RKI-Zahlen zu niedrig?:Divi-Chef schätzt viel mehr Hitzetote
Divi-Chef Janssens geht davon aus, dass viel mehr Menschen infolge der Hitze sterben als bisher geschätzt. Er halte die Schätzung des Robert-Koch-Instituts für zu niedrig.
Henriette Neumeyer (stellv. Vorstandsvorsitzende Deutsche Krankenhausgesellschaft) im Gespräch zur Hitze und den Auswirkungen auf die Notaufnahmen
14.08.2026 | 7:39 minDer medizinische Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hält die RKI-Schätzung von rund 12.500 hitzebedingten Todesfällen in diesem Sommer für zu niedrig.
"Es sind sicherlich mehrere Tausend Todesfälle mehr", sagte der Intensivmediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele Fälle würden nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe. Er gehe deshalb davon aus, dass die Zahlen des Robert Koch-Instituts "nicht die gesamte Dramatik abbilden". Besonders gefährdet seien alleinlebende ältere Menschen mit Vorerkrankungen.
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Dr. Christoph Specht ordnet die Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zu Hitzetoten ein. Zudem: Warum extreme Hitze Stress für den menschlichen Körper bedeutet und konkrete Präventionsmaßnahmen.
12.08.2026 | 7:45 minJanssens fordert nationalen Hitzeschutzplan
"Ich bin, auch als Bürger, extrem verstört über die Tatenlosigkeit der Bundes- und Landesregierungen", sagte Janssens. Er fordert einen verbindlichen nationalen Hitzeschutzplan und mehr Geld für den Hitzeschutz in Kliniken. Zudem brauche es mehr Nachbarschaftshilfe, psychosoziale Unterstützung und Netzwerke, um gefährdete Menschen bei Hitzewellen frühzeitig zu erreichen.
In Frankreich etwa kontaktierten Kommunen registrierte vulnerable Personen aktiv. In Deutschland hingegen "sterben Menschen nicht nur an der Hitze, sondern letztlich auch an gesellschaftlicher Vernachlässigung", so Janssens.
Im Sommer 2026 folgt eine Hitzewelle auf die nächste. Für viele Menschen bergen sie ernsthafte Gesundheitsrisiken. Das Robert-Koch-Institut ordnet die erhöhten Sterbefallzahlen ein.
12.08.2026 | 1:29 minRKI nennt 12.500 Hitzetote bis Anfang August
Das Robert Koch-Institut schätzt, dass die Hitze in Deutschland vom 6. April bis zum 2. August zu rund 12.500 Todesfällen geführt hat. Besonders viele Tote gab es demnach während der Hitzewelle vom 22. bis 28. Juni: Für diese Woche geht das RKI von rund 9.600 hitzebedingten Todesfällen aus. Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung, die nachträglich noch angepasst werden kann.
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- Interview
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