Trotz Kritik der Gouverneurin:USA setzen ICE auch in Bundesstaat Maine ein
Die US-Regierung entsendet mehr als 100 Mitarbeiter ihrer Einwanderungsbehörde ICE in den Bundesstaat Maine. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagt, im Mittelpunkt stünden Flüchtlinge.
Die US-Einwanderungsbehörde ICE wird auch im Bundesstaat Maine eingesetzt. Laut Anordnung soll das gewaltsame Eindringen in Wohnhäuser ohne richterlichen Durchsuchungsbefehl möglich sein.
22.01.2026 | 0:25 minIn den USA hat die umstrittene Grenzschutz- und Einwanderungsbehörde ICE eine Operation im Bundesstaat Maine begonnen. Das Heimatschutzministerium teilte am Mittwoch mit, die "Operation Catch of the Day" (Fang des Tages) habe am Dienstag begonnen und richte sich gegen Straftäter.
Insidern zufolge sind in dieser Woche mehr als 100 ICE-Mitarbeiter in den im Nordosten gelegenen Bundesstaat entsandt worden. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagte, im Mittelpunkt stünden Flüchtlinge. Maine beheimatet mehrere Flüchtlingsgemeinschaften, darunter viele Somalier.
Die Proteste in den USA nach den Schüssen auf eine Frau in Minneapolis dauern an. Landesweit gab es Demonstrationen gegen die Einwanderungsbehörde.
10.01.2026 | 0:18 minGouverneurin Janet Mills: Viele Menschen in Maine haben Angst
In Maine hat die demokratische Gouverneurin Janet Mills bereits vergangene Woche erklärt, das aggressive Vorgehen der Trump-Regierung sei nicht willkommen.
Wenn die Bundesregierung Haftbefehle hat, dann soll sie sie auch vorzeigen.
Janet Mills, Gouverneurin des Bundesstaats Maine in einer Erklärung
Viele Menschen in ihrem Bundesstaat hätten Angst. Carl Sheline, Bürgermeister der Stadt Lewiston, warf der ICE unmenschliche Terror- und Einschüchterungstaktiken vor. Lewiston hat einen hohen Anteil somalischer Einwohner.
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat seit Mitte 2025 verstärkt Einwanderungsbeamte in demokratisch geführte Städte und Bundesstaaten entsandt. Zuletzt waren rund 3.000 Bundesbeamte in den Großraum Minneapolis im Bundesstaat Minnesota geschickt worden.
Nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten in Minnesota und anhaltenden Protesten drohte Donald Trump mit dem Aufstandsgesetz: Warum der US-Präsident unter wachsendem Druck steht.
16.01.2026 | 2:29 minViele der Festgenommenen haben keine Vorstrafen
Trump bezeichnete die Operationen als notwendig, um die Kriminalität zu bekämpfen. Viele der festgenommenen mutmaßlichen Einwanderungssünder haben jedoch keine Vorstrafen.
Trump hatte somalische Einwanderer in der Vergangenheit als "Müll" bezeichnet und gesagt, sie sollten die USA verlassen, nachdem einige somalische Amerikaner in einen Betrugsfall in Minnesota verwickelt waren. Das Auftreten der bewaffneten und oft maskierten Einsatzkräfte in militärischer Tarnkleidung hatte in Minnesota zu lautstarken Protesten der Bevölkerung geführt.
In Minnesota haben Menschen während eines Gottesdienstes gegen ICE protestiert. Sie riefen Parolen wie "ICE raus". Einer der Pastoren soll für die US-Einwanderungsbehörde arbeiten.
20.01.2026 | 0:43 minICE-Beamte ziehen durch Wohnviertel
Umfragen von Reuters/Ipsos zufolge ist die öffentliche Unterstützung für Trumps Vorgehen in der Einwanderungspolitik in den vergangenen Monaten gesunken. Bundesbeamte zogen demnach durch Wohnviertel, setzten Tränengas ein und stießen mit Demonstranten zusammen.
Die Lage hatte sich vor knapp zwei Wochen zugespitzt, als die US-Bürgerin und dreifache Mutter Renee Good in ihrem Auto von einem ICE-Mitarbeiter erschossen wurde.
US-Regierung kritisiert Mills für "Blockade"
Eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, wies die Kritik zurück. Sie bezeichnete Mills als eine der Zufluchtspolitikerinnen des Bundesstaates, die die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden blockiere.
Wir lassen nicht länger zu, dass kriminelle illegale Ausländer amerikanische Bürger terrorisieren.
Sprecherin des Heimatschutzministeriums
Ein US-Bundesgericht hat die Befugnisse der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis eingeschränkt. Seit dem Tod einer Frau durch einen ICE-Beamten gibt es Proteste in vielen Städten.
17.01.2026 | 0:19 minMills, die ihre zweite Amtszeit als Gouverneurin von Maine absolviert, kandidiert für einen Sitz im US-Senat, der derzeit von der Republikanerin Susan Collins gehalten wird. Trumps Einwanderungspolitik dürfte bei den Zwischenwahlen im November, die über die Kontrolle des Kongresses entscheiden, ein wichtiges Thema in Maine und anderen Bundesstaaten sein.
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