Kurioses Midterms-Rennen in Alaska:Dan Sullivan gegen Dan Sullivan - und empörte Republikaner
von Julian Schmidt-Farrent, Washington D.C.
Im US-Bundesstaat Alaska treten zwei Namensvetter gegeneinander an. US-Präsident Trump vermutet eine Verschwörung: Wer ist dieser neue Dan Sullivan?
US-Präsident Trump soll eine Klage gegen Alaska angeordnet haben. Damit soll die Bestätigung des Wahlergebnisses im Senatsrennen verhindert werden.
23.10.2026 | 0:38 minEigentlich könnte es für Dan Sullivan gut laufen - wäre da nicht dieser andere Dan Sullivan. Seit mehr als zehn Jahren vertritt der Republikaner Dan "S." Sullivan den Bundesstaat Alaska im US-Senat. Auch für die kommenden Midterms hoffte er auf seine Wiederwahl. Doch dann tauchte plötzlich der unabhängige Kandidat Dan "J." Sullivan auf.
Der pensionierte Lehrer Dan J. Sullivan war unzufrieden mit der Arbeit seines etablierten Namensvetters. Und so meldete er sich ebenso als Kandidat für die Wahl an.
Auf seiner Wahlkampfwebsite kritisiert Dan J. Sullivan US-Präsident Donald Trump, befürwortet das Recht auf Abtreibung und fordert mehr Unterstützung für die Ukraine.
Wir brauchen einen Sullivan, der für Alaska einsteht.
Dan J. Sullivan auf seiner Wahlkampfwebsite
Der amtierende Dan S. Sullivan gilt dagegen als Trump-Verbündeter. Sein Problem ist auch die Besonderheit des Wahlrechts in Alaska: Dort stehen bei der Senatorenwahl nicht wie in vielen anderen US-Bundesstaaten nur zwei Kandidaten zur Auswahl, sondern vier. Und so schaffte es auch der pensionierte Lehrer Dan J. Sullivan auf denselben Wahlzettel. Eine kuriose Ausgangslage für eine Wahl, die das ganze Land beeinflussen könnte.
Alaska vor den Midterms: Republikaner hoffen auf Senatssitz
Die Republikaner wollen ihre Mehrheit im US-Senat behalten, wenn am 3. November Teile der Kammer neu gewählt werden. Umfragen sehen ein knappes Rennen zwischen Demokraten und Republikanern voraus. Umso mehr müssen die Republikaner sichergehen, dass ihr amtierender Senator für Alaska - Dan S. Sullivan - seinen Sitz verteidigt.
Der Wahlzettel von Alaska: Vier Bewerber, zwei Dan Sullivans.
Quelle: dpaTrump schaltet Justizministerium ein
US-Präsident Trump geht in dem Streit um die beiden Sullivans nun einen Schritt weiter. Er wies das Justizministerium an, gegen die Anerkennung der Wahl in Alaska vorzugehen, sofern der amtierende Senator Dan S. Sullivan knapp verlieren sollte.
Mehrfach hatte Trump hinter dem Namens-Double in Alaska einen Coup der Demokraten vermutet. "Sie mogeln", kritisierte Trump in einem Video aus dem Oval Office. Radikale, linke Demokraten hätten den Lehrer Sullivan nur zur Verwirrung aufgestellt. Der amtierende Senator, Dan S. Sullivan, habe dagegen seine volle Unterstützung.
Laut Recherchen der New York Times soll Dan J. Sullivan der demokratischen Kandidatin für den Senatssitz in Alaska in der Vergangenheit Geld gespendet haben. Zudem half eine Strategin der Demokraten dem pensionierten Grundschullehrer beim Start seiner Kampagne. In einem Brief an Alaskas Vizegouverneurin verteidigt dieser die Zusammenarbeit - er habe als Politneuling eine erfahrene Beraterin gebraucht und sei selbst auf die Strategin zugegangen.
Die US-Demokraten wollen bei den anstehenden Kongresswahlen Mehrheiten zurückgewinnen. Wie mobilisieren sie ihre Wähler und warum setzen sie dabei auf so unterschiedliche Kandidaten?
20.10.2026 | 4:18 minDemokraten liegen in Alaska derzeit vorne
In aktuellen Umfragen für Alaskas Senatssitz liegt die demokratische Kandidatin Mary Peltola leicht vor Amtsinhaber Dan S. Sullivan. Ihr Team wies die Vorwürfe eines Täuschungskandidaten zurück - ebenso wie Dan J. Sullivan selbst. Seit zehn Jahren erwäge er bereits eine Kandidatur, erklärte er in einem Brief an die Vizegouverneurin.
Senator Sullivan hat die Menschen in Alaska immer wieder enttäuscht, sie verdienen einen besseren Vertreter.
Dan J. Sullivan
Doch das Rennen bleibt offen. Können die beiden Dan Sullivans es noch drehen?
Julian Schmidt-Farrent ist Reporter im ZDF-Studio Washington, D.C.
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