Sicherheit von Zugbegleitern:Schweitzer fordert Passfotos auf Deutschlandtickets
Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz fordert Passfotos auf Deutschlandtickets. Das Ziel: mehr Sicherheit für Zugbegleiter. Der Bundesverkehrsminister macht andere Vorschläge.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer fordert ein bundesweit einheitliches Deutschlandticket mit Foto. Hintergrund ist die Debatte um die Sicherheit von Zugpersonal.
16.02.2026 | 0:23 minDer rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat in der Debatte um mehr Sicherheit für Zugpersonal ein optisch einheitliches Deutschlandticket mit Lichtbild gefordert. Die Kollegen des in Rheinland-Pfalz zu Tode geprügelten Zugbegleiters hätten ihm im persönlichen Gespräch gesagt, es würde ihre Arbeit erleichtern, wenn sie nicht mehr die Pässe der Fahrgäste zusätzlich zum Ticket kontrollieren müssten, sagte Schweitzer in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".
Er fordere ein einheitliches Deutschlandticket, erläuterte Schweitzer. "Wir haben ganz viele Deutschlandtickets, die unterschiedlich aussehen, und ganz oft müssen die Zugbegleiter dann nach dem Personalausweis oder dem Reisepass fragen", so Schweitzer. Die Umsetzung "kostet nicht viel Geld, das können wir ganz schnell machen".
Nach den jüngsten Angriffen auf Bahnangestellte sollen Bodycams eingesetzt werden. Detlef Neuß vom Fahrgastverband “Pro Bahn“ sieht das positiv: "Es dient der Dokumentation einer möglichen Straftat".
16.02.2026 | 6:55 minAuch mehr Personalpräsenz durch Doppelbesetzungen von Zügen und die Einführung von Bodycams seien dringend notwendig, aber es brauche noch mehr Vorschläge. Es sei sehr wichtig, jetzt schnell zu handeln, so der rheinland-pfälzische Ministerpräsident. Er habe angeboten, am 5. März auf der Ministerpräsidentenkonferenz das Thema Zugsicherheit auf die Tagesordnung zu setzen.
Anfang Februar wurde Zugbegleiter Serkan C. zu Tode geschlagen. Auf einem Sicherheitsgipfel der Bahn am Freitag ging es darum, wie das Bahnpersonal künftig besser geschützt werden soll.
13.02.2026 | 1:53 minVerkehrsminister: Kontrollen "Auslöser für erhebliche Grundaggressivität"
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erwägt, weniger Ausweiskontrollen in Zügen durchführen zu lassen. "Wir haben festgestellt, dass die Identitätskontrollen Auslöser für erhebliche Grundaggressivität sind", sagte Schnieder dem "Handelsblatt".
"Man könnte die Gewalt um etwa 18 Prozent senken, wenn man auf solche Kontrollen verzichtet", so Schnieder. Denkbar wären bloße Stichprobenkontrollen wie in U- und S-Bahnen, die von größeren Mitarbeiterteams durchgeführt würden. "Oder Sie kontrollieren bereits am Bahnsteig, wie es andere Länder machen", sagte Schnieder.
Bereits ab dem 1. März soll in den Regionalbahnen der Deutschen Bahn die verpflichtende Ausweiskontrolle im Rahmen der Ticketkontrolle entfallen. Eine Ausweiskontrolle liege dann im Ermessen des prüfenden Mitarbeiters, es gelte "das Prinzip Eigensicherung vor Prüfung", heißt es von der DB.
Nach dem tödlichen Angriff in Rheinland-Pfalz ist ein Zugbegleiter der Eurobahn zwischen Dortmund und Münster mit Bodycam im Dienst. Er berichtet, was er auf der Strecke erlebt.
11.02.2026 | 4:21 minSieben-Punkte-Plan nach tödlichem Angriff
Anfang Februar war ein 36-jähriger Zugbegleiter von einem Schwarzfahrer in Rheinland-Pfalz lebensbedrohlich verletzt worden, er starb später im Krankenhaus. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.
Der tödliche Angriff auf Zugbegleiter Serkan C. bei Kaiserslautern hat Anfang Februar bundesweites Entsetzen ausgelöst. Immer wieder und immer häufiger wird Zugpersonal von Fahrgästen angegriffen.
04.02.2026 | 1:45 minBahn-Chefin Evelyn Palla berief einen Bahn-Sicherheitsgipfel mit Vertretern der Bundesregierung, der Länder, der Sicherheitsbehörden sowie der Bahn-Gewerkschaften ein. Sie einigten sich auf einen Sieben-Punkte-Plan, mit dem die Sicherheit für Reisende und das Bahn-Personal verbessert werden soll.
Demnach sollen alle Bahn-Beschäftigten mit Kundenkontakt im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen mit Bodycams ausgestattet werden. Zusätzlich zu den bisher rund 4.000 Bahn-Sicherheitskräften sollen 200 weitere Mitarbeiter bei DB Sicherheit eingestellt werden. Für alle Mitarbeitenden im Kundenbetrieb soll es zudem einen Notfallknopf geben.
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