US-Einwanderungspolitik:Minneapolis: Wieder Schüsse bei Fahrzeug-Kontrolle
Schon wieder ist eine Kontrolle durch Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis aus dem Ruder gelaufen. Ein Mann wurde verletzt.
Nach einer Verkehrskontrolle und versuchten Festnahme schoss ein ICE-Beamter einem Mann ins Bein. Das Heimatschutzministerium spricht erneut von Notwehr nach einem Angriff.
15.01.2026 | 0:33 minEine Woche nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau hat erneut ein Bundesbeamter in der Stadt Minneapolis in den USA einen Schuss abgegeben und einen Mann verletzt.
Das Heimatschutzministerium berichtete auf X von einer eskalierten Verkehrskontrolle am Mittwochabend (Ortszeit). Demnach kontrollierten Bundespolizeibeamte einen "illegalen Einwanderer aus Venezuela" in seinem Auto.
Gerangel mit Passanten soll ICE-Beamten verängstigt haben
Der Mann sei zunächst im Wagen und nach einem Unfall weiter zu Fuß geflüchtet. Als ein Beamter ihn festnehmen wollte, habe er Widerstand geleistet und ihn angegriffen. Zu dem Gerangel kamen nach Ministeriumsangaben zwei Menschen hinzu, die den Beamten unter anderem mit einer Schneeschaufel attackierten.
Der US-Bundestaat Minnesota zieht gegen den Einsatz von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE vor Gericht. Das Vorgehen der Trump-Regierung sei eine "Invasion durch die Bundesregierung".
13.01.2026 | 0:18 minAus Angst um sein Leben habe der Beamte einen Schuss abgegeben und den ursprünglichen Verdächtigen am Bein verletzt. Der Stadt Minneapolis zufolge befindet sich der Mann mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus.
Angreifer in Polizeigewahrsam
Nach Angaben des Ministeriums kam auch der Polizist ins Krankenhaus. Die beiden anderen Angreifer seien in Gewahrsam genommen worden. Zum Gesundheitszustand des Beamten gab es zunächst keine Angaben.
Nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Agenten auf eine Frau in Minneapolis trauert die Stadt. Proteste gegen die Einwanderungsbehörde eskalieren, Wut und Fassungslosigkeit wachsen.
10.01.2026 | 2:38 minDass es ein Gerangel gab, könne er nicht bestätigen, sagte Minneapolis’ Polizeichef Brian O’Hara. Am Tatort seien aber ein Besen und eine Schneeschaufel gefunden worden. Der Vorfall erinnert an den tödlichen ICE-Einsatz vor einer Woche in Minneapolis, bei dem eine 37-Jährige erschossen wurde.
"ICE" steht für "United States Immigration and Customs Enforcement", das bedeutet etwa: "Behörde für Einwanderung und Zoll der Vereinigten Staaten".
Vorwürfe: Übermäßige Gewalt - keine Transparenz
US-Behörden verteidigten das Vorgehen als Notwehr, örtliche Politiker und Demonstranten hingegen kritisierten den Einsatz scharf und sprachen von übermäßiger Gewalt sowie mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung.
Ein Video zeigt den tödlichen Einsatz in Minneapolis aus der Perspektive eines ICE-Beamten. Aus den Bildern wird deutlich: Der Beamte, der geschossen hat, wurde nicht überfahren.
10.01.2026 | 1:33 minDer Vorfall löste landesweit Proteste aus und führte zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen Bundesstaat und Bundesregierung.
Bürgermeister: Menschen leben in Angst
Der demokratische Bürgermeister der Stadt, Jacob Frey, sprach bei einer Pressekonferenz von einer "unmöglichen Situation". Frey übte erneut scharfe Kritik am Vorgehen der Einwanderungsbehörde, die Menschen hätten Angst.
Ich habe von der ICE Verhaltensweisen gesehen, die widerwärtig und inakzeptabel sind.
Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis
Weiter betonte er: "Das ist nicht der Weg, den wir in Amerika gehen sollten."
Die Tötung einer Frau durch einen ICE-Agenten löst in den USA Proteste aus. Wie viel Macht hat die Einwanderungsbehörde? Und wie gefährlich sind die Proteste für Trump? ZDFheute live analysiert.
10.01.2026 | 27:51 minVorwurf: Aufruf zu organisiertem Widerstand
Das Heimatschutzministerium warf Frey und dem Gouverneur von Minnesota vor, zu organisiertem Widerstand gegen ICE zu ermutigen. Frey wies das zurück. Gouverneur Tim Walz schrieb auf X, dass US-Präsident Donald Trump genau das wolle - Gewalt auf den Straßen.
Die Stadt Minneapolis rief auf X zur Ruhe auf:
Wir verstehen, dass es Ärger gibt. Wir bitten die Öffentlichkeit, ruhig zu bleiben.
Aufruf der Stadtverwaltung von Minneapolis auf X
Ein ICE-Agent hat in der US-Großstadt Minneapolis eine Frau erschossen. Der US-Präsident und der Heimatschutz sprachen von "Notwehr", die Stadt widerspricht diesen Aussagen.
09.01.2026 | 1:39 minErneut forderte sie ICE auf, Minneapolis und den Bundesstaat Minnesota zu verlassen. Nach dem Vorfall eskalierten die Proteste, Polizeichef O’Hara sprach von rechtswidrigen Handlungen und davon, dass Menschen Feuerwerkskörper auf die Polizei werfen würden.
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