Übung "Medic Quadriga 2026":Bundeswehr trainiert Versorgung verwundeter Soldaten
Stresstest für den Nato-Bündnisfall: Die Bundeswehr übt in Berlin die Versorgung Hunderter verletzter Soldaten. Auch zivile Partner beteiligen sich an der Übung "Medic Quadriga".
In Berlin haben etwa 1.000 Bundeswehr-Soldaten und 250 Zivilkräfte für den Bündnisfall trainiert. Im Fall eines Angriffs an der Nato-Ostflanke müssten sie Verwundete schnell versorgen.
06.03.2026 | 0:51 minUm im Ernstfall eine große Zahl verwundeter Soldaten versorgen zu können, will Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit Hilfsorganisationen und zivilen Krankenhäusern ausbauen.
Nur gemeinsam sind wir durchhaltefähig und krisenfest.
Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister
Nur Militär und zivile Stellen zusammen könnten diese Aufgabe bewerkstelligen, sagte der SPD-Politiker in Berlin bei der Übung "Medic Quadriga 2026". Mit der großangelegten Übung trainiert die Bundeswehr noch bis diesen Samstag die Rettung Hunderter Verwundeter aus Kämpfen an der Ostflanke der Nato und ihre Behandlung in deutschen Krankenhäusern.
Im Februar trainierte die Nato schon die Verlegung von Truppen aus Südeuropa an die Ostflanke. "Steadfast Dart" heißt die Nato-Übung, an der rund 10.000 Soldaten aus elf Ländern teilnahmen.
19.02.2026 | 1:47 minMehr als 1.250 Menschen an "Medic Quadriga 2026" beteiligt
Es handele sich um die größte Übung des Bundeswehrsanitätswesens seit Jahrzehnten, sagte Pistorius. Insgesamt seien 1.250 Menschen beteiligt, darunter 1.000 Soldatinnen und Soldaten und rund 250 Zivil-Experten.
Für die Übung wurden in einer Halle Zelte als Annahmestelle für Schauspieler mit simulierten Verletzungen wie aus einem Kampfeinsatz aufgebaut. Im Fall eines russischen Angriffs rechnet die Nato in einem hochintensiven Gefecht mit etwa 1.000 Verwundeten. Diese Zahl wurde auch bei der Übung genannt. Sie bedeute, dass binnen weniger Wochen 35.000 Krankenhausbetten zur Behandlung von Soldaten bereit sein müssten.
Zu Beginn jedes Quartals fangen die neuen Rekruten der Bundeswehr ihre Ausbildung an. Nach wie vor sucht die deutsche Armee händeringend nach Personal.
07.01.2026 | 1:37 minOb und wie das Gesundheitssystem eine solche Lage bewältigen könnte, ist bisher unklar - Militärs wie Zivilisten erwarten wichtige Erkenntnisse von der Übung. Ein wichtiges IT-System musste für die große Zahl von Intensivpatienten bereits umprogrammiert werden; deutlich wurde auch, dass einige nach deutscher Verwaltungspraxis aufgestellte Regeln hinderlich sind.
Berlins Gesundheitssenatorin: Übung "dient nicht der Dramatisierung"
Nur ein Gesundheitssystem, das in normalen Zeiten stabil sei, werde auch im Krisenfall stabil funktionieren, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD).
Die Übung diene "nicht der Dramatisierung, sondern der Professionalisierung unserer Handlungsabläufe und insofern eben auch der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung ebenso wie für die Versorgung Verwundeter im Kriegsfall".
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