Temperaturen über 20 Grad:So viele Tropennächte gab es dieses Jahr schon bei Ihnen
von Moritz Zajonz
Hitze ist besonders gefährlich, wenn der Körper auch nachts nicht abkühlen kann. Wie viele Tropennächte es 2026 bei Ihnen schon gab – und wie der langfristige Trend aussieht.
Tropennächte werden in Mitteleuropa durch die Klimaerwärmung immer häufiger. Besonders in Städten speichern Asphalt, Beton und Gebäude die Wärme und geben sie nachts wieder ab.
07.07.2026 | 1:02 minWie gefährlich hohe Temperaturen sein können, hat dieser Sommer bereits gezeigt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) sprach in einem Bericht zur ersten Hitzewelle Ende Juni von mehr als 5.000 Hitzetoten. Ein Faktor, der die gesundheitliche Belastung verstärkt, sind sogenannte Tropennächte. An diesen Tagen bleibt die Temperatur rund um die Uhr bei über 20 Grad Celsius.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet haben dieses Jahr bisher besonders unter Tropennächten gelitten. Das zeigt eine Auswertung der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes. Jeder Punkt in der Karte steht für eine Wetterstation.
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Sie können auch gezielt nach Ihrer Gemeinde suchen: Geben Sie in der folgenden Tabelle den Namen ein, dann wird Ihnen die nächstgelegene Station angezeigt. Auf der rechten Seite sehen Sie, wie lange die Hitzewellen angedauert haben. Jeder Tag, der über 20 Grad blieb, ist rot hervorgehoben. Durch Tippen oder Mouseover sehen Sie die Minimaltemperatur am entsprechenden Tag.
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Zu beachten ist, dass die persönliche Hitzebelastung sehr variabel ist. Wetterstationen stehen oft einige Kilometer von den zugeordneten Gemeinden entfernt, oder in anderen Höhenlagen. Zudem können beispielsweise lokale Winde räumlich eng begrenzt für Abkühlung sorgen.
Dieser Sommer ist bisher besonders warm. Das zeigt auch ein Blick in die folgende Tabelle: Zwar gab es auch früher schon Rekordsommer. Viele der Höchstwerte wurden jedoch dieses Jahr aufgestellt, dabei ist der Sommer noch nicht vorbei.
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In dieser Tabelle finden Sie weniger Stationen als in der ersten, und Ihre Gemeinde ist wahrscheinlich einer anderen Station zugeordnet. Das liegt an den Auswahlkriterien: Nur gut 170 Stationen haben ausreichend Messwerte im Zeitraum 1961 bis 2020, der für diese Tabelle relevant ist. Für 2026 gibt es dagegen deutlich über 400 Stationen.
Der langjährige Vergleich zeigt zwei Dinge: Zum einen sind Tropennächte eigentlich selten. Es gibt im Schnitt ein bis drei pro Jahr. Zum anderen zeigt sich langfristig eine Zunahme von Tropennächten. An vielen Stationen hat sich der Schnitt über die letzten Jahrzehnte vervielfacht.
Wegen der Hitze steigt die Nachfrage nach Klimaanlagen stark. Mobile Geräte sind oft ausverkauft. Beim Einbau fester Anlagen sind bauliche und rechtliche Fragen zu klären.
12.07.2026 | 1:29 minIn Städten sind Hitzewellen im Allgemeinen stärker ausgeprägt als auf dem Land. Es gibt zum Beispiel viel weniger Grünflächen, die eine kühlende Wirkung haben. Fachleute wie Peter Hoffmann betonen daher, dass Städte und Kommunen bei der Stadtplanung stärker die Gesundheit der Bevölkerung und den Klimawandel berücksichtigen sollten.
Grünflächen wie Parks und Straßenbäume können die Temperaturen sowohl tagsüber als auch nachts in der Stadt reduzieren und spenden im Fall von Bäumen auch Schatten, was zu einer starken Reduzierung des Hitzestresses führt.
Peter Hoffmann, Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Hereon, Hamburg
Der Umgang mit tendenziell zunehmenden Hitzewellen werfe auch soziale Fragen auf, sagt Matthias Garschagen, Professor für Entwicklung städtischer und ländlicher Räume an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn:
Können Arbeiten im Freien am Mittag und Nachmittag noch durchgeführt werden? Braucht es Hitzepatenschaften für besonders betroffene Menschen, beispielsweise alleinstehende Seniorinnen und Senioren?
Matthias Garschagen, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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