Linnemann fordert höhere Schwelle beim Spitzensteuersatz

Debatte über Steuer- und Sozialpolitik:Linnemann für Steuerreform und strengere Zuverdienstregeln

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In der Debatte über Steuer- und Sozialpolitik drängt Carsten Linnemann auf Entlastungen bei der Einkommensteuer. Zugleich fordert er nach der Bürgergeld-Reform strengere Regeln.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann spricht auf einer Pressekonferenz.

CDU-Generalsekretär Linnemann dringt auf eine Steuerreform. Die Einkommensteuer müsse auf die Agenda - der Spitzensteuersatz solle nicht bei 68.000 Euro greifen, sondern erst bei 80.000.

15.02.2026 | 0:21 min

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann spricht sich für spürbare Entlastungen bei der Einkommensteuer aus. Von seinem Vorschlag würden besonders höhere Einkommen profitieren. Der "Bild am Sonntag" sagte er:

Ich finde, wir müssen mit der SPD über ein Reformpaket reden.

Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär

"Jetzt kommen im März die Ergebnisse zum Thema Gesundheit, im Juni zum Thema Rente. Und ich finde, in diesen Diskussionen sollte auch das Thema Einkommensteuerreform auf die Agenda."

Geldbörse mit Scheinen und Grafik

Durch steigende Freibeträge fällt die Lohnsteuer 2026 etwas geringer aus, aber mehr Geld in der Tasche bedeutet das nicht unbedingt.

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Linnemann will Schwelle für Spitzensteuersatz verschieben

Konkret schlägt Linnemann vor, die Belastungsschwelle nach oben zu verschieben.

Ich plädiere dafür, dass der Spitzensteuersatz nicht schon bei 68.000 Euro Jahresbrutto greift, sondern erst bei 80.000 Euro. So flachen wir den Mittelstandsbauch ab und sorgen für Entlastung.

Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär

Zeitlich peile er eine Umsetzung in der Mitte der Legislaturperiode an. "Natürlich muss das Geld da sein, es muss finanziert werden. Aber das ist unsere Aufgabe in der Politik", erklärte er angesprochen auf die Finanzierung.

Bürgergeld vs Grundsicherung - Symbolbild

Das Kabinett hat das Ende des Bürgergelds in heutiger Form beschlossen. Die neue Grundsicherung bringt strengere Regeln und mehr Sanktionen.

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CDU-Generalsekretär will Zuverdienstregeln ändern

Zudem forderte Linnemann nach der Bürgergeld-Reform weitere Verschärfungen. Mit Blick auf die für März geplante Ablösung des Bürgergeldes durch die neue Grundsicherung sagte der Politiker der CDU:

Es kommt die neue Grundsicherung, erster Punkt. Und dann müssen weitere Gesetze folgen. Das reicht nicht.

Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär

Bundesagentur für Arbeit

Die Koalition will das Bürgergeld reformieren. Unter dem neuen Namen Grundsicherung werden die Regeln strenger. Wer Jobangebote ablehnt, bekommt direkt weniger Geld.

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Besonders die Zuverdienstregeln will Linnemann umbauen, um ein Ausnutzen des Systems zu verhindern:

Es gibt Menschen, die hier fünf bis zehn Stunden (pro Woche) arbeiten und mit Bürgergeld aufstocken. So entsteht ein System, in dem legal Sozialleistungen abgegriffen werden. Damit muss Schluss sein.

Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär

Arbeitslosenquote

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Wer nur wenige Stunden arbeite, dem solle das Einkommen vollständig auf das Bürgergeld angerechnet werden, schlug Linnemann vor.

Erst wer mehr arbeitet, soll mehr behalten.

Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär

"Heute darf man die ersten 100 Euro behalten, danach werden 80 Prozent angerechnet - das setzt Anreize, wenig zu arbeiten. Das müssen wir umdrehen."

 Ein Logo der CDU steht vor einem Fenster auf dem Landesparteitag der CDU Niedersachsen.

Der Wirtschaftsrat der CDU fordert eine zukünftige Steuersenkung, um den Anstieg der Sozialabgaben zu verhindern. Gespart werden soll anderswo: Und zwar bei Zahnbehandlungen und Renten.

01.02.2026 | 0:22 min

Linnemann kritisiert SPD-Vorschläge

Zugleich erteilte Linnemann den Forderungen der SPD nach neuen Sozialabgaben auf Miet- und Kapitaleinkünfte eine klare Absage. "In der Sache ist die Forderung falsch, weil zwei Drittel der Menschen privat fürs Alter vorsorgen, darauf Soli und Abgeltungssteuer zahlen und damit für die Rente planen", sagte der Unionspolitiker.

"Wenn man dann auch noch Kapitalerträge verbeitragt, nimmt man Planungssicherheit und schafft Politikverdrossenheit, nicht Vertrauen." Statt neuer Abgaben müsse die Politik die Sozialbeiträge perspektivisch wieder Richtung 40 Prozent drücken, um das System stabil zu halten.

Quelle: AFP, Reuters, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 15.02.2026 ab 9:48 Uhr.

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