Republikaner im Schockzustand:Beginnen jetzt Trumps "Rumpelstilzchen-Jahre"?
Nach dem deutlichen Sieg der Demokraten bei den Midterms steht Präsident Donald Trump unter Druck. In seiner Partei beginnen bereits die Debatten über die Zukunft nach Trump.
Bei den Midterms haben die Republikaner eine historische Niederlage eingefahren. Welche Folgen hat das für die Partei, für Präsident Trump und vielleicht auch für die ganze MAGA-Bewegung?
05.11.2026 | 51:26 minIm heute journal-Podcast geht es heiß her. Es diskutieren Arian Agashahi, von den Republicas Oversees, einer Vertretung der Republikaner in Deutschland, Cathryn Clüver-Ashbrook, Politologin und US-Expertin, Anne Gellinek, Stellvertretende ZDF-Chefredakteurin und Moderatorin Helene Reiner.
Die Bilanz der Zwischenwahlen fällt für die Republikaner ernüchternd aus. Während die Demokraten ihre Position im Kongress deutlich ausbauen konnten, beginnt innerhalb der Republikanischen Partei die Suche nach den Ursachen der Niederlage.
"Das war ein verheerender Wahlabend für die Republikanische Partei", sagt Arian Agashahi auf die Frage von Helene Reiner, nach der Stimmung im republikanischen Lager. Das Ergebnis dürfe nicht schöngeredet werden. Vielmehr müsse die Partei nun analysieren, warum sie wichtige Wählergruppen verloren habe.
Die Ergebnisse der Midterms setzen US-Präsident Donald Trump unter Druck. Welche Folgen haben die Wahlergebnisse für die USA, Europa und auch die republikanische Partei?
04.11.2026 | 47:23 minTrump weist jede Verantwortung von sich
Donald Trump selbst sieht die Schuld offenbar nicht bei sich, da Trump, wie Anne Gellinek anmerkt, ja behaupte, die Niederlage läge vor allem daran, dass er nicht auf dem Wahlzettel gestanden habe.
In der Diskussion wird schnell klar, dass Trump die Zwischenwahlen aber durchaus selbst stark personalisiert und seine Anhänger immer wieder dazu aufgerufen hatte, die Wahl als Abstimmung über seine Politik zu betrachten.
Kampf um die Zukunft der Republikaner
Nach Ansicht der Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook beginnt nun ein offener Richtungsstreit innerhalb der Republikanischen Partei.
Besonders aufmerksam wird dabei auf führende Republikaner wie Vizepräsident JD Vance geschaut. Dessen öffentliche Distanzierungen von Teilen der Trump-Politik werden bereits als mögliche Vorboten eines Machtkampfes um die Nachfolge des Präsidenten gewertet.
Das Ergebnis bei den Midterms treffe den US-Präsidenten hart, so Washington-Korrespondentin Claudia Bates. Sein Führungsanspruch in der republikanischen Partei sei untergraben.
04.11.2026 | 9:16 min"Die Frage der zukünftigen Orientierung der Republikanischen Partei ist jetzt virulent wie nichts anderes", sagt Clüver Ashbrook. In den kommenden Wochen seien Schuldzuweisungen und Positionskämpfe innerhalb der Partei zu erwarten. Trump sei zwar noch Präsident, sein politischer Einfluss werde nun aber offen infrage gestellt.
Demokraten profitieren von neuer Generation
Während die Republikaner nach Antworten suchen, feiern die Demokraten neue politische Hoffnungsträger. Namen wie Zohran Mamdani, James Talarico oder Abdul El-Sayed stehen für eine jüngere Generation von Politikern, die weit über ihre Bundesstaaten hinaus Aufmerksamkeit erregt haben.
Trumps Republikaner verlieren laut Medienprognosen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Was bedeuten die Wahlergebnisse für den US-Präsidenten? Die Analyse bei ZDFheute live.
04.11.2026 | 53:06 minBesonders bemerkenswert sei die hohe Beteiligung junger Wählerinnen und Wähler, sagt Clüver Ashbrook. Diese Generation fordere nicht nur neue Gesichter, sondern auch neue politische Antworten auf Fragen wie Gesundheitsversorgung, Bildungskosten und wirtschaftliche Sicherheit.
Folgen für Trumps Außenpolitik
Besonders spannend dürfte nun die Frage werden, welche Auswirkungen die Wahlniederlage auf Trumps Außenpolitik haben wird. Clüver Ashbrook warnt davor, einen geschwächten Präsidenten automatisch für einen gemäßigten Präsidenten zu halten.
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen spricht über die Gründe für das starke Abschneiden der Demokratischen Partei bei den US-Midterms.
04.11.2026 | 1:14 minIm Gegenteil: Trump könne versuchen, außenpolitisch umso entschlossener aufzutreten, je stärker er innenpolitisch unter Druck gerate, es könnten nun Trumps "Rumpelstilzchen-Jahre" kommen.
Besonders im Konflikt mit Iran sieht sie das Risiko weiterer Eskalationen. Agashahi erwartet dagegen keinen grundlegenden Kurswechsel. Zwar werde die Wahlniederlage auch außenpolitische Debatten innerhalb der Republikanischen Partei verstärken. Die verfassungsmäßigen Befugnisse des Präsidenten blieben jedoch weitgehend unangetastet.
Signalwirkung auch für Europa
Die Diskussion im Podcast geht weit über die USA hinaus. Für viele Beobachter ist das Ergebnis auch ein Signal an politische Parteien in Europa. Clüver Ashbrook verweist darauf, dass die Demokraten es geschafft hätten, politische Energie junger Menschen aufzugreifen und sie in den demokratischen Prozess einzubinden. Daraus könnten auch deutsche Parteien lernen.
In den allermeisten europäischen Hauptstädten würde man sich sehr über Trumps Niederlage bei den Midterms freuen, so ZDF-Korrespondent Ulf Röller aus Brüssel.
04.11.2026 | 3:21 minDie Midterms seien für viele Beobachter mehr als eine Zwischenwahl. Sie markierten möglicherweise den Beginn einer Neuordnung der amerikanischen Politik. Die zentrale Frage laute nun: Kann Donald Trump seine Partei noch hinter sich versammeln oder hat bereits die Zeit nach Trump begonnen?
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