Vor Parlamentswahl in Ungarn:Wahlkampfhilfe aus den USA: Vance zu Besuch bei Orban
US-Vizepräsident Vance ist nach Ungarn gereist, um dort Regierungschef Orban zu treffen. Jener hofft, dass das seinen Wahlkampf-Endspurt beflügelt.
Kurz vor der Parlamentswahl in Ungarn wird US-Vizepräsident Vance am Dienstag bei einer Wahlkampfveranstaltung von Viktor Orban erwartet. Orban liegt in Umfragen seit Monaten hinten.
07.04.2026 | 0:21 minWenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn ist US-Vizepräsident JD Vance zu einem Treffen mit Ministerpräsident Viktor Orban eingetroffen. Er wurde vom ungarischen Außenminister Peter Szijjarto am Flughafen von Budapest empfangen. Die Reise gilt als Unterstützung für Orban in der Schlussphase des Wahlkampfs. Vor seinem Abflug hatte Vance in Washington gesagt:
Wir werden über eine Reihe von Themen im Zusammenhang mit den US-ungarischen Beziehungen sprechen.
JD Vance, US-Vizepräsident
Auch "Europa und die Ukraine" würden dabei eine "ziemlich wichtige" Rolle spielen, so Vance.
Vance-Rede für Dienstagabend geplant
Nach Angaben seines Büros will Vance eine Rede über die "fruchtbare Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Ungarn" halten. Der 41-jährige US-Vizepräsident wird von seiner Ehefrau Usha Vance begleitet.
Von Vances Besuch erhofft Orban sich höhere Chancen für einen Wahlsieg. Umfragen signalisieren seit Monaten, dass der Rechtspopulist die Wahl am kommenden Sonntag verlieren könnte. Die Fidesz-Partei des seit 2010 ununterbrochen regierenden Orban liegt Umfragen zufolge deutlich hinter der Partei Tisza von Oppositionspolitiker Peter Magyar.
Mitte April wählt Ungarn ein neues Parlament. Herausforderer Péter Magyar setzt Ministerpräsident Viktor Orbán unter Druck. Erstmals seit 2010 droht ihm und seiner Partei Fidesz der Machtverlust.
25.03.2026 | 6:44 minEs wird erwartet, dass Vance seinem Gastgeber im Namen von US-Präsident Donald Trump Unterstützung bekundet. Denn Orban pflegt seit langem gute Beziehungen zu Trump. Beobachter zweifeln allerdings daran, dass dieser Auftritt wahlentscheidend sein könnte.
Trump hofft, dass Orban die Wahl gewinnt
Zuletzt hatte Trump im März dieses Jahres seine Unterstützung für Orban bekundet. In einer Video-Botschaft an eine Konferenz in Budapest, an der auch Orban teilnahm, sagte er:
Er (Orban) hat meine völlige und totale Zustimmung.
Donald Trump, US-Präsident
"Ich hoffe, dass er (die Wahl) gewinnt, und zwar haushoch", sagte Trump weiter. Orban sei ein "starker Führer".
Bereits vor Trumps Wiederwahl zum US-Präsidenten hatten sich seine Kontakte mit Orban verstärkt. Zweimal besuchte der Ungar Trump 2024 in dessen privater Residenz in Mar-a-Lago in Florida: Im März rühmte Orban seinen Gastgeber als "Präsident des Friedens", der ein baldiges Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine herbeiführen werde.
In Umfragen liegt Orbán hinter Herausforderer Magyar. Politikwissenschaftlerin Barlai warnt dennoch davor, Zustimmungswerte mit Parlamentsmandaten gleichzusetzen.
15.03.2026 | 11:23 minNur wenige Monate später, im Juli 2024, läutete Orban mit einem weiteren Besuch bei Trump die damals beginnende turnusmäßige EU-Ratspräsidentschaft seines Landes ein - nur eine Woche nach einem Besuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Erneut rühmte Orban dabei Trump als Friedensstifter.
Orban trotz Misstönen Gefolgsmann Trumps
Einen kleinen Misston brachte allerdings Orbans Visite bei Trump im Weißen Haus im November 2025. Anschließend hatte der ungarische Regierungschef seiner Delegation gesagt, dass sein Land nun im Falle eines "spekulativen oder politischen Angriffs" aus dem Ausland auf "einen amerikanischen Finanzschutzschild zählen" könne, wie regierungsnahe ungarische Medien damals berichteten.
Tage später nannte Orban in einem Interview auch die Summen, die er aus den USA erhoffe: 10 bis 20 Milliarden US-Dollar oder Euro. Trump erklärte später, dass er keine Finanzmittel in Höhe von bis zu 20 Milliarden Dollar zugesagt habe. "Nein, ich habe ihm das nicht versprochen, aber er hat sicherlich danach gefragt", sagte er dem Nachrichtenportal "Politico".
Erstmals ist der von Donald Trump gegründete "Friedensrat" mit rund zwei Dutzend Teilnehmern zusammengekommen. Deutschland schickte einen Beobachter nach Washington.
20.02.2026 | 2:35 minDennoch zeigte sich Orban weiter als Gefolgsmann des US-Präsidenten: Als einziger EU-Regierungschef nahm er als Vollmitglied an der ersten Sitzung von Trumps umstrittenem "Friedensrat" (Board of Peace) teil.
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