Vorschlag für Sozialreformen:Spahn: Arbeitsjahre sollen für Renteneintritt zählen
Wer länger gearbeitet hat, soll auch früher in Rente gehen dürfen, sagt CDU-Politiker Jens Spahn. Der Unionsfraktionschef hat auch Vorschläge zur Reform der Krankenversicherung.
Die demografische Entwicklung stellt das Rentensystem vor immer größere Probleme: Waren es 2020 noch 16,7 Millionen Menschen ab 67 Jahren, sollen es 2040 knapp 21 Millionen sein.
16.02.2026 | 1:47 minJens Spahn (CDU) hat grundlegende Reformen bei den Ausgaben der Renten- und Krankenversicherung gefordert. In der Rentendebatte plädiert der Unionsfraktionschef dafür, die geleisteten Arbeitsjahre zu berücksichtigen. Es gehe bei der Rente nicht nur um das Eintrittsalter, sondern auch um die Frage, wie lange jemand gearbeitet habe, sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" mit Blick auf die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission.
"Das Konzept der Lebensarbeitszeit berücksichtigt, wie viele Jahre jemand tatsächlich gearbeitet hat", sagte Spahn. Er betonte:
Es muss schon auch einen Unterschied machen, ob ich mit 18 Geselle geworden bin und dann durchgehend gearbeitet habe, oder ob ich bis 28 studiert habe.
Jens Spahn, Unionsfraktionschef
Studienjahre könnten nicht einfach mit Arbeitsjahren gleichgesetzt werden. Und wenn die Lebenserwartung auf 100 Jahre steige, "können wir nicht nur bis Mitte 60 arbeiten", betonte er.
Die Linke hat einen neuen Vorschlag zur Renten-Reform eingebracht: Die Arbeitgeber sollten mehr einzahlen als ihre Beschäftigten. Das sagte Linken-Co-Chefin Ines Schwerdtner dem ZDF.
16.02.2026 | 1:50 min"Es gibt nicht die eine Antwort auf alle Probleme der Rentenversicherung", sagte Spahn weiter. Vieles sei denkbar. "Für den Dachdecker, der irgendwann nicht mehr arbeiten kann, könnten wir eine höhere Erwerbsminderungsrente einführen. Das unterstützt auch Arbeitsministerin Bärbel Bas", betonte der Unionsfraktionschef.
Krankenversicherung: Spahn will Ausgaben an Einnahmen koppeln
Für das Gesundheitssystem schlägt Spahn eine Kopplung der Ausgabenentwicklung an die Einnahmen vor. "Die einfachste und schnellste Maßnahme ist, gesetzlich festzulegen, dass die Ausgaben im Gesundheitswesen nicht schneller steigen dürfen als die Einnahmen", sagte der frühere Gesundheitsminister.
Aktuell kletterten die Ausgaben um acht bis neun Prozent, die Einnahmen nur halb so stark. "Wenn man beides per Gesetz zusammenzwingt, betrifft das alle im Gesundheitssystem gleichermaßen: Krankenhäuser, Ärzte, Apotheker. Es ist das fairste Modell, um zu sparen. Alle bekommen immer noch mehr, aber die Zuwächse dürfen nicht größer sein als die Einnahmen steigen."
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