Mehrere Wetterrekorde gebrochen:So extrem war die erste Hitzewelle des Jahres
von Kevin Schubert und Moritz Zajonz
Der heißeste Tag, die heißeste Nacht: Die nun bestätigten Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen, wie historisch die Hitzewelle Ende Juni gewesen ist. Ein Überblick.
Gleich mehrfach wurde während der Hitzewelle Ende Juni die 40-Grad-Marke in Deutschland geknackt.
27.06.2026 | 2:38 minSchon während der Hitzewelle Ende Juni überschlugen sich die Rekordmeldungen. Drei Tage hintereinander meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland: Auf 41,3 Grad im Saarland folgten 41,5 Grad in Sachsen-Anhalt und 41,7 Grad in Brandenburg.
Jetzt hat der Deutsche Wetterdienst die technische Qualitätskontrolle der zunächst vorläufigen Rekordmessungen abgeschlossen. In dem Prozess ist nicht nur der Hitzerekord noch einmal nach oben korrigiert worden - auf 41,8 Grad in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt. Die Daten zeigen zudem, dass während der Hitzewelle auch die höchsten Tiefsttemperaturen aller Zeiten gemessen wurden.
Welche Wetterrekorde aufgestellt wurden und wie diese Hitzewelle historisch einzuordnen ist - ZDFheute mit einem Überblick.
Drei Tage in Folge neue Hitzerekorde in Deutschland – das bringt große Herausforderungen für Mensch, Tier, Natur und Infrastruktur. Auf die heißen Temperaturen folgen vielerorts Unwetter.
29.06.2026 | 2:19 minGleich neun Messwerte über altem Temperaturrekord
Die DWD-Daten zeigen: Unter den 20 höchsten jemals in Deutschland gemessenen Temperaturen finden sich nur noch drei Werte, die nicht aus diesem Jahr stammen - darunter der alte deutsche Hitzerekord aus dem Juli 2019 - 41,2 Grad in Tönisvorst -, der nun an gleich acht Wetterstationen übertroffen wurde.
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Neue Höchstwerte auch bei den nächtlichen Temperaturen
Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den höchsten Tiefsttemperaturen, also dem kühlsten Messwert einer Wetterstation an einem Tag. Der wird meist in den frühen Morgenstunden erreicht, kurz vor Sonnenaufgang.
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Am 27. Juni wurden in Weinbiet in Rheinland-Pfalz nie weniger als 28,2 Grad gemessen. Das sind exakt 2 Grad mehr als am 7. Juli 2019, als ebenfalls in Weinbiet der bisherige Höchstwert in dieser Kategorie aufgestellt wurde.
Nicht die längste Hitzewelle - aber historische Hitzewarn-Periode
Zwar war die Hitzewelle Ende Juni bei Weitem nicht die längste seit Erfassung der Daten. Allerdings warnte der Deutsche Wetterdienst noch nie so früh im Jahr über einen so langen Zeitraum vor Hitze. Der DWD warnte ab dem 18. Juni vor Hitze - und hielt diese Warnungen teilweise bis zum 29.6. aufrecht, also zwölf Tage am Stück.
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Was die Hitzewelle begünstigt hat
Dass während der Hitzewelle so viele Temperaturrekorde aufgestellt wurden, lag einerseits an einer speziellen Wetterlage, sagt ZDF-Meteorologe Özden Terli - einer sogenannten Ω-(Omega)-Lage. "Dabei liegt in der Mitte ein Hoch, westlich und östlich davon ein Tief, was wie das griechische Omega aussieht", erklärt Terli.
"Diese Kombination ist sehr stabil und es gibt nur noch wenig Bewegung", erläutert der ZDF-Meteorologe. "Die Luft heizt sich fortwährend unter dem Hoch auf, während das Land weiter austrocknet, was das Hoch zusätzlich stabilisiert."
Mehrere Tage lang hatte eine Hitzewelle historischen Ausmaßes Deutschland fest im Griff. Welche Lehren lassen sich daraus ziehen?
29.06.2026 | 1:38 minDie Allzeit-Rekorde seien aber auch Folge des Klimawandels, sagt Terli. "Zunächst einmal ist es Wetter", erklärt er, "aber Wetter als Folge der globalen Erhitzung." Wetterlagen könnten länger anhalten und intensiver ausfallen, "da im Vergleich zur vorindustriellen Zeit viel mehr Wärme in der Atmosphäre vorhanden ist."
Sind die Bedingungen besonders ungünstig, kann es extrem werden.
ZDF-Meteorologe Özden Terli
Dann seien auch immer wieder neue Allzeit-Höchstwerte möglich - "so wie wir es in der vergangenen Hitzewelle erlebt haben mit Temperaturen von über 40 Grad und drei Tagen mit Allzeit-Rekorden", sagt Terli.
Das zeigt, dass es kein bisschen 'normal' ist, was hier passiert.
ZDF-Meteorologe Özden Terli
Auch eine Schnellanalyse der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA) bestätigte, dass sowohl die Tageshöchstwerte als auch die Nacht-Temperaturen der Hitzewelle Ende Juni zu dieser Jahreszeit noch im Jahr 1976 praktisch unmöglich gewesen wären.
- Analyse zu Rekordtemperaturen in Europa: Hitzewelle noch vor 50 Jahren fast unmöglich
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Teile Deutschlands vor nächster Hitzewelle?
Der Deutsche Wetterdienst weist indes bereits auf kommende Hitzetage hin. Zumindest im Südwesten Deutschlands beginnt am Donnerstag voraussichtlich eine bis in die nächste Woche andauernde Hitzephase mit Temperaturen bis zu 36 Grad.
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Die neuen Temperaturrekorde werden dabei nicht übertroffen. Aber: "Sie sind nur eine Momentaufnahme", sagt ZDF-Meteorologe Terli, "die Temperaturen steigen weiter."
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