CDU-Generalsekretär Linnemann lehnt Bündnis mit Grünen ab

Vor Bundesparteitag in Berlin:CDU-Generalsekretär gegen Bündnis mit Grünen

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Auf dem Bundesparteitag will die CDU ihren Kurs festlegen. Kurz zuvor geht Generalsekretär Linnemann auf klare Distanz zu den Grünen. "Sie verunsichern einfach das komplette Land."

Vor Beginn des CDU-Bundesparteitags hat sich Generalsekretär Carsten Linnemann demonstrativ von den Grünen distanziert, ohne sie dabei komplett als potenziellen Partner auszuschließen.

Grundsätzlich müsse man zwar mit allen können, sagte er der "Bild am Sonntag". Aber der Parteivorsitzende Friedrich Merz habe bereits deutlich gemacht, dass von den Regierungsparteien die Grünen am weitesten von der CDU entfernt seien.

Mit diesen Grünen hätte es nie einen Koalitionsvertrag mit der CDU gegeben. Sie verunsichern einfach das komplette Land.

Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär

JU-Chef kritisiert "grundfalsche" Beschlüsse der Grünen

Merz hatte nicht ausgeschlossen, nach der Bundestagswahl auch mit den Grünen Gespräche über eine mögliche Koalition zu führen. Er hatte damit auch auf CSU-Chef Markus Söder reagiert, der wiederholt einen anderen Eindruck erweckt hatte.

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Junge-Union-Chef Johannes Winkel sagte dem Magazin "Cicero": "Ich kann mir Schwarz-Grün im Bund nicht vorstellen, weil gerade die Grünen in der Ampel vieles aus unserer Sicht grundfalsches durchgesetzt haben. Unabhängig von irgendwelchen Koalitionsüberlegungen halte ich die politische Richtung der Grünen systematisch eben nicht für die richtige."

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Ministerpräsident Günther fordert Kurskorrektur

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderte indes seine eigene Partei zu einer Kurskorrektur auf. "Angela Merkels Kurs der Mitte war ihr Erfolgsrezept", sagte Günther den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Verweis auf die frühere CDU-Kanzlerin.

Angesichts des "miserablen" Rufs der Ampel-Koalition müsse die Union eigentlich besser dastehen als im Moment, mahnte er. Der schleswig-holsteinische Regierungschef bemängelte:

Viele, die unter Merkel CDU gewählt haben, erreichen wir im Moment nicht.

Daniel Günther, schleswig-holsteinischer Ministerpräsident

Diese Wähler seien jedoch "nicht unerreichbar". Es gebe zum Beispiel viele unzufriedene Grünen-Wähler, die durchaus wechselbereit seien. "Wir sollten sämtliche Wählerinnen und Wähler, die wir unter Angela Merkel angesprochen haben, an uns binden", forderte Günther. 

Günther bekannte zudem, dass er die ehemalige Kanzlerin und CDU-Vorsitzende auch als Person vermisse:

Angela Merkel fehlt der Politik insgesamt.

Daniel Günther, schleswig-holsteinischer Ministerpräsident

Er habe bei ihr immer bewundert, wie sie Probleme löse. "Sie ist als Naturwissenschaftlerin die Dinge immer sehr strukturiert angegangen, sie weiß, wie man Lösungsschritte plant." Davon könne man wieder mehr gebrauchen.

Parteitag: CDU-Spitze wird neu gewählt

Die Spitzengremien der CDU treffen am heutigen Sonntag die letzten Vorbereitungen für den dreitägigen Parteitag in Berlin. Von Montag an wollen die 1.001 Delegierten zunächst die gesamte Parteispitze neu wählen.

Mit besonderer Spannung wird das Ergebnis von Parteichef Merz erwartet. Er war 2022 erst im dritten Anlauf zum Nachfolger von Merkel gewählt worden, die die Partei bis 2018 geführt hatte. Seitdem hat die CDU wieder einen etwas konservativeren Kurs eingeschlagen.

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Am Dienstag will sich die CDU nach dem Wahldesaster und Machtverlust von 2021 mit einem neuen Grundsatzprogramm inhaltlich neu aufstellen. Das alte stammte noch von 2007, aus der Ära von Angela Merkel. Am Mittwoch ist auf dem Parteitag der Start in die Schlussphase des Europawahlkampfes geplant.

Quelle: dpa, AFP

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