Weltgesundheitsorganisation:WHO: Hitzewelle ist "Generalprobe" für künftige Sommer
Nach Einschätzung der WHO ist die jüngste Hitzewelle nur ein Vorbote dessen, was Europa künftig erwarten wird. "Die nächsten Sommer werden noch schwieriger werden."
Die WHO kritisiert, dass viele Staaten in Europa nach wie vor nicht über umfassende Hitzepläne verfügen.
Quelle: epa"Diese Hitzewelle ist eine Generalprobe" - die jüngsten Rekordtemperaturen sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur ein Vorbote dessen, was den europäischen Kontinent in den kommenden Jahren erwarten wird.
"Die nächsten Sommer werden noch schwieriger werden", erklärte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Hitzewellen seien längst keine "einmaligen Extremereignisse" mehr, sondern wiederkehrende Krisen. "Sie treten häufiger auf, werden intensiver und dauern länger."
Mehrere Tage lang hatte eine Hitzewelle historischen Ausmaßes Deutschland fest im Griff. Viele litten unter den Rekordtemperaturen, die Rettungsdienste waren im Dauereinsatz.
29.06.2026 | 1:38 minZahl der Notrufe in Frankreich bis zu 50 Prozent gestiegen
Rettungsdienste meldeten derzeit laut WHO Rekordzahlen zu Einsätzen. In Frankreich sei die Zahl der Notrufe in einigen Städten um bis zu 50 Prozent gestiegen.
In London sei vergangene Woche die höchste Zahl an Notrufen in lebensbedrohlichen Situationen registriert worden, die der Rettungsdienst dort jemals an einem Tag verzeichnet habe. Und in Spanien habe es binnen weniger Tage geschätzt mehr als 300 hitzebedingte Todesfälle gegeben.
Die jüngste Hitzewelle hat gezeigt, wie schnell Deutschland an seine Grenzen stößt: auf Straßen und Schienen, in Innenstädten und Notaufnahmen. Was braucht es für mehr Hitzeschutz?
29.06.2026 | 1:31 minWHO: Viele Länder in Europa haben keine Hitzepläne
Auf solche Situationen seien viele Staaten nach wie vor nicht ausreichend vorbereitet, mahnte Kluge. "Mehr als die Hälfte der europäischen Länder verfügt bislang noch immer nicht über einen umfassenden Hitzeaktionsplan." Dieser könne Leben retten - gemeinsam mit Frühwarnsystemen, kühlen Orten und der Unterstützung gefährdeter Menschen.
In manchen Ländern und Städten sieht Kluge gute Vorbilder. Barcelona etwa habe sein Netz an Klimaschutzräumen auf mehr als 500 Standorte ausgeweitet. Dazu zählen etwa Bibliotheken, Parks und Apotheken. Paris habe sein Register für Kontrollanrufe bei besonders gefährdeten Bürgerinnen und Bürgern aktiviert und den Verkauf von Alkohol eingeschränkt.
"Das sind nur wenige Beispiele für praktische und gut umsetzbare Maßnahmen", so Kluge. "Jede Stadt in Europa sollte über vergleichbare Konzepte verfügen."
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