Kämpfe in der Ukraine:Vier Jahre Krieg: Unvermindert, aber ohne große Erfolge
von Christian Mölling, András Rácz
Die Ukraine hat weitere Dörfer an der Südfront befreit. Russland gewann im Norden weiter an Boden. Im ukrainischen Lwiw wurde eine Polizistin bei einem Terroranschlag getötet.
Am vierten Jahrestag des Beginns der russischen Vollinvasion ist neben der Trauer um die Opfer auch Hoffnungslosigkeit spürbar. Kaum einer glaubt an ein baldiges Ende des Krieges.
24.02.2026 | 2:28 minSeit Anfang Februar führt die Ukraine in der Region Saporischschja eine Reihe von Gegenangriffen durch. Im Laufe der vergangenen Woche kamen diese leicht voran.
Weitere kleinere Fortschritte für die Ukraine
Die Ukrainer befreiten eine Reihe kleiner Dörfer westlich und südwestlich von Hulyaipole, darunter Teile von Kalynivske und Ternove, drängten die Russen aus Vyshneve und Verbove zurück und befreiten einige Gebiete westlich des ehemaligen Nova-Kakhovka-Stausees. Offenbar haben sich die russischen Bodentruppen noch nicht von den Schwierigkeiten in der Befehlskette erholt, die durch den Verlust des Starlink-Zugangs verursacht wurden.
Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrsky, behauptet, dass die ukrainischen Streitkräfte seit Januar etwa 400 Quadratkilometer Gebiet an der Südfront befreit haben.
Seit vier Jahren führt Russland Krieg gegen die Ukraine. "Man beißt sich an der Ukraine offensichtlich die Zähne aus", sagt Militärexperte Christian Mölling.
24.02.2026 | 4:32 minRussland kann Erfolge vermelden
Die russischen Streitkräfte gewannen an den nördlichen Rändern von Pokrowsk weiter an Boden, verbesserten ihre Positionen bei Siversk und intensivierten auch ihre Aktivitäten in Richtung Sumy. Innerhalb von Kostantynivka rückten die russischen Streitkräfte ebenfalls leicht vor.
Vier Jahre nach dem Angriff auf die Ukraine prägt der Krieg zunehmend das Leben in Russland. Hohe Militärausgaben belasten den Staatshaushalt, Inflation und stagnierende Löhne treffen viele.
24.02.2026 | 2:58 minLuftkrieg: Russland weitet Zielliste aus
Russland hat mehrere große, kombinierte Angriffe gegen zivile und militärische Infrastruktur in der Ukraine durchgeführt. Die jüngsten Angriffe deuten darauf hin, dass Russland neben Energieanlagen auch Wasser- und Eisenbahninfrastruktur in seine Zielliste aufgenommen hat.
Da das Wetter allmählich milder wird, ist es wahrscheinlich, dass sich die russischen Angriffe zunehmend auf die Verkehrsinfrastruktur konzentrieren werden.
Der Beginn des Ukrainekriegs jährt sich zum vierten Mal. Vor Ort werde der Opfer gedacht und an die Bevölkerung appelliert, berichtet ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf aus Kiew.
24.02.2026 | 1:23 minUkrainische Flamingo-Raketen treffen russische Rüstungsschmieden
Die Ukraine setzte ihre tiefen Angriffe auf die russische Energie- und Militärinfrastruktur fort. Mit Hilfe von Flamingo-Marschflugkörpern beschädigte die Ukraine das Maschinenbauwerk Wotkinsk in der russischen Region Udmurtien, das Komponenten für die ballistischen Raketen Iskander und Oreshnik herstellt.
Zwar beruhe diese Einschätzung auf Herstellerangaben, so Militärökonom Keupp. Es sei aber möglich, dass der "Flamingo"-Marschflugkörper den Taurus übertreffe. Wichtig seien die Produktionszahlen.
28.08.2025 | 40:52 minEin riesiger Krater auf dem Gebäude bestätigt, dass der Angriff nicht mit kleinen Langstreckendrohnen, sondern mit einem schwereren System durchgeführt wurde. Wotkinsk liegt etwa 1.400 Kilometer von der Front entfernt.
Die Autoren der Militäranalyse
... ist Senior Advisor beim European Policy Centre. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement. Für ZDFheute analysiert er regelmäßig die militärischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt.
... ist Associate Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er forscht und publiziert zu Streitkräften in Osteuropa und Russland und hybrider Kriegsführung.
Ukrainische Drohnen zerstören russisches Kriegsgerät
In der Nacht zum 21. Februar gelang es der Ukraine, ein russisches Patrouillenboot der Klasse "Rubin" (Projekt 22460) der russischen Küstenwache durch Drohnenangriffe im Hafen von Inkerman zu zerstören. In derselben Nacht zerstörten Drohnenangriffe in Jewpatorija auch ein Amphibienflugzeug vom Typ Berijev Be-12.
Die Ukraine benötigt laut einem Bericht der Weltbank und weiterer Institutionen rund 585 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau. Die Schätzung berücksichtigt nur Kriegsschäden bis Ende 2025.
23.02.2026 | 0:30 minTerroranschlag im Westen der Ukraine
Am Wochenende kam es in der westukrainischen Stadt Lwiw zu einem schweren Terroranschlag. Die Polizei wurde wegen eines mutmaßlichen Einbruchs alarmiert, aber das Gebäude war mit einer Sprengfalle versehen. Bei der Explosion kam eine Polizistin ums Leben und 23 weitere Menschen wurden verletzt, etwa die Hälfte davon schwer.
In Lwiw gab es eine Serie von Explosionen, der Bürgermeister spricht von einem Terroranschlag. Dabei wurden mindestens 15 Menschen verletzt.
22.02.2026 | 0:19 minSolche Anschläge kommen in der Ost- und Zentralukraine relativ häufig vor, wo von Russland angeheuerte Agenten ukrainische Armee- und Polizeikräfte in Fallen locken, beispielsweise mit Bomben- oder Messerangriffen - in der Westukraine sind solche Aktionen jedoch untypisch. Die Ermittlungen dauern noch an.
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