Merz: Rente nur noch als Basisabsicherung - SPD widerspricht

Uneinigkeit bei geplanter Rentenreform:Merz: Rente nur noch als Basisabsicherung - SPD widerspricht

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Die gesetzliche Rentenversicherung werde "allenfalls noch die Basisabsicherung für das Alter sein", sagt Bundeskanzler Merz - und erntet dafür Kritik vom Koalitionspartner SPD.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim Jahresempfang 75 Jahre Bundesverband deutscher Banken e.V.

Mit seiner Aussage, die gesetzliche Rente werde nur noch eine "Basisabsicherung" im Alter sein, sorgt der Kanzler für Diskussionen. Nicht zuletzt innerhalb der eigenen Koalition.

21.04.2026 | 2:53 min

Forderungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach drastischen Einschnitten bei der gesetzlichen Rente stoßen beim Koalitionspartner SPD auf Widerstand. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kündigte im "Spiegel" Konsequenzen an:

Wenn der Bundeskanzler die gesetzliche Rente auf eine "Basisrente" herunterrasieren will, wird er auf den erbitterten Widerstand der Sozialdemokratie treffen.

Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär

Auch SPD-Chefin Bärbel Bas sah sich im Interview mit dem Magazin zu einer Klarstellung veranlasst: "Eine ordentliche Rente nach einem Leben voller Arbeit ist eine Frage der Leistungsgerechtigkeit."

SGS-Schmiese-Hayali

"Die SPD fühlt sich berufen, auf die Palme zu gehen", so ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese in Berlin. Merz sei nicht vertragstreu bei Themen, die die SPD schmerzen.

21.04.2026 | 2:27 min

Merz: Rente künftig nur noch "Basisabsicherung"

Zuvor hatte der Kanzler Deutschland auf grundlegende Veränderungen bei der Rente eingestimmt. Der CDU-Vorsitzende sagte beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin:

Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.

Friedrich Merz, Bundeskanzler (CDU)

Der Bundestag will mit einer Reform der Riester-Rente die private Altersvorsorge erleichtern.

Ende März hat der Bundestag ein neues, staatlich gefördertes Modell für die private Altersvorsorge beschlossen. Es soll ab 2027 die Riester-Rente ersetzen.

27.03.2026 | 1:21 min

Laut Merz müssten kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung hinzutreten. "Und zwar in weit größerem Umfang, als wir sie gegenwärtig weitgehend auf der Basis von Freiwilligkeit haben."

Kanzler übt Kritik am Koalitionspartner SPD

Die Bundesregierung setze "alles daran, die strukturellen Verwerfungen, die strukturellen Defizite unseres Landes zu beheben", sagte Merz mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Senkung der Energiekosten sowie weitere angestrebte Reformen etwa im Bereich der Einkommensteuer und der Krankenversicherung. Die schwarz-rote Koalition habe in knapp einem Jahr "einiges erreicht, aber wir sind weit davon entfernt, dass es genug ist".

v.l.: Boris Palmer, Anke Rehlinger, Maybrit Illner, Carsten Linnemann, Kristina Dunz, Gabriel Felbermayr

Die Bundesregierung will den Sozialstaat reformieren, die Wirtschaft ankurbeln und Milliarden sparen. Bekommt Schwarz-Rot das hin?

26.03.2026 | 62:18 min

"Ich erwarte von den Sozialdemokraten, dass sie auch manche Blockade auflösen, die wir in den letzten Wochen und Monaten leider immer wieder gehabt haben", betonte der Kanzler.

SPD fordert Einzahlungen auch von Abgeordneten

Derweil signalisierte die SPD am Dienstag einen Verhandlungsspielraum. So habe die Koalition bereits ein Nachfolgemodell für die bisherige Riester-Rente auf den Weg gebracht, erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese, gegenüber RTL.

Der SPD-Politiker forderte aber auch, die Basis derer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, zu verbreitern. So sei er "sehr dafür, dass Bundestagsabgeordnete einzahlen".

Archiv: Ein Älteres Ehepaar beim Spaziergang

Ab Januar soll es neue Möglichkeiten geben, privat und staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Der Bundestag hat einen Nachfolger für die immer unbeliebtere Riester-Rente beschlossen.

27.03.2026 | 2:52 min

Spahn zu Rentendebatte: "Ungeduld des Kanzlers"

Rückhalt fand der Kanzler in den eigenen Reihen. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) mahnte die Koalition, jetzt zur Einigung in den anstehenden Reformprojekten zu kommen. Die Äußerungen von Merz erklärte Spahn auch mit einer "Ungeduld des Kanzlers", für die er Verständnis habe.

In der Sitzung der Unionsfraktion räumte Spahn nach Teilnehmerangaben ein, dass sich die Koalition in einer schwierigen Lage befinde. Sie habe zwar schon einiges entschieden - es reiche aber noch nicht, das schlage sich auf die Stimmung nieder.

Friedrich Merz und Jens Spahn

Lange hat die Unionsfraktion über das Rentenpaket gestritten. Die Mehrheiten für das Paket innerhalb von CDU/CSU waren über Wochen nicht sicher.

02.12.2025 | 27:11 min

Grüne und Linke kritisieren Basisabsicherung

Außerhalb der Koalition erntete Merz' Vorschlag scharfe Kritik. "Die Aussagen des Kanzlers sind eine Kampfansage an die Millionen hart arbeitenden Menschen im Land", sagte Linken-Chefin Ines Schwerdtner am Dienstag der "Rheinischen Post". Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch warnte derweil vor "einem Abriss des ganzen Rentensystems".

Quelle: AFP, dpa, KNA
Über das Thema berichtete das ZDF heute journal am 21.04.2026 ab 21:45 Uhr.

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