Minneapolis: Proteste halten an - Landesweit Demos geplant

Tödliche Schüsse auf Frau in Minneapolis:Proteste nach ICE-Einsatz halten an - Weitere Demos geplant

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Die Proteste in den USA nach den Schüssen auf eine Frau in Minneapolis dauern an. Auch für das Wochenende sind landesweit Demonstrationen gegen die Einwanderungsbehörde geplant.

Protest gegen ICE als Reaktion auf die Erschießung von Renee Nicole Good

Nach tödlichen Schüssen in Minneapolis gab es in der Nacht erneut Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE. Es kam zu Festnahmen. Weitere Kundgebungen sind angekündigt.

10.01.2026 | 0:18 min

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau in Minneapolis gehen die Proteste gegen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE weiter. In mehreren US-Bundesstaaten kam es zu Solidaritätskundgebungen. In der Großstadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota im Norden der USA demonstrierten am Freitag (Ortszeit) nach Angaben von US-Medien unter anderem auch Dutzende Schülerinnen und Schüler gegen die Präsenz der Einwanderungsbehörden.

Proteste gab es dem Sender CNN zufolge auch vor mindestens zwei Hotels in Minneapolis, in denen Demonstrierende offenbar ICE-Beamte vermuteten. Das Ministerium für Öffentliche Sicherheit in Minnesota teilte auf X mit, dass unter anderem ein mobiles Einsatzteam der Polizei des Bundesstaates die lokalen Kräfte bei der Festnahme von Demonstranten unterstützt habe, die sich unrechtmäßig bei einem Hotel im Stadtzentrum versammelt hätten.

Angespannte Lage in Minnesota

Seit ICE-Beamte eine protestierende Bürgerin in Minneapolis erschossen haben, ist die Lage vor Ort angespannt. Sowohl US-Präsident Trump als auch der Bürgermeister beschuldigen sich jeweils der Eskalation.

09.01.2026 | 2:11 min

Man habe Informationen erhalten, dass die Proteste nicht mehr friedlich gewesen seien und es Sachbeschädigungen gegeben habe. Vor den Festnahmen seien die Menschen aufgefordert worden, die Versammlung aufzulösen.

Tödlicher ICE-Einsatz in Minneapolis: Landesweit Proteste geplant

Für das Wochenende sind Medienberichten zufolge landesweit Hunderte Proteste und Kundgebungen unter dem Motto "ICE Out For Good" angekündigt. Ein Bündnis aus Bürgerrechts- und Migrantenorganisationen hatte dazu aufgerufen. Die Aktionen sollen nach Angaben der Veranstalter friedlich verlaufen und sich gegen zunehmende Gewalt von Einwanderungsbehörden sowie Einsätze in lokalen Gemeinden und an Schulen richten.

Hunderte Kerzen sind am Todesort der 37-jährigen Frau aus Minneapolis aufgestellt worden. Die Menschen protestieren mit Schildern.

Ein ICE-Agent hat in der US-Großstadt Minneapolis eine Frau erschossen. Der US-Präsident und der Heimatschutz sprachen von "Notwehr", die Stadt widerspricht diesen Aussagen.

09.01.2026 | 1:39 min

Nach offiziellen Angaben befand sich die getötete 37-Jährige in ihrem Auto und blockierte eine Straße in Minneapolis, als sich ein ICE-Beamter zu Fuß näherte. Der Wagen setzte sich in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden. Ermittlungen zu dem Vorfall laufen.

Minneapolis will Trump-Regierung die Stirn bieten

In Minneapolis und St. Paul läuft seit einigen Tagen eine ICE-Operation, an der laut Heimatschutzministerium mehr als 2.000 Bundesbeamte beteiligt sind. US-Medien zufolge wird erwartet, dass die US-Regierung die Präsenz von Bundesbeamten in Minnesota als Reaktion auf die Proteste noch einmal deutlich aufstockt.

Minnesota: "Stimmung ist aufgeheizt"

"Niemand glaubt hier daran, dass es eine hinreichend unabhängige Untersuchung sein könnte", so ZDF-Korrespondent David Sauer zur Aufklärung nach den tödlichen Schüssen in Minneapolis.

09.01.2026 | 2:34 min

Der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hielt bei einer Pressekonferenz am Freitag an seiner scharfen Kritik an den Einsätzen der Einwanderungsbehörde fest. ICE bringe nur Schlechtes in die Stadt - für die lokale Wirtschaft, die Demokratie und die Sicherheitslage. Und nachdem, was er auf Videoaufnahmen zu dem tödlichen Vorfall gesehen habe, sei es umso wichtiger, dass eine gründliche und transparente Untersuchung durchgeführt werde - unter Beteiligung der Strafverfolgungsbehörden des US-Bundesstaates Minnesota, sagte er.

Trump nennt Behörden in Minnesota korrupt

Die US-Staatsanwaltschaft hatte zuvor entschieden, dass ausschließlich die US-Bundespolizei FBI die Ermittlungen in dem Fall leiten soll.

Am Donnerstag, dem 8. Januar 2026, kam es in Minneapolis, Minnesota, vor dem Bishop Henry Whipple Federal Building zu Zusammenstößen zwischen Bundesagenten, Polizisten und Demonstranten.

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau durch einen Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE hat das FBI die Ermittlungen übernommen. In Minneapolis und anderen Städten kam es zu Protesten.

09.01.2026 | 0:27 min

Auch Präsident Trump sagte am Freitag, man werde nicht mit Minnesota zusammenarbeiten, da die lokalen Behörden dort korrupt seien. Den demokratischen Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, bezeichnete er als "dumm".

Frey sagte, man werde nicht nachgeben. "Was die rechtlichen Mechanismen dazu angeht, ich kann Ihnen versichern, dass es hier Potenzial gibt, das genutzt werden kann."

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Proteste gegen US-Einwanderungsbehörde" am 10.01.2026 um 12:31 Uhr sowie das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 09.01.2026 ab 05:30 Uhr.
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  3. Maria Guzman (links) und Sergio Rocha, Eltern kleiner Kinder, trösten sich gegenseitig vor dem Rayito de Sol Spanish Immersion Early Learning Center, nachdem Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde am 5. 11. 2025, in Chicago eine Erzieherin abgeführt hatten.

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