Nach Schüssen auf Nationalgardisten:US-Einwanderungsbehörde stoppt Asylentscheidungen vorerst
Die USA verschärfen ihre Migrationspolitik nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten in Washington massiv. Die zuständige US-Behörde setzt vorerst alle Asyl-Entscheidungen aus.
Dem Leiter der US-Einwanderungsbehörde USCIS, Joseph Edlow zufolge gelte der Stopp, bis alle Ausländer gründlich überprüft und kontrolliert würden.
Quelle: APNach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten in Washington hat die US-Einwanderungsbehörde USCIS verkündet, vorerst alle Asyl-Entscheidungen auszusetzen.
Dieser Stopp gelte, bis man sicherstellen könne, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich überprüft und kontrolliert werde, schrieb der Leiter der Behörde, Joseph Edlow, auf der Plattform X und auf Facebook.
X-Post von Joseph Edlow, Leiter der US-Einwanderungsbehörde USCIS
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Das US-Außenministerium teilte zudem auf X mit, es habe die Ausstellung von Visa für Personen, die mit afghanischen Pässen reisen, sofort gestoppt. Das US-Heimatschutzministerium schrieb auf der Plattform, das Ziel sei nie klarer gewesen: "Remigration jetzt".
X-Post des US-Heimatschutzministeriums
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Rechtsextremisten in Deutschland und anderen Ländern benutzen diesen Begriff ebenfalls. Damit meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das jeweilige Land verlassen soll - auch unter Zwang.
Nach dem Attentat auf Nationalgardisten kündigt Trump eine Verschärfung der Einwanderungspolitik an. Er werde die Migration aus allen "Dritte-Welt-Ländern" dauerhaft aussetzen, so Trump wörtlich.
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27.11.2025 | 2:45 minSchüsse auf Soldaten: Motiv weiterhin unklar
Am Mittwoch waren zwei Nationalgardisten aus dem US-Bundesstaat West Virginia nur wenige Häuserblöcke vom Weißen Haus entfernt angeschossen worden. Eine Soldatin erlag Trump zufolge ihren Verletzungen.
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Medienberichten zufolge soll der Tatverdächtige psychische Probleme gehabt haben. Familienangehörigen von ihm hätten erklärt, dass der 29 Jahre alte Mann unter einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Beamte.
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27.11.2025 | 0:16 minMenschenrechtler warnen vor politischer Instrumentalisierung
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