Historisches Ergebnis in Rheinland-Pfalz:SPD im Tal der Tränen: Warum Schweitzer verloren hat
von Anselm Stern
Nach Jahrzehnten fliegen die Sozialdemokraten aus der Mainzer Machtzentrale. Alexander Schweitzer hat verloren. Die CDU von Gordon Schnieder bringt ihren Vorsprung ins Ziel.
Der scheidende Ministerpräsident Alexander Schweitzer äußert sich im heute journal zum Wahlergebnis.
22.03.2026 | 4:20 minEr hatte alles auf eine Karte gesetzt: sich. In nahezu jedem Interview betonte Alexander Schweitzer im Wahlkampf, es gehe um das Amt des Ministerpräsidenten, es gehe um die Frage, wer das Land führt, wer ganz vorne steht - für ihn war es der selbsterklärte Kampf seines Lebens. Er hat ihn verloren.
Laut Hochrechnung liegt die CDU mit Gordon Schnieder klar vor der SPD von Ministerpräsident Schweitzer. Die AfD mit dem stärksten Ergebnis in einem West-Bundesland auf Platz drei.
22.03.2026 | 2:35 minErst fast eineinhalb Stunden nach der ersten Prognose tritt der abgewählte Ministerpräsident vor die Anhänger und vor die Kameras. "Wir haben gekämpft wie die Löwen", sagt er, betont die Aufholjagd in den Umfragen, die Stärke des SPD-Landesverbandes. "Wir sind doppelt so stark wie die SPD auf Bundesebene." Stimmt alles und verändert alles nichts.
Eine über 30-jährige SPD-Ära in Rheinland-Pfalz geht zu Ende. Was bedeutet das für das Land? Studioleiterin Christel Haas berichtet aus Mainz.
22.03.2026 | 1:06 minPersönliche Beliebtheit reicht nicht
Alexander Schweitzer hat verloren, trotz sehr guter Beliebtheitswerte, trotz Amtsbonus, trotz deutlich größerer Bekanntheit als sein CDU-Herausforderer. Ein paar wenige Wahlkampf-Termine absolvierte Schweitzer zusammen mit den Bundesvorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil - immer mit der Ausrichtung: Es gehe um Rheinland-Pfalz, nicht um die Bundespolitik. Es hat alles nichts geholfen. Die Niederlage der SPD - nach drei Jahrzehnten - sei eine Veränderung von durchaus "historischer Dimension", sagt Politikexperte Karl-Rudolf Korte:
Der Hammer-Effekt kommt daher, dass man überhaupt nicht mehr weiß, mit was die SPD überhaupt noch punkten soll.
Karl-Rudolf Korte, Politikexperte
Korte weiter: "Er war einer der beliebtesten Ministerpräsidenten, die sie haben (…) ein Kümmerer. Und der schafft es nicht, sich am Ende durchzusetzen. Offenbar war man ermüdet, diese Partei noch weiter zu unterstützen."
CDU gegen SPD in Rheinland-Pfalz – ein Duell mit Folgen weit über das Land hinaus. Die Wahl könnte auch für die Bundesregierung und die kleineren Parteien richtungsweisend sein.
22.03.2026 | 2:41 min"Die CDU Rheinland-Pfalz ist wieder da"
"Gordon Schnieder Olé" singen sie bei der CDU. Manch einer dachte wohl lange, dieser Gordon Schnieder - deutlich unbekannter, deutlich unbeliebter, deutlich hinter dem SPD-Mann bei den persönlichen Werten - könnte zu blass sein für die "Mission erster Platz".
Doch dieser Gordon Schnieder hat es geschafft, die CDU in Rheinland-Pfalz nach vielen, langen Jahren tatsächlich wieder an die Spitze zu führen. Nun, dieses Mal, hat die CDU tatsächlich den Umfragen-Vorsprung über die Ziellinie gebracht.
Die Menschen in Rheinland-Pfalz haben den Wechsel gewählt.
Gordon Schnieder, Spitzenkandidat CDU-Rheinland-Pfalz
Ein Wechsel, der wohl auch ganz konkret in den inhaltlichen Kompetenzzuschreibungen begründet ist. Bei allen für die Wähler wichtigen Wahlthemen lag die CDU vorne: bessere Werte in den Umfragen als die SPD beim Thema Wirtschaft, beim Thema Verkehr und beim Thema Bildung - das zentrale Wahl-Thema in Rheinland-Pfalz. Insgesamt 18 Prozent der Wähler, die sich jetzt für die CDU entschieden haben, hatten bei der letzten Wahl noch die SPD unterstützt.
„Wir wollen Rheinland-Pfalz wieder nach vorne führen“, sagt CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder nach dem historischen Sieg seiner Partei bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.
22.03.2026 | 4:08 minGroße Koalition und überschaubares Plenum
Rheinland-Pfalz wird nun sehr wahrscheinlich bald ein "GroKo-Land". Mit Gordon Schnieder an der Spitze. Der riesengroße CDU-Jubel heute auf der einen Seite und das SPD-Tal der Tränen auf der anderen Seite wird sicher auch die Koalitionsverhandlungen begleiten in Mainz.
Nach der Wahl melden sich die Parteien zu Wort. ZDF-Korrespondentin Shakuntala Banerjee hat die Stimmen der drei relevantesten Parteien im Überblick.
22.03.2026 | 5:24 minDort werden künftig nur noch vier Parteien im Landtag sitzen. CDU, SPD, die AfD mit ihrem besten Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland und die Grünen: jetzt in der Opposition. Denn auch ein Ergebnis des Wahlabends: die letzte Ampelregierung in Deutschland ist abgewählt. Freie Wähler und die Linken scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP spielt keine Rolle mehr.
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