Nach Grönland-Streit mit den USA:Nato startet Arktis-Mission "Arctic Sentry"
Die Nato startet ihre Mission zur Sicherung der Arktis. Zusätzliche Militärpräsenz vor Ort soll China und Russland abschrecken. Vorangegangen war der Grönland-Streit mit den USA.
Die Nato erhöht ihre militärische Präsenz in der Arktis. Ziel ist es, den Grönlandkonflikt mit US-Präsident Trump zu entschärfen. Deutschland beteiligt sich mit Ausrüstung und Soldaten.
11.02.2026 | 1:30 minDie Nato erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis, um zur weiteren Entschärfung des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Grönland-Konflikts beizutragen. Wie der Oberbefehlshaber ankündigte, hat die Allianz dazu ihren Einsatz namens "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) gestartet.
Ziel sei es, eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete abzusichern, erklärte der US-General. "Arctic Sentry" soll vom operativen Hauptquartier Norfolk im US-Bundesstaat Virginia geführt werden.
Bei einem Treffen mit der Nato haben Vertreter aus Dänemark und Grönland eine Mission in der Arktis vorgeschlagen.
20.01.2026 | 0:13 min"Arctic Sentry" für Abschreckung von Russland und China
Verbessert werden soll demnach die Überwachung der riesigen Eisinsel und die Abschreckung der Großmächte Russland und China. Deutschland wird sich in einem ersten Schritt mit vier Eurofighter-Kampfjets an der Nato-Mission "Arctic Sentry" (Wächter der Arktis) beteiligen. Das kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Brüssel an. Weitere Einzelheiten sollen demnach beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag besprochen werden.
Die verstärkte Bündnispräsenz im hohen Norden war von Alliierten wie Großbritannien angeregt worden, um den Streit um Grönland zu entschärfen. In diesem hatte US-Präsident Donald Trump zeitweise mit Strafzolldrohungen einen Verkauf der riesigen Insel an sein Land erzwingen wollen.
US-Präsident Trump hat die zusätzlichen Zölle gekippt - dafür soll in Davos über neue US-Militärstützpunkte auf Grönland verhandelt worden sein. ZDFheute live analysiert, was das bedeutet.
23.01.2026 | 11:49 minMehr Militärpräsenz in der Arktis
Donald Trump teilte nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit, dass ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktis-Region entworfen worden sei. Dieser sieht unter anderem vor, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten, insbesondere durch das der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.
Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen Arktisinsel bekommen.
Trumps Griff nach Grönland und seine Ausfälle gegen die Partner erschüttern die Nato. Wie stark ist das Bündnis?
22.01.2026 | 28:39 minAuch China und Russland blicken auf die Arktis
In der Nato wird dabei betont, dass der hohe Norden ein Tor zum Nordatlantik darstelle und wichtige Handels-, Transport- und Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa beherberge, die geschützt werden müssten. Der Kreml betrachte die Arktis als zentral für seine Großmachtambitionen und zeige keine Anzeichen, seine militärischen und wirtschaftlichen Ambitionen dort zurückzufahren, heißt es in Bündniskreisen.
Auch Chinas wachsendes Interesse am hohen Norden sei besorgniserregend, da Peking versuche, Zugang zu Energie, kritischen Rohstoffen und zu See- und Kommunikationslinien zu erhalten.
Das Eis schmilzt, neue Routen werden schiffbar und Rohstoffe zugänglich. Längst ist ein geopolitischer Run auf die Arktis entstanden. Die USA rüsten in Alaska massiv auf.
24.09.2025 | 6:21 minKonflikt um Grönland für Nato brisant
Für die Nato ist der Grönland-Konflikt seit Monaten ein höchst brisantes Thema. Einerseits muss das Bündnis um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein führendes Mitglied androht, sich Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben. Andererseits wäre es für die Nato ein Super-GAU, wenn die USA in dem Streit als wichtiger Nato-Player aus dem Bündnis austreten würden.
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