SPD will mehr Hitzeschutz: Rückendeckung von Umweltverbänden

Deutschland "nicht gewappnet":SPD will mehr Hitzeschutz: Rückendeckung von Umweltverbänden

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Hitze, Trockenheit und Waldbrände: Die SPD fordert nach dem heißen Sommer politische Maßnahmen. Umweltverbände begrüßen das - und pochen auf ernsthafte Veränderungen.

Kinder kühlen sich in einem Wassersprühnebel am Jungfernstieg in der Hamburger Innenstadt, am 13.08.2026, ab.

Der Sommer 2026 war bislang von Hitze geprägt. Die SPD will Maßnahmen zum Hitzeschutz.

Quelle: dpa

Angesichts des diesjährigen Hitzesommers unterstützen Umwelt- und Klimaschutzverbände die Vorstöße der SPD zur staatlichen Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und fordern von der Bundesregierung einen Klima-Aktionsplan.

Mit Blick auf einen entsprechenden Vorstoß der SPD-Bundesminister nahm die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, Barbara Metz, auch CDU/CSU in der Regierungskoalition in die Pflicht:

Das muss jetzt konkret werden und darf nicht beim nächsten Lippenbekenntnis bleiben.

Barbara Metz, Deutsche Umwelthilfe, gegenüber dem RND

Berlin:Umweltminister Carsten Schneider.

Bundesumweltminister Carsten Schneider von der SPD plant für kommendes Jahr einen bundesweiten Hitzeschutz.

13.08.2026 | 1:56 min

Umwelthilfe sieht Minister in der Pflicht

"Dieser Extremsommer zeigt: Deutschland ist nicht gewappnet für die Hitze, die uns durch die eskalierende Klimakrise immer häufiger trifft", sagte Metz.

Mehr als 10.000 Menschen sind in diesem Jahr bereits infolge extremer Hitze gestorben - und gleichzeitig versiegeln wir weiter Flächen und fällen alte Bäume, als hätte das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Barbara Metz, Deutsche Umwelthilfe, gegenüber dem RND

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) und Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) könnten sich nicht zurücklehnen, betonte die DUH-Geschäftsführerin. Sie trügen Verantwortung und müssten handeln, "statt zuzusehen, wie unsere Städte weiter zugepflastert werden und Menschen an extremer Hitze sterben".

Eine Frau schiebt in einem Pflegeheim einen Wagen mit Trinkbechern und Wasser.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert angesichts der Hitzewellen besseren Schutz für Krankenhäuser und Altenheime.

13.08.2026 | 0:19 min

SPD-Ministerien fordern nationalen Hitzeaktionsplan

In einem vierseitigen Papier fordern die SPD-geführten Ministerien für Umwelt, Finanzen, Soziales, Bauen und Entwicklung unter anderem einen nationalen Hitzeaktionsplan, Änderungen im Bauplanungsrecht und den Schutz von Beschäftigten gegen extreme Temperaturen. Die Unionsfraktion meldete erheblichen Klärungsbedarf an.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, dass aus dem Bundeskanzleramt bis zum Wochenende noch kein Signal dafür gekommen war, dass sich das Kabinett bei seiner anstehenden Klausur in der kommenden Woche mit Hitze, Dürre, Wassermangel und Klimaschutz beschäftigen wird. "Bei über 12.000 Toten und einer angeschlagenen Wirtschaft mit ihren Beschäftigten gehört die Klimakrise ins Zentrum der Kabinettsklausur, nicht unter Sonstiges", sagte Greenpeace-Vorstand Martin Kaiser dem RND.

Prof. Hermann Lotze-Campen | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Der Klimawandel wird deutschlandweit spürbar. Agrarökonom Prof. Hermann Lotze-Campen fordert mehr Klimaresilienz: "Wir müssen noch stärker in die Umsetzung kommen."

17.08.2026 | 5:17 min

Forscher: "Klimawandel wird so weitergehen"

Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung fordert angesichts der Hitze eine ganzheitliche Anpassung an den Klimawandel: "Wir müssen uns in allen Sektoren anpassen", sagt der Forscher im ZDF-Morgenmagazin.

Kurzfristig müssen wir gucken, in den kritischen Lagen Klimaanlagen zu installieren. Längerfristig müssen wir die Städte klimaresilient umbauen.

Hermann Lotze-Campen, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Insgesamt müsse man "Klimaanpassung und Klimaschutz zusammendenken", erklärt Lotze-Campen. Zwar sei im Augenblick der Fokus "mehr auf anderen Krisen in der Welt".

Aber das nützt nichts, der Klimawandel wird so weitergehen.

Hermann Lotze-Campen, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

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Quelle: AFP, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF im Morgenmagazin am 17.08.2026 ab 05:30 Uhr.

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