Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern:Wie die CDU mit Fischbrötchen um die politische Mitte kämpft
von Bernd Mosebach, Schwerin
Im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern setzt die CDU auf die politische Mitte. Ihr Spitzenkandidat Daniel Peters bringt eine Minderheitsregierung ins Spiel.
Mit einer Fischbrötchen-Kampagne wirbt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern um Stimmen - hier ein Wahlplakat in der Kleinstadt Demmin.
Quelle: ImagoKaroline Herrmann (CDU) kandidiert zum ersten Mal für den Schweriner Landtag. Bei der letzten Landtagswahl 2021 kam die CDU in Mecklenburg-Vorpommern auf 13 Prozent und holte zwölf Mandate, zurzeit liegt sie in Umfragen bei zehn Prozent. Auf der CDU-Landesliste findet sich Karoline Herrmanns Name auf Platz 22. Große Chancen auf den Einzug in den Landtag hat die Mutter von zwei kleinen Kindern nicht.
Fischbrötchen-Kampagne der CDU: "In der Mitte ist das Beste"
Dennoch kämpft sie am Wahlstand ihrer Partei auf dem Alexandrinenplatz in Ludwigslust um jede Stimme. Sie sagt:
Die CDU ist die Partei der Mitte und damit kann ich mich gut identifizieren.
Karoline Herrmann, CDU-Landtagskandidatin
Die "Fischbrötchen-Kampagne" findet sie deshalb auch genau richtig: "Sie wissen ja, beim Fischbrötchen ist das wie in der Politik: In der Mitte ist das Beste." Fischbrötchen sind auf den Wahlplakaten abgebildet, auf T-Shirts, auf dem Werbematerial. Und wer will, kann am Wahlstand auch gleich eines essen.
In Mecklenburg-Vorpommern läuft der Landtagswahlkampf. Die rot-rote Koalition von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in aktuellen Umfragen keine Mehrheit.
15.08.2026 | 2:44 minMit ihrer Kampagne wollen die Christdemokraten nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sie ist auch aus der Notwendigkeit heraus entstanden, im Wahlkampf einen Platz zu finden. Daniel Peters ist der Spitzenkandidat der CDU. Der Politikwissenschaftler hat den Landesvorsitz 2024 übernommen und ist der vierte Parteichef in den letzten fünf Jahren.
Wir haben es hier in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Polarisierung zu tun und deshalb müssen wir als CDU schauen, dass wir stattfinden und dass wir klar zeigen: Wir sind die Partei der Mitte.
Daniel Peters, CDU-Spitzenkandidat
Polarisierung so groß wie bei keinem Wahlkampf zuvor
Die Polarisierung ist diesmal so groß wie bei keinem Wahlkampf bisher im Nordosten. Die AfD, die 2021 noch knapp 17 Prozent der Stimmen holte, liegt in Umfragen zurzeit bei 36 Prozent. Die SPD käme aktuell auf 29 Prozent (2021: 39,6 Prozent) und setzt auf Konfrontation mit den Rechtspopulisten. Manuela Schwesig, die Spitzenkandidatin der SPD, sagt:
Die AfD steht vor allem für eine Politik des Gegeneinanders von Hass und Hetze und ich stehe für Zusammenhalt und Maß und Mitte.
Manuela Schwesig, SPD-Spitzenkandidatin
Leif-Erik Holm, der AfD-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, kontert: "Es kann so nicht weitergehen mit Manuela Schwesig, die sich hinstellt und eine Lüge nach der anderen raushaut."
Die AfD könnte bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft werden. Welchen Einfluss die Partei hätte und was das für die Regierungen bedeuten würde.
20.08.2026 | 7:39 minDaniel Peters: "Wir scheuen nicht eine Minderheitsregierung"
CDU-Wahlkämpfer Daniel Peters weiß, dass angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse eine eigene Mehrheit unwahrscheinlich ist. Um in einer Regierung mitgestalten zu können, sind seine Optionen überschaubar. Eine Koalition mit der AfD schließt er ebenso kategorisch aus wie mit der Linken. Der Einzug von FDP, BSW und Grünen in den Landtag ist derzeit unsicher. Bleibt die SPD.
Peters sagt: "Wir scheuen nicht eine Minderheitsregierung, an der wir beteiligt sind, aber wir werden natürlich nicht Rot-Rot tolerieren, weil das wäre ja die Fortsetzung der jetzigen Politik." Insofern sei das kein denkbares Modell. Aber: "Alles andere, was eine Minderheitsregierung mit unserer Beteiligung angeht, ist natürlich vorstellbar."
Am 20. September steht die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an. Die Wirtschaft - speziell der Tourismus - gehört in der strukturschwachen Region zu den wichtigsten Themen.
10.08.2026 | 1:42 minDrei Wochen vor der Wahl sind keine klaren Mehrheiten in Sicht
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will allerdings eher die Koalition mit der Linken fortsetzen, mit der sie seit fünf Jahren regiert. Nach aktuellen Umfragen gäbe es dafür aber keine Mehrheit. Es sei denn, den Grünen, die aktuell bei fünf Prozent liegen, gelingt der Einzug ins Parlament. Dann wäre Rot-Rot-Grün möglich.
Drei Wochen vor der Landtagswahl zeichnet sich weder eine Fortsetzung der rot-roten Landesregierung ab noch eine AfD-Alleinregierung. Die Regierungsbildung nach der Wahl am 20. September könnte kompliziert werden.
Bernd Mosebach ist Leiter des Landesstudios Mecklenburg-Vorpommern.
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