, in Annecy-le-Vieux, Frankreich, 10. Juni 2016.

2023 erhielten die Franzosen im Schnitt eine Rente von 1.666 Euro brutto im Monat. (Archivbild)

Quelle: dpa

Im Ruhestand bequem leben: In Deutschland grübelt momentan eine Kommission darüber, wie das trotz aller Sparzwänge und der älter werdenden Bevölkerung künftig funktionieren soll. Nach der Aufregung über die Ansage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur gesetzlichen Rente als "Basisabsicherung" stellte Sozialministerin Bärbel Bas klar, dass am Ende ein Modell stehen soll, das den Lebensstandard sichert.

1.400 Euro für Männer und 940 Euro für Frauen seien im Europavergleich niedrig, rechnete die Parteivorsitzende der SPD diese Woche in der ARD bei "Maischberger" vor. Vor allem Österreich wird immer wieder als Vorbild genannt. Wie organisieren sich die anderen Nachbarn in Europa? Ein Überblick:

Anke Rehlinger zu Gast bei "Markus Lanz".

Auch bei "Markus Lanz" wurde am Donnerstagabend über die Zukunft der Rente diskutiert.

24.04.2026 | 76:13 min

Die Pension in Österreich

In Österreich liegt die durchschnittliche Rente für Männer bei rund 2.400 Euro, für Frauen bei 1.700 Euro. Dort werden die Rentenbeträge zudem 14 Mal pro Jahr ausbezahlt. Die Erhöhungen richten sich nach der Inflation. Das Regelpensionsalter beträgt für Männer 65 Jahre. Für Frauen wird es bis 2033 schrittweise auf 65 angehoben.

22.04.2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt am 17. Petersberger Klimadialog teil.

Die von Bundeskanzler Merz losgetretene Debatte um die Rente sorgt für Diskussionen – unter anderem forderte der CDU-Sozialflügel-Chef Radtke, man solle aufhören, den Menschen Angst zu machen.

23.04.2026 | 0:32 min

Der Hauptunterschied zu Deutschland: Es wird nicht zwischen Pensionen und Renten unterschieden - Beamte, andere Beschäftigte und Selbstständige zahlen verpflichtend in ein gemeinsames System ein. Das erklärt nach einer Vergleichsrechnung der Deutschen Rentenversicherung etwa 30 Prozent der höheren Zahlbeträge.

Dazu kommt: Der Rentenbeitragssatz liegt bei 22,8 Prozent und damit deutlich höher als die 18,6 Prozent in Deutschland; der Staat schießt mehr Geld in die Rentenkasse zu. Und die Bevölkerung ist im Durchschnitt etwas jünger.

Aber auch in Österreich gilt das System als höchst reformreif. Mit rund 30 Milliarden Euro muss die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben geschlossen werden.

Eine Seniorin hält Euro-Banknoten und Münzen in der Hand

Immer mehr Menschen erreichen das Rentenalter, doch die Rentenkassen sind stark reformbedürftig. Setzen die Deutschen weiter auf die gesetzliche Rente oder sichern sie sich zusätzlich privat ab?

22.04.2026 | 6:12 min

Staats- plus Betriebsrente in den Niederlanden

Als vorbildlich werden oft die Niederlande genannt. Arbeitnehmer zahlen in eine staatliche Versicherung ein, die Staatsrente wird aus den Beiträgen bezahlt. Der Staat gleicht etwaige Defizite aus.

Zum anderen gibt es die Betriebsrente. Etwa 90 Prozent der Arbeitnehmer können darüber verfügen. Arbeitgeber bezahlen im Schnitt zwei Drittel, Arbeitnehmer ein Drittel der Beiträge. Ergänzend gibt es individuelle Rentenversicherungen. Das gesetzliche Rentenalter liegt inzwischen bei 67 Jahren.

Flexibler Renteneintritt in Schweden

In Schweden kann man ab einem bestimmten Alter selbst entscheiden, wann man in Rente geht. Aktuell geht das etwa für die Jahrgänge ab 1963 frühestens mit 64 Jahren. Die Zahl ist an die Lebenserwartung gekoppelt, sie dürfte also steigen. Alle zahlen ein - auch Beamte und Selbstständige.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim Jahresempfang 75 Jahre Bundesverband deutscher Banken e.V.

Mit seiner Aussage, die gesetzliche Rente werde nur noch eine "Basisabsicherung" im Alter sein, sorgt der Kanzler für Diskussionen. Nicht zuletzt innerhalb der eigenen Koalition.

21.04.2026 | 2:53 min

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland: die sogenannte Prämienrente. Von insgesamt 18,5 Prozent Rentenbeitrag geht der größte Teil in ein umlagefinanziertes System wie in Deutschland, aber 2,5 Prozent in die Prämienrente. Die wird in Fonds angelegt, die die Schweden selbst auswählen können.

Frankreich: Reform unter Protest

In Frankreich gingen Menschen Ende 2023 im Schnitt im Alter von 62 Jahren und 9 Monaten in Rente. Ausgezahlt wurde im Schnitt eine Rente von 1.666 Euro brutto im Monat. In dem Jahr war unter massiven Protest beschlossen worden, das gesetzliche Rentenalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre anzuheben. Diese Anhebung wurde inzwischen ausgesetzt.

Tatsächlich begann der Ruhestand für viele aber bereits vor der Reform später - aus finanziellen Gründen: Wer für eine volle Rente nicht lange genug eingezahlt hatte, arbeitete länger. Mit 67 gab es dann unabhängig von der Einzahldauer Rente ohne Abschlag.

SGS- Bethmann-Leifert

Die von Schwarz-Rot eingesetzte Rentenkommission sei so heterogen besetzt, dass im Juni eher mit Kompromissvorschlägen als großen Reformen zu rechnen sei, so Frank Bethmann vom ZDF-Wirtschaftsteam.

22.04.2026 | 2:06 min

Rente mit 68 in Großbritannien

Großbritannien hat das gesetzliche Rentenalter für jüngere Jahrgänge - genauer gesagt für alle ab dem 5. April 1977 Geborene - inzwischen auf 68 Jahre angehoben. Es gibt die Möglichkeit, später in Rente zu gehen und dafür eine Erhöhung oder Abschlagszahlung zu bekommen.

Finanziert wird die staatliche Rente über die sogenannten National-Insurance-Beiträge. Anspruch hat nur, wer mindestens zehn Jahre eingezahlt hat. Die volle Rente von derzeit rund 240 Pfund in der Woche erhält man nach mindestens 35 Beitragsjahren. Als auskömmlich gilt das mit umgerechnet etwa 1.108 Euro für vier Wochen nicht.

Arbeitgeber sind daher verpflichtet, anteilig in eine private Altersvorsorge ihrer Mitarbeitenden einzuzahlen. Die Regierung setzt zudem steuerliche Anreize, um Investitionen in private Rentenfonds zu fördern.

Quelle: dpa
Über die Rentendebatte berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem ZDFheute Xpress am 23.04.2026 um 10:15 Uhr und am 22.04.2026 im ZDF-Mittagsmagazin ab 12:00 Uhr.
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