Epstein-Akten: Abgeordnete wollen Ermittlungen in Deutschland

"Verflechtungen auch nach Deutschland":Epstein-Akten: Abgeordnete für Ermittlungen in Deutschland

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Reichen Epsteins pädokriminelle Machenschaften auch nach Deutschland? Bundestagsabgeordnete sehen Erpressungspotenzial und Sicherheitsrisiken für das Land. Sie fordern Aufklärung.

Ein Dokument, das in den vom US-Justizministerium freigegebenen Jeffrey-Epstein-Akten enthalten war und am Montag, dem 2. Februar 2026, fotografiert wurde, zeigt Epsteins Registrierungsformular für Sexualstraftäter in Florida für Juli 2018.

Die Akten zum Fall des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein rufen nun auch Politiker in Deutschland auf den Plan.

Quelle: AP

Mehrere Sicherheitspolitiker im Bundestag haben eine systematische Auswertung der neu veröffentlichten US-Unterlagen zum Fall des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein durch deutsche Staatsanwaltschaften gefordert.

Die deutschen Behörden sollten sich "die Epstein-Akten genau anschauen und gegebenenfalls amerikanische Behörden nach weiteren Informationen anfragen", sagte der Fraktionsvize der Grünen, Konstantin von Notz dem "Handelsblatt".

Von der Bundesregierung verlangte von Notz Auskunft, inwieweit deutschen Nachrichtendiensten und anderen Sicherheitsbehörden Kenntnisse über Epsteins Taten sowie über dahinterstehende "ausbeuterische, kriminelle oder pädokriminelle Netzwerke" und deren internationale Bezüge bekannt gewesen seien.

Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, im Hintergrund Dokumente

Viele Namen tauchen in den Epstein-Files auf - darunter auch der des KI-Forschers Joscha Bach, zeigen ZDF-Recherchen.

04.02.2026 | 17:51 min

Epstein-Files bieten "erhebliches Erpressungspotenzial"

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums, Marc Henrichmann (CDU). In die "unsäglichen Epstein-Machenschaften" seien offenbar hochrangige Entscheider aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verwickelt gewesen, sagte er dem "Handelsblatt". Die Enthüllungen böten "erhebliches Kompromittierungs- und Erpressungspotenzial".

Es müsse geprüft werden, ob dadurch Entscheidungen "zu Lasten der Sicherheit Deutschlands und Europas" beeinflusst worden sein könnten. Das Parlament werde den Sicherheitsbehörden dazu Fragen stellen.

Justice Department Jeffrey Epstein

Weitere jüngst veröffentlichte Dokumente aus den Epstein-Akten sorgen weltweit für Empörung.

02.02.2026 | 2:53 min

SPD-Politiker: "Verflechtungen auch nach Deutschland" möglich

Der innenpolitische Sprecher der Fraktion der SPD im Bundestag, Sebastian Fiedler, hielt deutsche Bezüge für möglich. Dem Handelsblatt sagte er:

Angesichts der zahlreichen Verflechtungen in europäische Machtzirkel ist es keineswegs ausgeschlossen.

Sebastian Fiedler, Innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

Für die strafrechtliche Aufarbeitung verwies Fiedler auf die enge Zusammenarbeit von deutschen und US-Ermittlungsbehörden. Er erwarte, dass deutsche Stellen in einschlägigen Fällen beteiligt würden.

Zugleich sah Fiedler eine mögliche geheimdienstliche Dimension. Sollte sich der von Polens Regierungschef Donald Tusk geäußerte Verdacht einer möglichen russischen Einflussoperation bestätigen, "würde das zahlreiche Folgefragen aufwerfen, die auch uns hier betreffen".

Fotomontage: US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump stehen bei der Premiere von Melania Trumps Film "Melania" vor einer weißen Wand mit dem Filmtitel im Hintergrund. Ins Weiß ist ein Foto von Jeffrey Epstein montiert.

Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung des Melania-Trump-Films wurden in den USA weitere Akten zum Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht.

05.02.2026 | 16:01 min

Epstein-Files: Prominente Namen und mehr als 1.000 Opfer

Das Justizministerium in Washington hatte vor einer Woche mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht, darunter E-Mails, Fotos und Videos. Darin erscheinen wieder die Namen zahlreicher Persönlichkeiten.

Epstein soll im Verlauf der Jahrzehnte mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Der bereits 2008 verurteilte Epstein wurde 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem in der ZDFheute live am 04.02.2026 ab 19:35 Uhr sowie im auslandsjournal am 05.02.2025 ab 17:00 Uhr.

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