Wohl nur noch FBI zuständig:Tödliche ICE-Schüsse: Ermittlungsbehörde BCA ausgeschlossen
Nach dem tödlichen ICE-Einsatz in Minneapolis soll die Ermittlungsbehörde BCA nach eigenen Angaben von den Ermittlungen ausgeschlossen worden sein. Zuständig sei nur noch das FBI.
Seit ICE-Beamte eine protestierende Bürgerin in Minneapolis erschossen, ist die Lage vor Ort angespannt. Sowohl US-Präsident Trump als auch der Bürgermeister beschuldigen sich jeweils der Eskalation.
09.01.2026 | 2:11 minEine Ermittlungsbehörde im US-Bundesstaat Minnesota ist nach eigenen Angaben von der Untersuchung zu den tödlichen Schüssen auf eine Frau in der Großstadt Minneapolis ausgeschlossen worden.
Nachdem ein Agent der US-Einwanderungsbehörde ICE die 37-jährige Frau erschossen habe, hatte es noch geheißen, die Ermittler der Behörde BCA (Minnesota Bureau of Criminal Apprehension) sollten den Fall gemeinsam mit der Bundespolizei FBI untersuchen, teilte BCA-Chef Drew Evans am Donnerstag mit.
Später sei seine Behörde aber darüber informiert worden, dass die zuständige Staatsanwaltschaft diese Pläne wieder geändert habe.
"Niemand glaubt hier daran, dass es eine hinreichend unabhängige Untersuchung sein könnte", so ZDF-Korrespondent David Sauer zur Aufklärung nach den tödlichen Schüssen in Minneapolis.
09.01.2026 | 2:34 minBCA: Kein Zugang mehr zu Fallunterlagen
Demnach sollten die Ermittlungen ausschließlich vom FBI geleitet werden. "Und die BCA hätte keinen Zugang mehr zu den für eine gründliche und unabhängige Untersuchung erforderlichen Fallunterlagen, Tatortbeweisen und Ermittlungsbefragungen", schrieb Evans in einer Stellungnahme. Weiter heißt es:
Ohne vollständigen Zugang zu den Beweisen, Zeugen und gesammelten Informationen können wir die Ermittlungsstandards, die das Gesetz von Minnesota und die Öffentlichkeit verlangen, nicht erfüllen. Infolgedessen hat sich die BCA widerstrebend aus den Ermittlungen zurückgezogen.
Drew Evans, Chef der Behörde BCA
Quelle: ZDF
Erschossene Frau war Mutter dreier Kinder
Die 37-jährige dreifache Mutter soll nach Darstellung des US-Heimatschutzministeriums bei einer Razzia gegen Einwanderer versucht haben, ICE-Beamte mit ihrem Fahrzeug zu erfassen. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, und andere wiesen die Darstellung zurück, wonach der Beamte in Notwehr geschossen habe.
Nach dem tödlichem ICE-Einsatz in Minneapolis fordert Bürgermeister Jacob Frey die Beamten der Einwanderungsbehörde auf, die Stadt zu verlassen.
08.01.2026 | 1:06 minVon Augenzeugen aufgenommene Videos zeigen einen Beamten, der sich einem SUV nähert, der mitten auf der Straße angehalten hat, die Person im Inneren auffordert, die Tür zu öffnen, und nach dem Türgriff greift.
Das Auto setzt kurz zurück, beginnt dann, vorwärts zu rollen, offenbar schlägt die Fahrerin dabei die Lenkung ein, um sich nach rechts zu entfernen, woraufhin ein anderer ICE-Beamter, der vor dem Wagen steht, seine Waffe zieht und sofort mindestens zwei Schüsse aus nächster Nähe abfeuert.
Im amerikanischen Minneapolis ist eine Frau bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE von einem Beamten erschossen worden. Am Tatort wurde im Anschluss protestiert.
08.01.2026 | 0:19 minAus den Videos geht nicht hervor, ob das Fahrzeug den Beamten berührt. Es gibt keine Hinweise darauf, ob die Frau zuvor Kontakt zu ICE-Beamten hatte.
Noem: BCA-Ermittler nicht zuständig
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem entgegnete bei einer Pressekonferenz, dass die Behörde nicht ausgeschlossen worden sei. Sie argumentierte, dass die lokalen Ermittler bei dieser Untersuchung nicht zuständig seien.
Die Ermittlungseinheit der BCA war nach eigenen Angaben 2020 geschaffen worden. Sie soll unabhängige und transparente Untersuchungen bei Gewaltanwendung durch Polizeibeamte gewährleisten können.
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