Warnung vor Extremismus-Anfälligkeit:Prien: Junge Männer drohen abgehängt zu werden
Bildungsministerin Karin Prien warnt vor einer Generation junger Männer, die sich übergangen fühlt. Mögliche Folge: Anfälligkeit für Extremismus. Gezielte Prävention sei nötig.
In der Rheinische Post warnt Bildungsministerin Prien vor einer Generation junger Männer, die sich abgehängt fühlt - und fordert, Gleichstellungspolitik müsse auch Männer stärker berücksichtigen.
13.02.2026 | 0:25 minBundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sieht die Gefahr einer Generation junger Männer, die sich abgehängt fühlt. "Was uns nicht passieren darf, ist, dass wir zunehmend eine Männergeneration bekommen, die sich als Verlierer empfindet und dadurch anfällig für autoritäre Weltbilder und extremistische Inhalte ist", sagte Prien der "Rheinischen Post".
Als Politik müssen wir jungen Männern zeigen, dass auch ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden.
Karin Prien, Bundesbildungsministerin
In den USA, in Großbritannien oder in Schweden zeichne sich schon ab, dass junge Männer ins Hintertreffen geraten. "In Großbritannien gibt es quasi keine Lohnlücke mehr zwischen Männern und Frauen. Nicht, weil die Gleichstellungspolitik wirkt, sondern weil die Jungen die Schule häufiger nicht schaffen und in der Folge seltener gut bezahlte Berufe finden", sagte die CDU-Politikerin.
Der Verfassungsschutz warnt vor Kindern und Teenagern, die islamistische Anschläge in Deutschland planen. Viele von ihnen radikalisieren sich im Internet.
20.01.2026 | 9:32 minPrien: Männer in die Gleichstellungspolitik einbeziehen
"Bei Jungs gibt es außerdem eine höhere Selbstmordrate, sie werden häufiger krank, eher kriminell und neigen mehr zur Gewalttätigkeit", erklärte die Ministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Eine moderne Gleichstellungspolitik müsse deshalb nicht nur Frauen, sondern auch Männer in den Blick nehmen.
Für heranwachsende Männer spiele auch das Internet eine große Rolle. "Im Netz sind Extremisten unterwegs, die genau wissen, mit welchen emotionalen und zunächst harmlos wirkenden Botschaften sie Jungs ansprechen können: mit Körperlichkeit etwa, mit Sport und Proteinen."
Das sind weltweite Bewegungen.
Karin Prien, Bundesbildungsministerin
Viele Programme zur Extremismus-Prävention erreichten bisher immer mehr Mädchen und immer weniger Jungs, weil die Angebote eher auf Mädchen zugeschnitten seien, so Prien. Sie wolle künftig mehr Projekte fördern, die auch diejenigen erreichten, die das Vertrauen in die Demokratie zu verlieren drohten.
Rechtsextreme Straftaten erreichen 2024 einen neuen Höchststand. Darunter sind brutale Gewalttaten, die sich gegen politische Gegner richten. Wer sind die oft sehr jungen Täter?
19.03.2025 | 29:31 minPrien will mehr in Bildung investieren
Des Weiteren betonte die Ministerin, dass gerechte Bildungschancen für die meisten Deutschen das wichtigste Thema seien. "Wir müssen die finanziellen Spielräume nutzen, die wir durch die Lockerung der Schuldenbremse und durch das Sondervermögen gewonnen haben, um in den Ländern massiv in Bildung zu investieren."
Außerdem verhandele die Regierung seit Monaten über ein Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz, das am 1. Januar 2027 in Kraft treten solle. "Der Bund gibt den Ländern Geld für Sprachdiagnostik, Sprachförderung und einen verbesserten Übergang zwischen Kita und Schule." Dafür erwarte der Bund bestimmte Qualitätsstandards, die ins Gesetz geschrieben werden.
Nachrichten zu Karin Prien
Schülervertreter Quentin Gärtner:Schüler schlechter in Mathe und Co.: "Man hat uns vergessen"
mit Video5:06- Interview
Förderung von Kita und Betreuung:Prien will "positives Familienbild vermitteln"
mit Video44:38 Neue Dunkelfeldstudie:Gewalt in der Partnerschaft: Zur Anzeige kommt es fast nie
mit Video1:47- FAQ
Sexkaufverbot nach "Nordischem Modell"?:Kontroverse über Prostitution: Darüber streitet Deutschland
von Julian Deglermit Video3:00