Hitzewellen und Klimawandel:Nur rund jeder 20. Wohnungsneubau mit Klimaanlage
Neubauten in Deutschland haben selten Klimaanlagen oder andere Kühlmechanismen. Besonders betroffen sind Wohngebäude, Kitas und Pflegeeinrichtungen.
Bei neuen Gebäuden werden in Deutschland nicht häufig Klimaanlagen eingebaut. (Symbol- und Archivfoto)
Quelle: dpaTrotz wiederkehrender Hitzewellen wird nur rund jedes 20. neue Wohngebäude in Deutschland mit einer Anlage zur Kühlung ausgestattet. Im Jahr 2025 verfügten 4,3 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude über eine solche Technik, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Der Anteil hat sich damit binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt: 2015 lag er noch bei 1,9 Prozent. Unter Anlagen zur Kühlung verstehen die Statistiker neben klassischen Klimaanlagen auch Deckenkühlungen oder Fußbodenheizungen mit Kühlfunktion.
Die jüngste Hitzewelle hat gezeigt, wie schnell Deutschland an seine Grenzen stößt: auf Straßen und Schienen, in Innenstädten und Notaufnahmen. Was braucht es für mehr Hitzeschutz?
29.06.2026 | 1:31 minAuch Kitas und Pflegeeinrichtungen selten richtig ausgestattet
Deutlich häufiger sind Büro- und Verwaltungsgebäude klimatisiert. Hier wurde mehr als jedes dritte im vergangenen Jahr fertiggestellte Gebäude (37,8 Prozent) mit einer Kühlanlage versehen. Die Statistiker führen dies auch auf gesetzliche Vorgaben zum Arbeitsschutz und die Fürsorgepflicht von Arbeitgebern gegenüber Beschäftigten zurück.
Annähernd so hoch ist der Anteil in neuen Gebäuden für Bildung und Forschung (33,9 Prozent) sowie im Gesundheitswesen (34,4 Prozent). Deutlich seltener werden dagegen Gebäude des Sozialwesens wie Kitas oder Pflegeeinrichtungen mit Kühlanlagen ausgestattet. Hier lag die Quote im vergangenen Jahr bei 14,5 Prozent.
Mehrere Tage lang hatte eine Hitzewelle historischen Ausmaßes Deutschland fest im Griff. Viele litten unter den Rekordtemperaturen, die Rettungsdienste waren im Dauereinsatz.
29.06.2026 | 1:38 minRegierung sieht Anpassung an Hitze als große Herausforderung
Die jüngste Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von mehr als 41 Grad hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob insbesondere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ausreichend mit Klimaanlagen versorgt sind. Die Bundesregierung hat die Anpassung Deutschlands an Hitzewellen als große Herausforderung bezeichnet und zugleich vor allem Länder und Kommunen in die Pflicht genommen.
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) wies darauf hin, dass den Kommunen 100 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung gestellt worden seien. Zu Forderungen etwa der Grünen nach einem besseren Schutz von Krankenhäusern und Pflegeheimen sagte Schneider am Montag im Deutschlandfunk: "Das können die Länder ja auch machen." Sie hätten im Rahmen des Sonderprogramms 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt bekommen, "und es steht ihnen vollkommen frei, dass sie ... die Mittel darin auch investieren."
Der Bund verfehlt seine Ziele beim Sondervermögen. Ökonom Clemens Fuest kritisiert die Regierung und fordert, dass das Geld konsequent für zusätzliche und langfristige Investitionen zu nutzen.
01.06.2026 | 10:51 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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