Minnesota zieht vor Gericht gegen Einsatz von ICE-Beamten

US-Einwanderungsbehörde:Minnesota zieht gegen Einsatz von ICE vor Gericht

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Der US-Bundesstaat Minnesota hat wegen des Vorgehens der Einwanderungspolizei ICE gegen Migranten Klage gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump eingereicht.

Die Menschen reagieren auf die Tötung der Einwohnerin von Minnesota.

Die tödlichen Schüsse eines ICE-Beamten auf eine Frau in Minnesota wühlen die USA auf.

Quelle: action press

Wenige Tage nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau in Minneapolis will der Bundesstaat Minnesota die Aktivitäten der US-Einwanderungsbehörde ICE vor Gericht stoppen. In der Klage heißt es, der großangelegte Einsatz von Beamten des Heimatschutzministeriums verletze die US-Verfassung und die Rechte des Bundesstaates. Auch die Städte Minneapolis und St. Paul schlossen sich der Klage an, die unter anderem gegen Heimatschutzministerin Kristi Noem gerichtet ist.

ICE und die Grenzschutzbehörde unterstehen dem Ministerium und wurden in verschiedene US-Städte mit dem Auftrag losgeschickt, Menschen ohne rechtmäßigen Aufenthaltsstatus ausfindig zu machen und abzuschieben. Die "größte Abschiebeaktion" in der Geschichte der USA gehörte zu den Wahlkampf-Versprechen von Präsident Donald Trump. Mehrere Städte und Bundesstaaten wehren sich vor Gericht gegen das Vorgehen.

Trump und ein ICE-Agent vor einem Bild von den Protesten in Minneapolis

Die Tötung einer Frau durch einen ICE-Agenten löst in den USA Proteste aus. Wie viel Macht hat die Einwanderungsbehörde? Und wie gefährlich sind die Proteste für Trump? ZDFheute live analysiert.

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Proteste und angespannte Stimmung

Vergangene Woche war die 37-jährige US-Staatsbürgerin Renee Nicole Good in Minnesota von einem ICE-Beamten erschossen worden. Vertreter der US-Regierung warfen Good vor, sie habe versucht, den Beamten zu überfahren.

Auf Videos des Vorfalls ist allerdings zu sehen, wie der ICE-Agent links neben dem Wagen zu sehen ist, der nach rechts abdreht - also von ihm weg - als er schießt. Die Behörden in Minnesota leiteten Ermittlungen zu dem Vorfall ein, der für Proteste und angespannte Stimmung in verschiedenen Städten sorgte.

Angespannte Lage in Minnesota

Seit ICE-Beamte eine protestierende Bürgerin in Minneapolis erschossen, ist die Lage vor Ort angespannt. Sowohl US-Präsident Trump als auch der Bürgermeister beschuldigen sich jeweils der Eskalation.

09.01.2026 | 2:11 min

Klage: Entsendung der Bundesbeamten eine "Invasion"

In der Klage wird der Entsendung der Bundesbeamten nach Minneapolis und St. Paul nun als "Invasion" bezeichnet. Mit mehr als 2.000 übertreffe ihre Mannstärke die der Polizeibehörden der beiden Städte. Ziel der Klage ist es, dass der Einsatz als verfassungswidrig und illegal eingestuft und gestoppt wird. Im Trump-Lager wird unterdessen oft der Begriff Invasion benutzt, wenn behauptet wird, dass die USA von illegal Eingewanderten überrannt würden.

Der Strom von ICE-Beamten in den von den Demokraten regierten nördlichen Bundesstaat habe "uns weniger sicher gemacht", sagte Minnesotas Generalstaatsanwalt Keith Ellison bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Klage am Montag. "Tausende schlecht ausgebildete, aggressive und bewaffnete" Bundesbeamte seien "in unsere Gemeinden eingedrungen", sagte der Generalstaatsanwalt.

Die offensichtliche gezielte Verfolgung von Minnesota wegen unserer Diversität, unserer Demokratie und unserer Meinungsverschiedenheiten mit der Bundesregierung ist ein Verstoß gegen die Verfassung und das Bundesrecht.

Keith Ellison, Minnesotas Generalstaatsanwalt

Proteste nach dem Tod der 37-jährigen Renne Good, die in Minneapolis von einem ICE-Agenten erschossen wurde

Eine Frau wird in Minnesota von einem ICE-Beamten erschossen, nachdem sie eine Straße blockierte. Der Vorfall entfacht landesweit Kritik über das Vorgehen der US-Behörde.

09.01.2026 | 2:04 min

Auch Bundesstaat Illinois klagt gegen die US-Regierung

Die Klage wurde vor einem Bezirksgericht in Minnesota eingereicht. Die nächsten Instanzen wären ein Berufungsgericht und das Oberste Gericht der USA. Das bisherige rechtliche Vorgehen gegen den Einsatz der ICE-Beamten hatte gemischte Ergebnisse hervorgebracht.

Der ebenfalls von den Demokraten regierte US-Bundesstaat Illinois, der auch in den Fokus des migrationsfeindlichen Kurses Trumps geraten ist, reichte am Montag eine ähnliche Klage gegen die US-Regierung ein.

Quelle: dpa, AFP
Über das Thema berichtete unter anderem das heute journal vom 10.01.2026 um 21:45 Uhr.

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