Zwischenwahlen in den USA 2026:Was der Wahlerfolg der Demokraten für Trump bedeutet
von Bastian Hartig
Es ist ein Erdrutschsieg für die US-Demokraten bei den Midterms. Mit der Mehrheit in beiden Kammern könnten sie Donald Trump das Leben schwer machen.
Es ist ein politisches Erdbeben in den USA. Die Wähler haben bei den US-Midterms vor allem einen abgestraft: Donald Trump.
04.11.2026 | 1:32 minNach Schließung der Wahllokale in den USA sieht es nach einer (sehr) guten Wahlnacht für die Demokraten aus. Die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat errungen.
ZDFheute Infografik
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Welche Konsequenzen hätte diese Machtverschiebung für Donald Trump und die zwei verbleibenden Jahre seiner Amtszeit?
Die Mehrheit der Demokraten in beiden Kammern bedeutet, dass Donald Trump und sein Umfeld sich auf Untersuchungsausschüsse gefasst machen müssen. Dabei haben Demokraten die Befugnis, Dokumente anzufordern sowie Zeugen vorzuladen und diese unter Eid zu befragen.
Die Folgen der Kriege in Iran und der Ukraine sind laut ZDF-Korrespondent Theveßen wichtige Themen bei den Midterms. Es wachse Unmut über hohe Preise und Politiker, die sich vermeintlich selbst bereichern.
03.11.2026 | 7:25 minKorruption steht im Fokus
Gerade die Korruptionsvorwürfe gegen Trump könnten in den Fokus geraten. "Wir werden dafür sorgen, dass wir die Korruption bekämpfen, wenn die Demokraten im November das Repräsentantenhaus zurückerobern", schrieb der demokratische Abgeordnete Robert Garcia vor den Wahlen in einer Mitteilung.
Auch wenn sich Trump selbst einer Anhörung vor dem Kongress möglicherweise entziehen kann, haben Firmen, die von seiner Regierung Aufträge bekommen, diese Möglichkeit nicht. Auch sie könnten aufschlussreiche Informationen zu den mutmaßlichen Machenschaften Trumps haben.
Man wolle durch die Untersuchungen Beweise zusammentragen, um Trump zur Rechenschaft zu ziehen, berichtet Reuters unter Berufung auf demokratische Kreise.
Allerdings ist man sich im Weißen Haus dieser Gefahr offenbar bewusst und arbeitet an Gegenmaßnahmen. Anwälte der Regierung berieten Amtsträger und hohe Beamte, wie sie mit Anfragen vom Kongress umgehen sollen, berichtet Reuters. Sie seien angewiesen worden, vorsichtig zu sein, welche Vorgänge sie zu Papier brächten.
Trump gehe davon aus, das Repräsentantenhaus an die Demokraten zu verlieren. Er hoffe aber auf eine Mehrheit im Senat, berichtet ZDF-Korrespondentin Heike Slansky aus Washington.
04.11.2026 | 2:42 minTrump kann Gesetze per Veto verhindern
Ob Ermittlungen durch den Kongress am Ende zu einem weiteren Amtsenthebungsverfahren führen, ist offen. In Trumps erster Amtszeit sind die Demokraten zwei Mal mit derartigen Verfahren am republikanischen Widerstand im Senat gescheitert.
Trotz einer guten Wahlnacht ist es unwahrscheinlich, dass sie jetzt die nötige Zweidrittelmehrheit gegen Trump zusammenbekommen. Bei Regierungsmitgliedern wie Verteidigungsminister Pete Hegseth könnte das jedoch anders aussehen - der ist selbst bei vielen Republikanern unbeliebt.
Dass ihm der Kongress mit konkreter Gesetzgebung die Grenzen seiner Macht aufzeigt, muss Trump nur bedingt befürchten. Selbst wenn die Demokraten im Senat die für die meisten Gesetze nötige 60-Stimmen-Mehrheit zusammenbekommen sollten, kann Trump immer noch sein Veto einlegen. Um das zu überstimmen, bräuchte es eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern - eine hohe Hürde.
Bei den US-Midterms kann es zu Überraschungen kommen. Prognosen seien oft schwierig, so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Denn Trump-Wähler machten bei den Umfragen oft nicht mit.
03.11.2026 | 2:50 minDemokraten kontrollieren das Geld
Allerdings könnten die Demokraten die Macht des Haushalts nutzen, um Trump zu Zugeständnissen zu zwingen. Das Repräsentantenhaus verfügt über das Geld, und ohne das wird es für Trump schwierig, seine Vorhaben durchzusetzen. So könnten die Demokraten beispielsweise die Finanzierung des Militärs an Bedingungen knüpfen, die eine Fortführung des Krieges in Iran erschweren oder einen Truppenabzug aus Europa verhindern.
Mit den neuen Mehrheiten im Senat wird es für Trump nun auch schwieriger, Kabinetts-, Beamten- und Richterposten zu besetzen, die vom Senat bestätigt werden müssen. Wichtig sind vor allem Richter, weil die oft auf Lebenszeit ernannt werden und so Trumps Einfluss für lange Zeit spürbar bliebe.
Denkbar ist aber auch, dass sich für Trump durch eine demokratische Mehrheit im Kongress gar nicht so viel ändert. Bereits jetzt regiert er weitestgehend am Kongress vorbei vor allem mittels präsidialer Erlasse.
Im Weißen Haus arbeite man bereits an Möglichkeiten, Trumps Vorhaben auch mit einer demokratischen Mehrheit im Kongress umzusetzen, wie Reuters unter Berufung auf Regierungsquellen berichtet.
Man eruiere, "was Trump rechtlich alleine tun kann, wo er versuchen könnte, die Grenzen seiner Macht auszuweiten und wie diese Entscheidungen vor Gericht verteidigt werden können".
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