Ukraine: Ungarn blockiert EU-Hilfe - Wadephul spricht von Verrat

Vor Treffen der EU-Außenminister:Blockade von Kiew-Hilfe: Wadephul wirft Ungarn Verrat vor

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Ungarn will den geplanten 90-Milliarden-Kredit der EU für die Ukraine blockieren. Minister Wadephul zeigt sich "erstaunt" - und wirft der Regierung in Budapest Verrat vor.

In Rom protestieren Menschen zum Anlass des 4. Jahrestags des Ukraine-Kriegs.

Treffen der EU-Außenminister zur Ukraine: Es sollen Hilfen für Kiew und neue Sanktionen gegen Russland beschlossen werden. Ungarn ist dagegen.

23.02.2026 | 0:27 min

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat Ungarn wegen seiner Blockade weiterer EU-Hilfen für die Ukraine scharf kritisiert und der Regierung in Budapest Verrat vorgeworfen.

"Ich bin über die ungarische Position erstaunt", sagte Wadephul vor Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. "Wir werden mit unseren ungarischen Kollegen darüber diskutieren", kündigte der CDU-Politiker an und fügte hinzu:

Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn Ungarn seinen eigenen Kampf für die Freiheit, für die europäische Souveränität verrät.

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

Ungarn und Slowakei blockieren Kredit für Ukraine

Ungarn blockiert einen geplanten EU-Kredit für die Ukraine im Volumen von 90 Milliarden Euro und will auch dem 20. Sanktionspaket gegen Russland nicht zustimmen. Auch die Slowakei vertritt eine solche Position.

Hintergrund ist ein Streit über die Druschba-Pipeline, über die die beiden EU-Staaten Öl von Russland beziehen. Die durch die Ukraine führende Leitung ist seit dem 27. Januar gekappt. Die Regierung in Kiew führt dies auf die Beschädigung einer Pumpstation in der Westukraine durch einen russischen Drohnenangriff zurück, Ungarn und die Slowakei machen indes die Ukraine für den Stopp verantwortlich.

Der ungarische Minister für auswärtige Angelegenheiten und Handel, Peter Szijjarto bei einer Pressekonferenz in Budapest. Hinter ihm die unagrische Flagge.

Ungarn droht damit, das 90 Milliarden Euro schwere Darlehen der EU für die Ukraine zu blockieren. Hintergrund ist ein Streit um Öllieferungen über die seit Januar unterbrochene Druschba-Pipeline.

21.02.2026 | 0:23 min

ZDF-Korrespondentin: "Verzögerung sehr ungünstig für EU"

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte sich vor Beginn der Beratungen in Brüssel pessimistisch über die Aussichten auf eine Beilegung des Konflikts.

Die EU hatte laut ZDF-Brüssel-Korrespondentin Isabelle Schaefers ursprünglich gehofft, noch vor dem Jahrestag des Ukraine-Kriegs zwei wichtige Entscheidungen zu treffen - sowohl heute die Entscheidung über Sanktionen gegen Russland als auch morgen die Abstimmung zur Kredithilfe gegen die Ukraine.

Ein vom Pressedienst der 93. Separaten Mechanisierten Brigade „Kholodnyi Yar“ der ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung gestelltes Foto zeigt den Ort des russischen Beschusses eines Wohngebiets in der Stadt Kramatorsk in der Region Donezk, Ukraine, am 8. Februar 2026 während der anhaltenden russischen Invasion. Russische Truppen drangen am 24. Februar 2022 in ukrainisches Gebiet ein und lösten damit einen Konflikt aus, der Zerstörung und eine humanitäre Krise zur Folge hatte.

Am 24.02.2026 jährt sich der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zum vierten Mal. Trotz vieler Vermittlungsversuche ist kein Ende des Krieges in Sicht.

22.02.2026 | 2:49 min

Die durch die Blockadehaltung von Ungarn und der Slowakei bedingte "Verzögerung zu diesem Zeitpunkt ist sehr ungünstig für die EU", sagt Schaefers weiter.

Denn morgen reisen die EU-Spitzen Ursula von der Leyen und Antonio Costa nach Kiew - und es kann sein, dass sie dort mit leeren Händen ankommen.

ZDF-Brüssel-Korrespondentin Isabelle Schaefers

Über das Treffen der EU-Außenminister in Brüssel berichtet ZDF-Korresondentin Isabelle Schaefers.

Vor dem 4. Jahrestag des Ukraine-Kriegs treffen sich die EU-Außenminister in Brüssel. Darüber, was von dem Treffen zu erwarten ist, berichtet Isabelle Schaefers aus Brüssel.

23.02.2026 | 0:58 min

Scharfe Kritik auch aus Polen

Scharfe Kritik an der Blockade kam auch von Polen. Außenminister Radoslaw Sikorski warf Ungarn einen schockierenden Mangel an Solidarität mit der Ukraine vor. Die Regierung in Budapest schüre mithilfe staatlicher Propaganda Feindseligkeit gegenüber dem Nachbarland, um dies im Wahlkampf zu nutzen, sagte Sikorski in Brüssel.

Ich hätte von Ungarn ein viel größeres Gefühl der Solidarität mit der Ukraine erwartet.

Radoslaw Sikorski, Außenminister in Polen

Litauens Außenminister Kestutis Budrys äußerte sich "sehr frustriert" über die Situation.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
Liveblog
Quelle: Reuters, ZDF
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 23.02.2026 um 9:00 Uhr.

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