USA vor den Midterms: Hohe Inflation schwächt Trump

USA vor den Midterms:Die hohe Inflation belastet Trumps Wahlkampf

von Anne Sophie Feil, Washington, D.C.

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Kurz vor den Midterms steigt die Inflation in den USA auf 3,7 Prozent. Hohe Spritpreise und Zölle belasten viele Haushalte und setzen Trump politisch unter Druck.

Trump

Lebensmittel kosten in den USA etwa 33 Prozent mehr als 2019. Vor den US-Zwischenwahlen wächst auch unter Trumps eigenen Wählern der Unmut. Hohe Preise belasten Menschen im Alltag.

22.10.2026 | 1:40 min

Viele Wähler in den USA hatten Donald Trump auch deshalb zum Präsidenten gewählt, weil er versprochen hatte, die Wirtschaft zu stärken und die Preise zu senken. Zwei Jahre später und unmittelbar vor den Midterms wächst jedoch die Sorge vor steigenden Lebenshaltungskosten.

USA: Energiekosten treiben die Teuerung

Im September stiegen die Verbraucherpreise in den USA im Vergleich zum vergangenen Jahr um 3,7 Prozent. Im August hatte die Inflationsrate im Jahresvergleich bereits 3,4 Prozent betragen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind die Energiepreise. Seit Beginn des Kriegs zwischen den USA und Iran wird nur noch wenig Öl durch die Meerenge Hormus im Persischen Golf transportiert. Das hat die Kraftstoffpreise weltweit deutlich steigen lassen.

Donald Trump

Bei den anstehenden Zwischenwahlen in den USA könnten die Stimmen der Latinos entscheidend sein. Laut aktuellen Umfragen ist das Rennen zwischen den Parteien knapp.

31.10.2026 | 1:40 min

An den Tankstellen in den Vereinigten Staaten kostet Benzin im Landesdurchschnitt mehr als 4,16 Dollar pro Gallone (entspricht etwa 3,8 Litern), Diesel kostet stellenweise mehr als sechs Dollar. Das erscheint für deutsche Tankstellenkunden zwar vergleichsweise günstig, doch für die sehr autoabhängigen Amerikaner ist dieser Anstieg um über 34 Prozent innerhalb eines Jahres schwer zu verkraften.

Zusätzlich verteuern Importzölle sowohl ausländische Waren als auch im Inland hergestellte Produkte, die auf importierten Bauteilen basieren. Dazu zählen zum Beispiel Elektronik, Maschinen und bestimmte Lebensmittel. Laut einer Studie der US-Notenbank Fed gibt der Einzelhandel etwa die Hälfte dieser höheren Importkosten an die Kunden weiter. Durch den nachlassenden Preisdruck können es sich demnach zudem mehr heimische Hersteller leisten, ihre Preise zu erhöhen.

Für die regierenden Republikaner ist die wirtschaftliche Lage vor den Wahlen am 3. November ein ernstes Problem. Laut einer Umfrage von AP-NORC bewerten etwa 79 Prozent der US-Amerikaner Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten negativ, 74 Prozent zeigen sich mit seiner Wirtschaftspolitik unzufrieden. Die realen Stundenlöhne sanken im September im Jahresvergleich um durchschnittlich 0,7 Prozent, die Kaufkraft der Haushalte ging zurück.

Trump vor einer USA-Flagge mit dem Trump-Coin

Laut einer Umfrage des Fernsehsenders CNBC sind Korruption und Lebensmittelpreise die zwei wichtigsten Themen im US-Wahlkampf. Eine Umfrage des Trump-nahen Senders Fox News kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

28.10.2026 | 35:40 min

Demokraten machen Trump verantwortlich

Die Opposition nutzt die Daten für Kritik an den Republikanern. Der demokratische Abgeordnete Brendan Boyle aus Pennsylvania verwies auf aus seiner Sicht nicht eingelöste Wahlversprechen der Regierung:

Präsident Trump hat versprochen, die Inflation am ersten Tag zu beenden und die Kosten zu senken.

Brendan Boyle, demokratischer Abgeordneter

Mehr als 600 Tage nach Beginn seiner zweiten Amtszeit habe Trump "genau das Gegenteil getan und die Kosten für amerikanische Familien mit einem katastrophalen Krieg in Iran und seinen rücksichtslosen Zollsteuern in die Höhe getrieben". Boyle fügte hinzu: "Trump hat niemanden außer sich selbst für seine gebrochenen Versprechen und sein wirtschaftliches Versagen verantwortlich zu machen, und das amerikanische Volk weiß das."

US-Midterms

Am 3. November stehen in den USA die Midterms an. Die Zwischenwahlen entscheiden über die Mehrheiten im Kongress und gelten als Stimmungstest für Präsident Trump. Bastian Hartig berichtet aus zwei Swing States.

30.10.2026 | 2:32 min

Das Weiße Haus weist die Kritik zurück. Wirtschaftsberater Kevin Hassett räumte beim Sender Fox Business ein, der Inflationsbericht sei enttäuschend, betonte aber: "Viele von Trumps Maßnahmen helfen, die Inflation niedrig zu halten, aber der Energieschock ist heute das Hauptthema." Trump selbst relativierte bei Wahlkampfauftritten und erklärte:

Jedes Mal, wenn sie mich angreifen wollen, sprechen sie von Lebenshaltungskosten.

Donald Trump, US-Präsident

Wirtschaftsexperten sehen die Verantwortung primär bei der Regierungspolitik. Adam Posen, Präsident des Peterson-Instituts für internationale Ökonomie in Washington, sagte dem Spiegel: "Trump-Wähler fühlen sich in vielerlei Hinsicht im Stich gelassen. Der Präsident hat ausdrücklich versprochen, die Preise zu senken, tatsächlich sind sie gestiegen."

Foto Kongressgebäude in Washington mit stilisierter Grafik Parlamentssitze

Bei den Zwischenwahlen bestimmen Wähler alle Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Senatssitze neu. Ein grafischer Überblick.

02.10.2026 | 0:59 min

Politische Folgen für den Kongress

Die anhaltend hohe Inflation erhöht den Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve, die Leitzinsen weiter anzuheben, um die Inflation zu dämpfen. Das wiederum verteuert Kredite und Hypotheken für Bürger und Unternehmen.

Laut Umfragen geraten Republikaner auch in einigen traditionell sicheren Wahlkreisen - beispielsweise in Texas - unter Druck. Ein Verlust einer oder beider Kammern des Kongresses durch die Wahl würde Trumps politische Handlungsspielräume in den verbleibenden Amtsjahren deutlich begrenzen.

Anne Sophie Feil ist Reporterin im ZDF-Studio Washington, D.C.

Über dieses Thema berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten am 22.10.2026 ab 19 Uhr.

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