In Tschernobyl-Sperrzone :Selenskyj: Russland hat Atommülllager absichtlich angegriffen
Russische Drohnen haben laut der Ukraine einen Brand in der Sperrzone um Tschernobyl ausgelöst. Präsident Selenskyj spricht von Absicht und einem "hinterhältigen" Angriff.
Seit dem Unfall im AKW Tschernobyl 1986 besteht eine Sperrzone rund um das Kraftwerk. Im Ukraine-Krieg wird jedoch auch das Sperrgebiet immer wieder getroffen (Archivbild).
Quelle: action pressDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, das Lager für abgebrannte Kernelemente in der Sperrzone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl gezielt angegriffen zu haben. Es handle sich um einen "außerordentlich hinterhältigen russischen Angriff", schrieb er bei Telegram. Die zuständigen Ministerien und Dienste informierten nun die Partner Kiews darüber.
Wie der ukrainische Staatskonzern Energoatom mitgeteilt hatte, war bei einem russischen Drohnenangriff ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden. Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden.
Zu Beginn des russischen Angriffskriegs besetzten russische Truppen das Gelände Tschernobyls. Dann zogen sie ab. 2025 wurde die Schutzhülle von einer russischen Drohne beschädigt.
26.04.2026 | 1:06 minSelenskyj: Russland hat Tschernobyl absichtlich getroffen
Der Vorfall dürfte auch eine Rolle spielen bei einem neuen Ukraine-Treffen in London. In der britischen Hauptstadt kommen heute Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer mit Selenskyj zusammen.
"Russland hat absichtlich genau diese Anlage der nuklearen Infrastruktur getroffen", sagte Selenskyj. Es gebe zwar keine Überschreitung der Grenzwerte für die Strahlung, aber "eine Überschreitung der ohnehin schon himmelhohen russischen Unverschämtheit". Ein Brand in einem Gebäude der Anlage sei gelöscht worden.
Selenskyj forderte einmal mehr die Weltgemeinschaft zum Durchgreifen gegen Russland auf. "In dieser Nacht gab es russische Angriffe auch auf andere zivile Objekte in 13 unserer Regionen", sagte er. Im Laufe der Woche habe Russland 88 Raketen und Marschflugkörper, über 3.250 Kampfdrohnen und etwa 1.800 Gleitbomben gegen die Ukraine eingesetzt. Die Behörden in der umkämpften Region Saporischschja meldeten am Vormittag, dass eine russische Gleitbombe drei Menschen in einem Dorf getötet habe.
Am 26. April 1986 geriet ein Reaktortest im AKW Tschernobyl außer Kontrolle. In Block 4 kam es zum Super‑Gau, radioaktive Wolken erreichten Nord- und Westeuropa.
26.04.2026 | 1:35 minAm 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten, und es trat der größte anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. In der Sperrzone gab es bereits mehrfach russische Angriffe.
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