Zu wenig Innenpolitik? Söder nimmt Kanzler Merz in Schutz

Interview

Zu wenig Innenpolitik?:Söder verteidigt Kanzler Merz gegen Kritik

|

Kommt bei Kanzler Merz die Innenpolitik zu kurz? CSU-Chef Söder widerspricht der Kritik deutlich – und verweist auf Erfolge: innen- wie außenpolitisch.

CSU-Chef Markus Söder hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen die Kritik verteidigt, "zu viel Außenkanzler und zu wenig Innenkanzler" zu sein. "Beides findet ja statt", sagte der bayerische Ministerpräsident in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Außenpolitisch lobte Söder das Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump sowie einen neuen Zusammenhalt in der Nato. "Friedrich Merz hat es geschafft, mit Donald Trump eine Kommunikation zu finden, die am Ende, so hoffen wir es jedenfalls sehr, Deutschland nützt." Die Nato sei gestärkt und bleibe zusammen. "Es war vor wenigen Monaten noch die Gefahr, dass sie auseinanderfällt."

Auch innenpolitisch sieht Söder erste Erfolge. Als Beispiele nannte er die Migrationspolitik von Innenminister Alexander Dobrindt sowie Investitionen für Länder und Kommunen und die Unternehmenssteuersenkung.

Also ich finde schon, dass da eine Menge vorangebracht wird. Sie haben aber in einem recht, es bleibt noch eine Menge zu tun.

Markus Söder, CSU-Chef

Stromsteuer: Söder kritisiert Länderchefs

Über die Forderung zahlreicher Ministerpräsidenten, die Stromsteuer doch noch für alle zu senken, zeigte sich Söder derweil verwundert. Sie beharrten wahrscheinlich nur deshalb darauf, "weil es den Länderhaushalt nicht betrifft", so der bayerische Ministerpräsident.

Beim Ringen um den "Wachstumsbooster" sei noch genau das Gegenteil der Fall gewesen. Da habe es ein "Riesentheater" gegeben, die Länder hätten auf "Riesenentlastungen" für die Länderhaushalte beharrt.

Und die gleichen, die damals gesagt haben, dann lieber keine Steuersenkung, fordern jetzt die Steuersenkung.

Markus Söder, CSU-Chef

Der CSU-Chef bezog sich damit auf die Widerstände der Länder gegen die Finanzierung des geplanten milliardenschweren Steuerentlastungspakets. Sie unterstützen zwar die Entlastungspläne für die schwache Wirtschaft, hatten aber eine Kompensation für ihre Einnahmeausfälle verlangt. Vor zwei Wochen einigten sich Bund und Länder über die Aufteilung der Kosten, der Bund federt große Teile der erwarteten Steuereinbußen ab.

Moderatorin und Korrespondent Frank Bethmann zugeschaltet

Der Bundestag hat ein milliardenschweres Steuerpaket zur Entlastung von Unternehmen beschlossen. Ob und wie das Paket die Wirtschaft ankurbeln kann, ordnet Frank Bethmann ein.

26.06.2025 | 1:04 min

Söder: Senkung der Stromsteuer nicht vom Tisch

Die Spitzen von Union und SPD hatten am Mittwoch entschieden, dass es vorerst keine Senkung der Stromsteuer für alle Firmen sowie für private Haushalte geben soll. Das hatten CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag jedoch angekündigt - allerdings unter Finanzierungsvorbehalt. Die CDU-Ministerpräsidenten forderten daraufhin mehrheitlich eine Korrektur dieser Entscheidung.

Söder bekräftigte im ZDF, die Senkung der Stromsteuer für alle sei nicht vom Tisch, sie komme spätestens bis zum 1. Januar 2027.

Quelle: ZDF, dpa

Mehr zur Bundesregierung

  1. Abschlussstatement der SPD
    Analyse

    Bärbel Bas: "Schöne Grüße an die Union":SPD: Versuch einer Abgrenzung in der Koalition

    von Britta Spiekermann
    mit Video2:55

  2. Duell bei MZ und Volksstimme: Ministerpraesident Sven Schulze (CDU) und Herausforderer Ulrich Siegmund (AfD)
    Faktencheck

    Wenn keine Koalition zustande kommt:Sachsen-Anhalt: Könnte Schulze einfach weiterregieren?

    von Nils Metzger
    mit Video4:06

  3. Bundeskanzler Friedrich Merz vor einem Roboterarm, daneben eine Grafik zum Bruttoinlandsprodukt
    Grafiken

    BIP, Inflation, Arbeitslosigkeit:Wie geht's der deutschen Wirtschaft unter Kanzler Merz?

    von Robert Meyer, Moritz Zajonz
    mit Video0:21

  4. 57. Kabinettssitzung am 02.09.2026

    Bundesregierung beschließt Reformentwurf:Steuerentlastungen, die versanden?

    von Jan Henrich
    mit Video1:52