Bundeswehr: 5.000 Bürger neu im Freiwilligen Wehrdienst

Freiwilliger Wehrdienst:Bundeswehr: 5.000 neue Bürger in Uniform

Oliver Deuker

von Oliver Deuker

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Die Bundeswehr spricht wohl junge Menschen an: Für 5.000 Frauen und Männer startete der Freiwillige Wehrdienst. Es habe 2025 mehr Bewerbungen als im Vorjahr gegeben, heißt es.

Rekruten bei der Gefechtsausbildung im Rahmen eines Medientages zur Basisausbildung bei der Bundeswehr im Aufklärungsbataillon 7.

Zu Beginn jedes Quartals fangen die neuen Rekruten der Bundeswehr ihre Ausbildung an. Nach wie vor sucht die deutsche Armee händeringend nach Personal.

07.01.2026 | 1:37 min

Stillgestanden heißt es nun für rund 5.000 Frauen und Männer, die sich freiwillig bei der Bundeswehr gemeldet haben. Zwischen sechs und elf Monaten wird ihr Dienst dauern, 2.600 Euro pro Monat beträgt der Wehrsold.

Noch gibt es keine endgültigen Zahlen für das gerade abgelaufene Jahr 2025: Laut Verteidigungsministerium gab es aber deutlich mehr Bewerbungen für einen Dienst in den Streitkräften als im Vergleich zum Vorjahr, so ein Ministeriumssprecher.

Insbesondere der Zuwachs im Bereich der Freiwillig Wehrdienstleistenden zeigt, dass die Bundeswehr als attraktiv wahrgenommen wird und junge Menschen anspricht.

Sprecher Bundesverteidigungsministerium

Mehr als 12.000 Soldaten im Freiwilligen Wehrdienst

Zum Stichtag 30. November 2025 leisteten insgesamt rund 12.286 Menschen ihren Freiwilligen Wehrdienst in der Bundeswehr (plus 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Insgesamt wurden bis zum Stichtag rund 11.600 freiwillig Wehrdienstleistende (plus 23 Prozent) sowie rund 5.800 Soldatinnen und Soldaten auf Zeit im Bereich der Mannschaftsdienstgrade (plus 31 Prozent) eingestellt.

Bundeswehreinsätze in der Ukraine?

Friedrich Merz hält einen Einsatz der Bundeswehr zur Friedenssicherung nicht für unrealistisch. Die ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Henriette de Maizière stellt jedoch klar, dies sei vorbehaltlich der Zustimmung des Bundestages.

07.01.2026 | 1:30 min

Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine, hat sich die Sicherheitslage dramatisch verändert. Statt realen Out-of-Area-Einsätzen muss die Bundeswehr vor allem wieder klassische Landesverteidigung leisten, am besten durch Abschreckung, damit der Verteidigungsfall erst gar nicht zu Realität wird.

Das bedeutet Aufrüsten bei Mensch und Material. Geld zum Modernisieren der Armee ist vorhanden, Großaufträge an Rüstungskonzerne sind erteilt. Mitte November bekam die Marine einen Sea Tiger, den ersten von 31 topmodernen Kampfhubschraubern.

2026 will Bundeswehr 20.000 neue Soldaten einstellen

Im Rahmen des Neuen Wehrdienstes sollen 2026 20.000 Soldatinnen und Soldaten eingestellt werden. Das Heer als größte Teilstreitkraft wird dabei den größten Bedarf haben. "Aufgrund der nun gesetzlich verankerten Bereitschaftserklärung durch den Fragebogen und der Möglichkeit, einen gesamten Jahrgang junger Menschen ab Jahrgang 2008 anzuschreiben, erwarten wir, dass sich mehr junge Männer und Frauen mit dem Dienst in der Bundeswehr auseinandersetzen werden und sich damit auch mehr Bewerbungen ergeben werden, als das bisher der Fall war", teilt das Verteidigungsministerium mit.

Das ist auch nötig, um die Personalziele bei der Truppe zu erreichen. Die aktive Truppe soll bis Mitte des kommenden Jahrzehnts auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Dieser Aufwuchspfad wird künftig in Paragraf 91 Soldatengesetz gesetzlich geregelt sein. Dies gilt ebenso für den Aufwuchspfad der Reserve.

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Die Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht" protestiert gegen die Reform des Wehrdienstes und die verpflichtende Musterung.

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Nach aktueller Planung gilt: 2027 sollen es 23.000 neue Soldatinnen und Soldaten sein und dann jährlich gesteigert um jeweils weitere 5.000, bis im Jahr 2031 40.000 erreicht sind.

Weniger Ausbildungsabbrüche bei der Bundeswehr

Auch bei den Abbruchquoten hat die Bundeswehr Positives zu vermelden. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärt:

Die Quoten lassen sich mit zivilen Ausbildungsberufen vergleichen, liegen sogar etwas darunter.

Sprecher Bundesverteidigungsministerium

Gerade im Bereich von kurzen Verpflichtungszeiten lägen die Gründe für einen Abbruch des Wehrdienstes meist im persönlichen Bereich, so der Ministeriumssprecher, da eine kurze Verpflichtungszeit meist als Übergangszeit genutzt werde.

Wehrdienst Reaktionen

Für die heutige Jugend ist die Musterung eine völlig neue Erfahrung. Junge Menschen erzählen, wie sie auf die Möglichkeit von Bundeswehr oder Ersatzdienst reagieren.

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Die positive Tendenz aus dem ersten Halbjahr 2025 wolle die Bundeswehr fortsetzen und die Zahl der Abbrüche weiter senken. "Dabei setzen wir auf Beratung, Flexibilität und Attraktivität", erklärt ein Ministeriumssprecher.

Im Rahmen des Neuen Wehrdienstes erhalten Soldaten in den ersten sechs Monaten eine Ausbildung zum Wach-, Sicherungssoldat und zum Heimatschützer. Diejenigen, die sich für elf Monate verpflichten, werden nach sechs Monaten im Heimatschutz eingesetzt. Die, die sich länger als elf Monate verpflichten, können entsprechend der Länge ihrer Verpflichtungszeit im gesamten Spektrum der Streitkräfte ausgebildet und eingesetzt werden.

Oliver Deuker ist Reporter im ZDF-Landesstudio Niedersachsen.

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Kleidung der deutschen Bundeswehr
FAQ
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Mittagsmagazin am 02.01.2026 ab 12:00 Uhr und heute in Deutschland am 02.01.2026 ab 14:00 Uhr.

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