Präsident der Ukraine im ZDF:Selenskyj: "Vertrauen in Putin wird es nie geben"
Nach vier Jahren Krieg sei die Ukraine erschöpft, so Präsident Wolodymyr Selenskyj. Wer Putin aufhalten könnte und warum der Krieg ihn zunächst einsam machte, erklärt er im ZDF.
Ein wahrer Frieden lasse sich nur erreichen, wenn russische Sicherheitsgarantien vorliegen, so der ukrainische Präsident Selenskyj im Gespräch mit ZDF-Korrespondentin Eigendorf.
27.02.2026 | 4:28 minSeit dem 24. Februar 2022 ist in der Ukraine nichts mehr so, wie es war: Vier Jahre dauert die russische Vollinvasion im Land bereits an. Vier Jahre mit verheerenden Angriffen und ständigem Luftalarm, vier eiskalte Kriegswinter, in denen Russland die Energieinfrastruktur des Landes angreift.
"Und das ist nicht nur Erschöpfung, sondern ein dunkles Loch, in das sie fallen", erklärt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im exklusiven Interview mit dem ZDF über die Menschen in seinem Land. Das gelte auch für das Militär: "Es gibt Menschen, die müde und erschöpft sind - viele von ihnen an der Front."
Natürlich ist es hart - am härtesten für das Militär. Es ist nicht das erste Mal, dass sie einen solchen Winter erleben.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
"Das Gespräch war teilweise auch sehr emotional", berichtet ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf nach dem Interview mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj.
27.02.2026 | 1:31 minSelenskyj: Nur Trump kann Putin stoppen
Unter seiner Forderung eines "echten Friedens" versteht der Präsident der Ukraine die "Einstellung des gesamten Krieges, also nicht nur eine Waffenruhe". Um mehr als eine "Pause im Krieg" zu erreichen, brauche es Sicherheitsgarantien, denn:
Vertrauen in Putin und Russland wird es nie geben.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Anders als er selbst, so Selenskyj, könne der russische Präsident Wladimir Putin "den Krieg morgen beenden". Abseits davon sei US-Präsident Donald Trump "die einzige Person, die Putin stoppen kann". Die Rolle Deutschlands, beschreibt Selenskyj, habe sich im Laufe des Krieges verändert: "Ich denke, dass die Deutschen entschlossener geworden sind, viel mehr als früher."
In der Nacht hat Russland die Ukraine erneut angegriffen.
26.02.2026 | 0:24 minSelenskyj: Beginn des Krieges war "ziemlich einsam"
Bei der Frage nach Vertrauten innerhalb seiner Regierung wird Selenskyj persönlich: Der Beginn des Krieges in der Ukraine sei "ziemlich einsam" gewesen, denn: "Je mehr man vertraut - auch den Leuten, die man kennt - desto mehr Risiken gibt es für das Land, für den Präsidenten und auch für diese Person", so Selenskyj. Dies sei "sein Job", so Selenskyj, denn:
Einsamkeit hilft dem Land mehr.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Das Interview führte ZDF-Sonderkorrespondentin Katrin Eigendorf. Autor der Zusammenfassung ist ZDFheute-Redakteur Silas Thelen.
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