Studie zu partnerschaftlicher Gewalt: Frauen stärker betroffen

Neue Dunkelfeldstudie:Gewalt in der Partnerschaft: Zur Anzeige kommt es fast nie

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Erstmals hat das Bundesfamilienministerium partnerschaftliche Gewalt an Frauen und Männern umfassend untersucht. Das Ergebnis: Frauen sind häufiger und stärker betroffen.

Holger Münch (BKA), Alexander Dobrindt und Karin Prien bei der Vorstellung der Dunkelfeldstudie zu Gewalt in Deutschland.

Bei Gewalt in einer Partnerschaft kommt es fast nie zur Anzeige. Das Ausmaß nicht erfasster Straftaten stellt die Bundesregierung in einer neuen Dunkelfeldstudie vor.

10.02.2026 | 1:47 min

Es sei die erste geschlechterübergreifende und repräsentative Studie zu partnerschaftlicher Gewalt in Deutschland, so die Beschreibung von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). Mehr als 15.000 Personen habe man für die Untersuchung zu ihren Gewalterfahrungen befragt. 

Das Ergebnis: Innerhalb und außerhalb von Partnerschaften seien Frauen insgesamt häufiger und stärker sowohl von psychischer als auch physischer Gewalt betroffen als Männer.

prien

Eine neue Studie weist auf eine hohe Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt hin. "Der Bund wird die Gegenmaßnahmen der Länder mit 2,6 Milliarden Euro unterstützen", sagt Karin Prien, Bundesministerin für Bildung und Familie.

10.02.2026 | 5:19 min

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

So gaben laut der Studie 18 Prozent der Frauen an, im Laufe ihres Lebens körperliche Gewalt durch den (Ex-)Partner erfahren zu haben. Bei den Männern waren es 14 Prozent.

Unterschiede gebe es insbesondere auch im Bereich der sexuellen Übergriffe. Vier Prozent der Frauen gaben an, einen solchen Übergriff in den vergangenen fünf Jahren erlebt zu haben. Bei den Männern waren es 1,4 Prozent.

Die Studie hatte zudem Gewaltformen wie digitale Gewalt und K.O.-Tropfen untersucht. Auch hier fiel die Betroffenheit bei den Frauen höher aus. Frauen bewerteten die Fälle zudem schwerer als Männer.

Vor dem Karlsruher Schloss haben Mitglieder des Künstlerkollektivs Francis Karat mehrere Skulpturen mit orangefarbener Folie verhüllt.

Aus dem Archiv: Der "Orange Day" macht weltweit auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

25.11.2025 | 1:42 min

Gewalt meist in laufenden Partnerschaften

Partnerschaftsgewalt findet dabei meist statt, während die Beziehung noch besteht, so die Untersuchung. Dies gilt insbesondere für psychische und körperliche Übergriffe. Sexuelle Übergriffe und digitale Gewalt werden hingegen meist außerhalb der (Ex-)Partnerschaft erlebt, durch flüchtige Bekannte oder Fremde.

Ebenfalls untersucht wurde die Anzeigequote. Die sei weiterhin extrem niedrig. Weniger als fünf Prozent der Gewalterfahrungen in einer Partnerschaft würden gemeldet. Ministerin Prien sagt, die Zahlen machten sichtbar, was lange im Verborgenen gelegen habe:

Das Dunkelfeld bei partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt ist riesig. Gewalt ist kein Randphänomen, sie betrifft Millionen Menschen in unserem Land.

Karin Prien, CDU





Studie hatte Dunkelfeld untersucht

Der Bedarf an Schutz, Beratung und Prävention sei weitaus größer als bislang angenommen, sagt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesmatverbands, Joachim Rock. Er fordert gezielte Investitionen in Familienarbeit und in die Arbeit mit Täterinnen und Tätern.

Wir brauchen dringend einen massiven Ausbau von Schutzhäusern und Beratungsstellen für alle Betroffenen, unabhängig vom Geschlecht.

Joachim Rock, Paritätischer Gesamtverband

Luiza Kleene im Gespräch

Welche Hilfe gibt es für Betroffene? Luzia Kleene von der Frauenberatungsstelle Düsseldorf im Gespräch.

25.11.2025 | 7:26 min

Kooperiert hatten für die Untersuchung das Bundesfamilienministerium, das Bundesinnenministerium sowie das Bundeskriminalamt. Es handelt sich um eine sogenannte Dunkelfeldstudie, also eine repräsentative Opferbefragung, die im Gegensatz zur Polizeilichen Kriminalstatistik nicht nur die polizeilich bekannten Fälle abdeckt.

Nach Angaben der Herausgeber hatte die Studie dabei keinen juristischen sondern einen sozialwissenschaftlichen Gewaltbegriff verwendet. Dieser ist weiter gefasst und erfasst auch ein breites Spektrum an Handlungen, die sich unterhalb einer Schwelle zur Strafbarkeit bewegen.

Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Frauen von partnerschaftlicher Gewalt stärker betroffen als Männer" am 10.02.26 um 10:00 Uhr.

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