Bas: Renten steigen im Juli um 4,24 Prozent

Plus von fast 78 Euro für Standardrente:Bas: Renten steigen im Juli um 4,24 Prozent

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Die Bezüge der rund 21 Millionen Rentner in Deutschland sollen zum 1. Juli um 4,24 Prozent steigen. "Ordentliche Renten sind kein Luxus", sagte Arbeitsministerin Bas.

Mann mit Euroscheinen in der Hand

Zum 1. Juli steigt die Rente in Deutschland um 4,24 Prozent. Als Grund für die Erhöhung nennt Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas die positive Lohnentwicklung.

05.03.2026 | 0:15 min

Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erhalten vom 1. Juli 2026 an deutlich mehr Geld. Ihre Bezüge steigen um 4,24 Prozent, wie Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) in Berlin ankündigte. "Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer spürbaren Rentenanpassung, mit der die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck kommt", sagte die SPD-Co-Chefin. Dies sei eine gute Nachricht.

Die Erhöhung muss nun noch formal von Bundeskabinett und Bundesrat gebilligt werden, damit sie am 1. Juli in Kraft treten kann.

Ein alter Mann schaut geradeaus.

Die demographische Entwicklung stellt das Rentensystem vor immer größere Probleme.

16.02.2026 | 1:47 min

Rentenkassen mit Mehrausgaben in Milliardenhöhe

Infolge der Erhöhung steigt zum Beispiel eine monatliche Rente von 1.000 Euro um 42,40 Euro. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeute die Rentenanpassung einen Anstieg um 77,85 Euro im Monat, so das Ministerium.

Den Rentenkassen beschert die Erhöhung jährliche Mehrausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe. Konkret beziffert werden diese Mehrausgaben erst in einer Verordnung zur Rentenanpassung, die von der Bundesregierung noch beschlossen werden muss.

Im vergangenen Jahr waren die Renten um 3,74 Prozent erhöht worden. Für die Rentenversicherung brachte das jährliche Mehraufwendungen von über 15 Milliarden Euro mit sich.

Boris Pistorius (SPD, l), Verteidigungsminister, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprechen am Rande der Sitzung des Bundestags. Thema ist die Rentenreform.

Anfang Dezember wurde die Rentenreform im Bundestag verabschiedet. Mit 318 Stimmen wurde die nötige Mehrheit knapp erreicht.

05.12.2025 | 1:52 min

Rentenreform begünstigt Erhöhung

Bei der Erhöhung spielt auch die schwarz-rote Rentenreform eine Rolle, die nach langem Streit vor Weihnachten beschlossen worden und teils zu Jahresbeginn in Kraft getreten war. Die Haltelinie für das Rentenniveau wurde damit verlängert und bis 2031 bei 48 Prozent fixiert.

Diese Haltelinie beschreibt das Sicherungsniveau der Rente im Verhältnis zu den Einkommen. Sie sei bei der Berechnung der Rentenerhöhung berücksichtigt worden, erläuterte das Ministerium. Erstmals hatte sie 2024 gegriffen.

Grafik zur Erklärung von Rente in Deutschland. Ein Balken, der zeigt, dass 48 Prozent des Durchschnittseinkommens die Rente konstituiert.

Was mit der Haltelinie beim Rentenniveau gemeint ist.

05.12.2025 | 1:00 min

Maßgeblich für die Erhöhung ist laut Ministerium die Lohnentwicklung von 4,25 Prozent, errechnet vom Statistischen Bundesamt. Insgesamt ergibt sich damit eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts zum 1. Juli 2026 von gegenwärtig 40,79 Euro auf 42,52 Euro. So kommt die prozentuale Rentenanpassung zustande.

Der Rentenwert ist dabei der Betrag, der einer monatlichen Rente aus Beiträgen eines Durchschnittsverdieners für ein Jahr entspricht.

Bas: Rentner an Wohlstandsentwicklung beteiligen

Geringfügig gedämpft wird die Erhöhung in diesem Jahr durch die Anhebung der Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen. "Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben", unterstrich Bas.

Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.

Bärbel Bas, Bundesarbeitsministerin

Die Renten steigen damit erneut stärker als die Inflation. Die Bundesregierung erwartet bislang für dieses Jahr eine allgemeine Preissteigerung von 2,1 Prozent.

Prof. Veronika Grimm | Ökonomin und Wirtschaftsweise

"Bei der Rentenversicherung hat man sich sehr weit in die falsche Richtung entwickelt", so Veronika Grimm, Wirtschaftsweise, zu Sozialreformvorschlägen. Rente ab 63 müsste man daher "in Frage stellen".

03.02.2026 | 6:12 min

Quelle: Reuters, dpa, AFP, epd
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Rentenbezüge steigen zum Sommer" am 05.03.2026 ab 15:00 Uhr.

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