Kanzler in der Kritik:Rentendebatte: "Aufhören, Menschen Angst zu machen"
Kanzler Merz bezeichnete die Rente als "Basisabsicherung". Der CDU-Sozialflügel mahnte nun, den Bürgern keine Angst zu machen. SPD-Chefin Bas sprach mit Merz über die Äußerung.
Die von Bundeskanzler Merz losgetretene Debatte um die Rente sorgt für Diskussionen – unter anderem forderte der CDU-Sozialflügel-Chef Radtke, man solle aufhören, den Menschen Angst zu machen.
23.04.2026 | 0:32 minDie Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Rente sorgen weiter für Kritik. Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, forderte Merz auf, die Bürger mit Blick auf die anstehenden Sozialreformen nicht weiter zu verunsichern. "Wir müssen aufhören, den Menschen Angst zu machen", sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Aktuelle Rentner seien nicht betroffen und nicht gemeint, fühlten sich aber trotzdem angesprochen und machten sich Sorgen, sagte der CDA-Chef weiter. "Jemand, der aktuell 1.500 Euro monatlich in die Rentenversicherung einzahlt, wird sich bedanken, wenn das künftig nur noch eine Basis sein soll."
Mit seiner Aussage, die gesetzliche Rente werde nur noch eine "Basisabsicherung" im Alter sein, sorgt der Kanzler für Diskussionen. Nicht zuletzt innerhalb der eigenen Koalition.
21.04.2026 | 2:53 minMerz hatte am Montag bei einer Veranstaltung des Bankenverbands gesagt, die Rente könne künftig "allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter" - was seitdem auf teils scharfe Kritik stößt.
IG-Metall droht mit Protesten
Unmut gibt es auch auf Gewerkschaftsseite: Die Chefin der größten deutschen Gewerkschaft IG Metall, Christiane Benner, drohte mit Streiks. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte sie:
Wenn die Regierung die gesetzliche Rente kürzt, dann brennt die Hütte.
Christiane Benner, IG-Metall-Chefin
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Deutschland auf grundlegende Veränderungen bei der Rente eingestimmt. Bei der SPD stößt das auf Widerstand.
21.04.2026 | 1:09 min"Es gibt No-Gos, auf die wir mit Protesten reagieren würden." Die Gewerkschaften seien zwar offen für Strukturreformen, würden jedoch keine Kürzungen akzeptieren, die Beschäftigte ärmer machten.
Bas: Habe Merz' Formulierung nicht verstanden
Die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas äußerte sich in der ARD verwundert über den Begriff "Basisabsicherung". "Ich habe die Formulierung nicht verstanden." Von Merz sei "der Eindruck vermittelt worden, als sollen die Menschen alles jetzt privat absichern", sagte die Bundessozialministerin in der Sendung "Maischberger". Das sei von vielen Menschen so verstanden worden, dass sie "nicht mal mehr eine anständige Rente" bekämen.
"Die SPD fühlt sich berufen, auf die Palme zu gehen", so ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese in Berlin. Merz sei nicht vertragstreu bei Themen, die die SPD schmerzen.
21.04.2026 | 2:27 minDie geplante Rentenreform der Regierung habe aber ausdrücklich das Ziel, eine "lebensstandardsichernde Rente" zu garantieren. Entsprechende Vorschläge der Rentenreform-Kommission würden bis Ende Juni erwartet. Dabei müsse die gesetzliche Rente weiter eine wichtige Rolle spielen - neben den beiden anderen Säulen, der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge.
Sie habe am Mittwoch mit dem Kanzler über dessen Worte gesprochen und berichtete aus dem Gespräch:
Er hat das so nicht sagen wollen.
Bärbel Bas, SPD-Vorsitzende
"Er hat gesagt, wir haben ja das gleiche Ziel, dass alle von der Rente leben können", sagte Bas.
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