Diese zwei Trends stecken dahinter:Prognose: 600.000 zusätzliche Schüler bis 2032
Die Kultusministerkonferenz erwartet einen starken Anstieg der Schülerzahlen bis 2032 um fast 600.000, was 1.200 neuen Schulen entspricht. Danach sollen die Zahlen wieder sinken.
Die neue Schülerprognose zeigt Wachstum im Westen und baldigen Rückgang in Ostdeutschland.
Quelle: dpaDie Schülerzahl in Deutschland wächst nach aktuellen Berechnungen der Bildungsministerkonferenz bis zum Jahr 2032 weiter deutlich an - und geht danach zurück.
Die Länder nutzen die nun veröffentlichten Berechnungen unter anderem, um Bauten von Schulen, Personalbedarf und individuelle Fördermaßnahmen zu planen.
Gutes Lernen sei oft nicht möglich, sagt Quentin Gärtner von der Bundesschülerkonferenz. Er fordert unter anderem mehr Fachkräfte und eine modernere Ausstattung an Schulen.
17.10.2025 | 5:06 minZuwachs im Umfang aller rheinland-pfälzischen Schüler
Von rund 11,2 Millionen Schülerinnen und Schülern im vergangenen Jahr soll die Zahl auf knapp 11,8 Millionen 2032 steigen. Die beinahe 600.000 zusätzlichen Kinder und Jugendlichen entsprechen in etwa der Zahl aller Schülerinnen und Schüler eines mittelgroßen Bundeslands wie Rheinland-Pfalz, rechnet die Bildungsministerkonferenz vor. Das entspreche umgerechnet auf ganz Deutschland rund 24.000 zusätzliche Klassen oder fast 1.200 neue Schulen.
Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke), erklärte: "Wir müssen heute die Weichen stellen: mit ausreichend Lehrkräften, moderner Infrastruktur und einer zuverlässigen digitalen Ausstattung."
Bildung ist die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Zukunft.
Simone Oldenburg (Linke), Bildungsministerin Mecklenburg-Vorpommerns
Immer mehr Jugendliche leiden unter psychischen Problemen. Die Bundesschülerkonferenz verlangt mit einem Zehn-Punkte-Plan mehr Engagement von Schulen und Politik.
30.10.2025 | 1:39 minSchülerzahlen schrumpfen schneller im Osten
Beim Wachstum gibt es große regionale Unterschiede: In den westdeutschen Flächenländern erreicht die Zahl der Schülerinnen und Schüler demnach erst 2033 ihren Höchststand, ein Plus von fast acht Prozent gegenüber 2024 - und bis 2040 noch immer rund vier Prozent über dem Ausgangswert.
In den ostdeutschen Flächenländern beginnt der Rückgang den Berechnungen zufolge bereits ab 2027. Bis 2040 wird dort ein Minus von mehr als 16 Prozent erwartet.
Auch in den Stadtstaaten wird 2040 ein Rückgang gegenüber 2024 um knapp fünf Prozent vorhergesagt. Der Höchststand des aktuellen Wachstums wird hier 2028 erreicht.
Laut einer aktuellen Studie haben sich die schulischen Leistungen in Deutschland deutlich verschlechtert. Vor allem in Mathe und Naturwissenschaften bestehen große Defizite.
16.10.2025 | 1:35 minGrundschulen früher betroffen als weiterführende
Die Schulstufen sind zeitlich versetzt betroffen. Die Primarstufe wird demnach bis 2040 um rund neun Prozent schrumpfen, während die Sekundarstufe II weiter wächst und 2040 ein Plus von fast zehn Prozent gegenüber 2024 verzeichnen wird.
In der Sekundarstufe I ist der Höchststand 2031 mit knapp fünf Millionen Schülerinnen und Schülern erreicht, bevor die Zahlen wieder leicht zurückgehen und 2040 mit insgesamt rund 4,5 Millionen nur noch etwas mehr als zwei Prozent über dem Niveau von 2024 liegen.
Auch im Jahr 2024 ist die Geburtenrate in Deutschland gesunken. Mit rund 677.000 Neugeborenen sank die Zahl um zwei Prozent zu den Geburten im Vorjahr.
17.07.2025 | 0:20 minHaupttreiber: Ukraine-Krieg und demografischer Wandel
Hintergrund der Entwicklung sind laut Bildungsministerkonferenz zwei gegenläufige demografische Trends:
So sorgt die hohe Zuwanderung der vergangenen Jahre, insbesondere als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, für wachsende Zahlen. Rund 230.000 Schülerinnen und Schüler ukrainischer Herkunft sind in der Prognose berücksichtigt.
Andererseits ist die Geburtenrate seit 2022 merklich gesunken. Laut Statistischem Bundesamt lag sie 2024 bei 1,35 Kindern pro Frau - und damit rund neun Prozent niedriger als noch 2022.
Die Prognose beruht auf den Zahlen des aktuellen Schuljahrs 2023/24 sowie den Bevölkerungsprognosen der Länder.
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